Huawei-Tochter Honor schweigt bei Smartphone-Debüt zu Google-Problem

Foto: wikimedia/Vernon Chan
Foto: wikimedia/Vernon Chan

LONDON (dpa) - Die Huawei-Tochter Honor stellt ihre neuen Top-Smartphones vor - und erwähnt dabei Google mit keinem Wort. Die Marke hat ambitionierte Pläne, blickt aber angesichts von US-Sanktionen in eine unklare Zukunft.

Die Huawei-Tochtermarke Honor hat am Dienstag inmitten des harten US-Vorgehens gegen den chinesischen Konzern zwei neue Oberklasse-Smartphones vorgestellt. Dabei machte Honor keine Angaben dazu, ob die Telefone mit Google-Apps ausgeliefert werden könnten. Durch die jüngsten US-Sanktionen gegen Huawei verliert der Smartphone-Anbieter und Netzwerk-Ausrüster unter anderem den Zugang zu den außerhalb Chinas wichtigen Google-Diensten. Der am Montag bekanntgegebene Aufschub gilt nur für bereits ausgelieferte Geräte.

Das Honor 20 und Honor 20 Pro setzen auf leistungsstarke Kameras von Weitwinkel bis Makro, das Honor 20 Pro hat außerdem eine Telekamera mit Dreifachzoom. Herzstück der Kamera ist Sonys IMX586-Sensor mit 48 Megapixeln.

Dazu gibt es Huaweis aktuellen Kirin-980-Chip, eine Eigenentwicklung, deren Neuralprozessoren besonders bei der Bildoptimierung zum Einsatz kommen sollen. Dadurch droht keine Chip-Knappheit angesichts der US-Sanktionen, die Huawei auch von Halbleiter-Lieferungen aus den USA abschneiden. Während der Präsentation der neuen Smartphones in London sprach Honor-Präsident George Zhao die heiklen Themen nicht an. Das Honor 20 soll am 4. Juni für 499 Euro in den Handel kommen, die Pro-Variante folgt Anfang Juli für 599 Euro.

Honor steht wie Mutter Huawei vor erheblichen Problemen mit dem Betriebssystem Android. Nach Beschluss von Sanktionen durch die US-Regierung ist die Android-Lizenz des Unternehmens in Gefahr. Ohne sie wären Geräte von Huawei und Honor künftig von neuen Android-Versionen ausgeschlossen. Auch der Zugang zum Play Store und die Nutzung von Google-Apps wäre ohne Lizenz nicht möglich. Am Dienstag erhielt das Unternehmen noch einmal einen Aufschub um 90 Tage, in denen bereits ausgelieferte Smartphones und sowie Huawei-Ausrüstung in Mobilfunknetzen mit US-Technik versorgt werden dürfen.

Honor hat mit der neuen Serie ambitionierte Pläne. Die Marke will zum viertgrößten Smartphone-Anbieter der Welt werden.

Für Deutschland zielt die seit einiger Zeit unabhängig von der Mutter Huawei agierende Marke auf Platz drei. Zielgruppe sind jüngere Käufer, das Portfolio reicht von sehr niedrigen Einstiegspreisen bis in die 500-Euro-Klasse. Die Marke ist vor allem digital aktiv und bezeichnet Kunden als Community.

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Wilfried Stevens 25/05/2019 17:28
Huawei und sein Project Z
Huawei entwickelt ein schnelles Betriebssystem, für Hnady, Laptops etc., das auch kompatibel mit Android-Apps und schneller sein soll. Es wird noch einige Jahre dauern, aber Google ist aufgeschreckt.