Ermittlungskommission nach Mord an Terror-Experten

Iraker tragen den Sarg des irakischen Terrorismusexperten Hisham Al-Hashimi, der von einer unbekannten bewaffneten Gruppe vor seinem Haus ermordet wurde. Foto: epa/Murtaja Lateef
Iraker tragen den Sarg des irakischen Terrorismusexperten Hisham Al-Hashimi, der von einer unbekannten bewaffneten Gruppe vor seinem Haus ermordet wurde. Foto: epa/Murtaja Lateef

BAGDAD: Nach dem Mord an einem der bekanntesten irakischen Terror-Experten hat die Regierung des Landes eine Ermittlungskommission eingesetzt. Sie solle die Hintergründe und Täter des Verbrechens ermitteln, teilte das irakische Innenministerium mit, wie die staatliche Nachrichtenagentur INA am Dienstag berichtete. Unbekannte hatten am Montagabend den international anerkannten politischen Analysten Hischam al-Haschimi in der Nähe seiner Wohnung in der Hauptstadt Bagdad erschossen.

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. In den irakischen Medien richtet sich der Verdacht vor allem gegen die Iran-treue schiitische Miliz Kataib Hisbollah und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Der 47 Jahre alte Al-Haschimi galt weltweit als einer der besten Kenner extremistischer Gruppen im Irak. Er äußerte sich immer wieder kritisch zu den proiranischen Milizen im Irak, aber auch zur weit verbreiteten Korruption in der irakischen Elite. Der Analyst war zudem als Berater der irakischen Regierung tätig.

Zellen der IS-Terrormiliz sind im Irak weiter aktiv, ihr Einfluss in Bagdad ist jedoch geschwunden. Kataib Hisbollah gehört zu den stärksten proiranischen Milizen, die im Irak auch großen politischen Einfluss besitzen. Die USA machen Kataib Hisbollah verantwortlich für den Raketenbeschuss auf Einrichtungen und Militärbasen im Irak, die auch von den Vereinigten Staaten genutzt werden. Ende Juni ordnete die irakische Regierung eine Razzia gegen die Miliz an, bei der vorübergehend 14 Mitglieder der Gruppe festgenommen wurden.

Die USA und die irantreuen Milizen ringen im Irak um Einfluss. Teherans Verbündete verlangen einen Abzug aller US-Truppen. Die Spannungen waren eskaliert, nachdem die USA im Januar bei einem Raketenangriff in Bagdad Irans Top-General Ghassem Soleimani und den Anführer von Kataib Hisbollah, Abu Mahdi al-Muhandis, getötet hatten.

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