Hinter Bombenanschlägen politische Motive vermutet 

Foto: epa/Rungroj Yongrit
Foto: epa/Rungroj Yongrit

THAILAND: Nach einem Treffen der Sicherheitsdienste sagte der für die nationale Sicherheit zuständige stellvertretende Ministerpräsident Prawit Wongsuwon, die Verantwortlichen für die Anschläge würden zur Verantwortung gezogen. „Ich will, dass sie umgehend gefasst werden.“ Der General sieht hinter den Bombenattentaten und Brandanschlägen politische Motive. Die Anschläge sollten den boomenden Tourismus treffen.

Nach der Serie von Bombenanschlägen und Brandstiftungen im Süden des Landes mit vier Toten und mindestens 42 Verletzten haben die Sicherheitsdienste die höchste Alarmstufe ausgerufen. Besonders in den von Touristen aufgesuchten Städten und Provinzen wurden die Sicherheitsmaßnahmen stark erhöht. Ebenso auf den Flughäfen, Bahnhöfen, Busstationen, Märkten und touristischen Attraktionen. Fluggäste sind aufgerufen, eine Stunde früher als üblich zum Airport zu kommen. Im Süden des Landes wurden auf den Highways vermehrt Checkpoints eingerichtet.

Bei den 13 Anschlägen kamen vier Thais ums Leben; unter den Verletzten sind mindestens zehn Ausländer, darunter nach Angaben der Botschaften drei Deutsche und eine Österreicherin. In Hua Hin erlitten zudem drei italienische und drei holländische Staatsbürger Verletzungen.

Ausländische Urlauber sollen Menschenansammlungen meiden und aufmerksam die Nachrichten in den Medien mit Instruktionen der Sicherheitsbehörde verfolgen, raten Botschaften mehrerer Länder. 

Der deutsche Reiseveranstalter TUI hat am Freitag alle Ausflüge in Thailand abgesagt. Für alle Anreisen bis einschließlich kommenden Montag bietet TUI gebührenfreie Umbuchungen und kostenlose Stornierungen an. Thomas Cook will folgen.

Der Ferienort Hua Hin glich am Freitag einer Geisterstadt. Hauptstraßen, so die Phetkasem Road, und innerstädtische Kreuzungen waren nach den mehrfachen Bombenanschlägen mit zwei Toten gesperrt, Einkaufszentren mussten schließen. Touristen wurden aufgefordert, nicht auf die Straßen zu gehen, sondern in ihren Hotels zu bleiben. Die Polizei hat inzwischen Überwachungskameras ausgewertet und soll nach zwei Männern fahnden. Die „Bangkok Post“ meldet, zwei Verdächtigen würden zur Vernehmung festgehalten.

Im Verlauf des Freitags gaben die Behörden nach Befragungen der Hospitäler in den betroffenen acht Provinzen Einzelheiten zu den Opfern bekannt: zwei Tote und 24 Verletzte in Hua Hin; ein Toter und sieben Verletzte in Trang; ein Toter und drei Verletzte in Surat Thani; ein Verletzter in Phuket; sieben weitere Verletzte in Nakhon Si Thammarat, Krabi, Phang-nga und Ranong. Laut der Regierung wird der Staat für alle Krankenhausrechnungen aufkommen.

Nach Einschätzung der Polizeileitung steht der internationale Terrorismus nicht hinter den Bombenattentaten und Brandstiftungen. Sie seien politisch motiviert, sagte der nationale Polizeichef General Chakthip Chaichinda den Medien. Die Anschläge seien wenige Tage nach dem Referendum zur neuen Verfassung und in jenen Provinzen geschehen, in denen die Bevölkerung in hoher Zahl der Verfassung zugestimmt hätte. Chakthip sprach von Sabotage. 

Die Tourismusorganisation der Vereinten Nationen (UNWTO) hat die Anschlagsserie scharf verurteilt und den Familien der Opfer ihr Beileid ausgesprochen. Thailand sei ein wichtiges Tourismusziel weltweit. UNWTO-GeneralsekretärTaleb Rifai sagte weiter, das werde auch so bleiben. Seine Organisation und die thailändischen Behörden würden eng zusammenarbeiten, damit der Welttourismustag am 27. September in Bangkok ein Erfolg werde.

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Wilfried Stevens 21/06/2017 20:38
Nachbarländer-Vietnam
Unterstütze ein Hilfsprojekt in Süd-Vietnam, war öfters dort, noch gibt es dort mehr Armut wie in Thailand, aber Infrasruktur, Preise und Sicherheit konnte ich nie beanstanden. Das übliche Verkehrschaos, aber ansonsten gibt ws hier nichts zu meckern, zumindest nicht in Rach Gia und Can Tho. Die Mietpreise sind allerdings innerstädtisch genauso heftig wie in Bangkok, jedoch findet man weiterhin günstige Übernachtungsmöglichkeiten. Südvietnam ist gar nicht mal so schlecht.
Wilfried Stevens 21/06/2017 20:38
Nachbarländer
@bap fri - seltsamer Name, hoffe kein Pseudonym XXL, weiss ja nicht ob ich auch ein "gewisser Typ" bin, aber Laos importiert "nur" noch etwa 60% aus Thailand, zunehmend aus China (etwa 20% und u.a. Vietnam, etwa 10%. Gegen der laotischen Küche ist überhaupt nichts auszusetzen, man esse was einem schmeckt.
Jack N.Kurt Leupi 22/12/2016 17:49
Nachbarn / Herr Michael Meier
Bestätigen kann ich Dir, dass die Infrastruktur wirklich schlechter ist in den Nachbarländern und es sogar teurer ist für gewisse Produkte ! Was aber z.B.in Vientiane "besser" war , ein Vierstern-Hotel für 1350.-- Bath (habe ich für diesen Preis in TH nie bekommen ) , keine streunenden Hunde und auch keine "streunenden" Polizisten und die Stadt ist blitz-blank sauber ! Auch wurde ich nicht verhaftet nach einem "Schäferstündchen" mit einer Laotin ! uch das darf und muss gesagt werden, werter Michael !
Alois Amrein 16/08/2016 16:43
Sprücheklopfer
@ Mike Dong und andere: Zu Ihrer Information: Ich kenne ganz Südostasien, von Indonesien über die Philippinen bis nach China, von mehreren längeren Reisen. Vergleichen kann eben nur, wer die Länder kennt, Sie gehören ganz offensichtlich nicht dazu.
Mike Dong 14/08/2016 14:23
@Herr.Robert
LESEN Sie den Comment von Hr.Meier. Dem habe ich nichts hinzuzufügen, ausser das ich OFT in den Nachbarländern war u bestimmt NICHT da wohnen wollte. Wer das will, kennt diese Länder nicht od nur von einer Kreuzfahrt.