Korbflechter profitieren vom Plastiktütenbann

Seit 90 Jahren werden in Ban Bu Tom Rattankörbe geflochten. Foto: The Nation
Seit 90 Jahren werden in Ban Bu Tom Rattankörbe geflochten. Foto: The Nation

SURIN: Kein Thema wird derzeit so kontrovers diskutiert, wie das zum Jahresanfang in Kraft getretene Plastiktütenverbot in thailändischen Super- und Minimärkten. Für einige Branchen jedoch hat der Plastiktütenbann jedoch durchaus positive Auswirkungen.

So haben die Korbflechter in Ban Bu Tom, einem kleinen Dorf in der Nordostprovinz Surin, das für sein Kunsthandwerk bekannt ist, derzeit alle Hände voll zu tun, um der hohen Nachfrage nach ihren Rattan-Körben nachzukommen. Sie erfreuen sich voller Auftragsbücher. Nach Aussage der Korbflechter möchte jetzt fast jeder in der Region einen Korb haben, in dem er seine Einkäufe verstauen kann. Der Großteil der Dorfbewohner ist in der Herstellung involviert. So stellt das Korbflechten für die Dorfbewohner eine alternative Einkommensquelle dar, wenn die Arbeit auf den Feldern abgeschlossen ist.

Seit 90 Jahren werden in Ban Bu Tom Rattan-Gegenstände in Handarbeit zum Verkauf hergestellt, ganz organisch und ohne den Einsatz von Chemikalien. Die Körbe werden traditionell zum Einkaufen und zum Transport von Almosengaben für die Mönche in den Tempeln verwendet. Da ihre Popularität stark gestiegen ist, erzielen sie heutzutage Verkaufspreise in Höhe von 390 bis 5.000 Baht pro Stück.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
required fields
Rüdiger 12/01/2020 01:18
Sehr geehrter Herr Siam Fan
Welches "früher" meinen Sie? Bei uns im Dorf/Stadt gibt es heute noch die bis zu 20l Kunststoffflaschen in fast allen Farben und mehreren Formen. In jedem Amt, Krankenhaus, Bank usw. steht ein Trinkwasserautomat. Noch früher wie früher gab es noch keine Kunststoffflaschen. Wenn man sich mal über die Entstehung von Mikroplastik informiert, kann es "früher" noch kein Mikroplastik gegeben haben. Früher wurde für einen heißen Tee Wasser im Kessel erhitzt und kam nicht aus einem "?Kaffeeautomat?"
Ja ja, früher war alles anders!
So ein toller Bericht über ein kleines Dorf bei Surin (in unserer Nähe). Sie pflegen ein altes Handwerk, haben eine Beschäftigung, haben ihren Verdienst. Welcher jetzt, evtl./vielleicht ein Nebeneffekt des nicht mehr ausgeben von "Plastiktüten", Umdenken der Menschen, gesteigert werden konnte. Ist doch schön wenn die Korbflechter für ihre tolle Arbeit belohnt werden und das öffentliche Interesse gesteigert wird.
Was sind "Rohstosslager"? Google ergab nix. Antwort ihrerseits erbeten.
Natürlich erstickt Thailand im Müll, aber genauso andere Länder auch. Selbst Deutschland mit Deponien höheren Standarts und modernen Müllverbrennungsanlagen sieht ganz schön verdreckt aus. Letztens erst erschreckend gesehen.
Siam Fan 11/01/2020 15:52
Trinkwasserbedarf über Nacht mit PET gedeckt!
Früher gab es EINE Kunststoffflasche(zu 100% aus einem Kunststoff) und die wiederbefüllbaren 20-l-Flaschen. Zu der Zeit gab es eigentlich überhaupt keinen Mikroplastik im Meer. Ich habe über 5Jahre immer wieder beim Strand reinigen geholfen und kann feststellen, da waren keine Einkaufstüten dabei. Ich sitze jrtzt hier im Cafe und trinke nach meinem heißen Latte`, eine 0,6er Trinkwasserflasche von Singha. Früher gab es heißen Tee. Ich vermute, der Kaffee-Automat ist am Leitungswasser-Netz!?
Jürgen Franke 11/01/2020 15:47
Nicht nur Thailand erstickt im Müll, die ganze
Welt. Aber das interessiert keinen Menschen, dafür fliegen wir wieder mal zum Mond. Das ist doch offensichtlich viel wichtiger. Dass das E Auto nun doch nicht der letzte Schrei ist, wird auch langsam sichtbar. Diese Anmerkung ist genau so überflüssig, wie der Hinweis, dass eine Mülldeponie in Thailand nicht dem deutschen Standard entspricht.
Thomas Thoenes 11/01/2020 13:30
Die Tüten sind nur der Aufhänger
weil das easy zu verstehen und umzusetzen ist. Wie sollte man wohl den Trinkwasserbedarf über Nacht in Glasflaschen füllen? Genau wie bei uns die Dieselfahrzeuge einer Hexenjagd unterliegen obwohl sie weitaus umweltfreundlicher sind als Elektro Fahrzeuge. Hauptsache es macht sich gut in den Medien.
Siam Fan 11/01/2020 11:57
Es gibt kein Verbot, aber TH erstickt am Müll!
Es gibt bis heute kein Einkaufstütenverbot! Aber TH erstickt am Müll. Einfach mal abseits der Hauptstraßen durch die Vororte fshren, dort sind Hunderte von "Rohstosslager"! Die Preise sind auf bis zu 30% eingebrochen. Es wird immer mehr verbrannt!!! Würden alle Einwohner THs ihren Trinkwasserbedarf aus Einweg-PET-Flaschen decken, könnte man damit rd 670.000 Fußballplätze bedecken! Zur Herstellung neuer Einweg-PET-Flaschen wird köchstens 11% recyceltes Material eingesetzt! Die Einkaufstüten werden fast überall als Mülltüten benutzt und machen nicht mal 0,1% des gesamten Verpackungsmüll aus! Wenn man anständig nachfragt, bekommt man eine Tüte. Der Handel hat zur Zeit erhebliche Rückgänge, weil jeder weniger einkauft. Das wird absehbar ganz schnell wieder zurückgenommen. In TH gibt es absehbar nicht eine Deponie, die dem Standard in D vor 30Jahren entspricht!