Hilfsgüter auf dem Weg nach Vanuatu

PORT VILA: Das erste Flugzeug mit Hilfsgütern hat sich auf den Weg in den vom Zyklon «Pam» schwer verwüsteten Pazifikstaat Vanuatu gemacht. An Bord der neuseeländischen Hercules-Maschine waren nach Angaben eines Militärsprechers zehn Tonnen Hilfsgüter, darunter Erste-Hilfe-Boxen, Nahrungsmittel und Trinkwasser. Die Maschine startete am Sonntag in Auckland. Der Flug dauert etwa drei Stunden. Der Flughafen der Hauptstadt von Vanuatu, Port Vila, sei beschädigt, aber für Armeezwecke geöffnet, sagte der Militärsprecher im Fernsehen.

Nach Einschätzung der Vereinten Nationen hat der Zyklon beispiellose Verwüstung hinterlassen. «Vanuatu hat ein Desaster dieses Ausmaßes in seiner jüngeren Geschichte noch nicht erlebt», sagte Sune Gudnitz, Chef des Pazifikbüros der UN-Nothilfekoordination (OCHA).

Der Hilfsappell von Vanuatus Präsident nach Zyklon «Pam»

«Unsere Hoffnung auf eine blühende Zukunft ist zerstört. Ich appelliere im Namen meiner Regierung und des Volkes an Sie, uns eine Hand zu reichen, um mit diesem Unglück fertig zu werden.»

In Port Vila mit 44 000 Einwohnern sind nach Schätzungen 80 Prozent der Häuser zerstört. Das gesamte Ausmaß war aber noch völlig offen. Die anderen rund 80 Inseln Vanuatus sind von der Außenwelt abgeschnitten. Mobilfunknetze funktionieren nicht. «Pam» war in der Nacht auf Samstag mit voller Wucht auf Vanuatu getroffen. Meteorologen zählen «Pam» zu den heftigsten Zyklonen in der Region seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Die Behörde für Katastrophenschutz bestätigte zunächst sechs Todesopfer. Hilfsorganisationen gingen von einer höheren Opferzahl aus. Vanuatus Hauptinsel liegt rund drei Flugstunden nordöstlich von Brisbane in Australien.

Der Zyklon richtete auch in Nachbarstaaten Vanuatus wie den Salomonen-Inseln und Neukaledonien Schäden an. Er zog am Sonntag Richtung Neuseeland. Die Zivilverteidigung warnte die Bewohner der dortigen Nordküste vor heftigen Sturmböen.

 

Foto: epa/Mike Roman
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