Handel mit 18 gefährdeten Hai- und Rochenarten wird besser reguliert

Foto: Twitter/@hsiglobal
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GENF (dpa) - Bestimmte Haie und Rochen sind vor allem wegen ihrer Flossen in Asien begehrt, und ihre Zahlen sinken nach Angaben von Tierschützern dramatisch. Die Artenschutzkonferenz schreitet ein - unter Protest einiger Länder.

Die wegen ihrer Flossen in Asien begehrten Makohaie und Gitarrenrochen werden besser geschützt. Das beschloss die Mehrheit der 183 Unterzeichner des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (Cites) am Sonntag in Genf. Insgesamt 18 Arten sollen wie bereits 20 andere Hai- und Rochenarten auf den Anhang 2 des Abkommens gesetzt werden. Dann müssen Export- und Fischereiländer Daten erheben und dürfen die Arten nur noch fischen, wenn sie nachweisen, dass das Fischen das Überleben der Art nicht gefährdet. Die Beschlüsse müssen nächsten Mittwoch vom Plenum der Konferenz noch bestätigt werden.

«In ihrer 400 Millionen Jahre währenden Evolution wurden die Makohaie zum perfekten Jäger und haben selbst die Dinosaurier überlebt», sagte Meeresbiologe Ralf Sonntag für den Internationalen Tierschutzfonds (IFAW). «Jetzt wurden sie wegen einer Suppenmahlzeit vom Menschen an den Rand der Ausrottung gebracht.» Anders als Kabeljau und andere Fische vermehren sich die Haie nur langsam. Weibchen werden erst ab 18 Jahren geschlechtsreif und hätten nur alle paar Jahre wenige Junge.

«Die Haifischerei ist für viele Küstenbewohner überlebenswichtig», sagte Luke Warwick von der Wildlife Conservation Society. «Aber der Extraschutz durch eine Listung von Arten, die so gefährdet sind wie Haie und Rochen und eine so wichtige Rolle im Meeresökosystem spielen, ist ein wichtiger erster Schritt zu richtigem Fischereimanagement.» Haie gelten wie alle großen Raubtiere als Manager des Ökosystems. Sie regulieren die Zahl der mittelgroßen Raubfische, die sonst die kleineren Arten völlig auffressen würden.

Die Flossen der Rochen gelten als eine der größten Delikatessen in China. Aus den Flossen werden Fäden aus einer keratinähnlichen Substanz gezogen und als «Nudeln» in Suppen verarbeitet. Je länger und dünner, desto teurer. Nach Angaben von Sonntag haben sie keinen Eigengeschmack. Die Bestände der Gitarrenrochen sind nach Angaben von Senegal und Sri Lanka, die den Vorschlag zur Listung einbrachten, etwa im Indischen Ozean um bis zu 86 Prozent zurückgegangen.

Makohaie werden bis zu vier Meter lang. Die Bestände sind nach Angaben der Weltnaturschutzunion (IUCN) in Dreiviertel ihres Verbreitungsgebiets um bis zu 76 Prozent zurückgegangen. Im Mittelmeer seien sie fast ausgestorben, sagte ein EU-Vertreter. Die Haie stehen auf der Roten Liste der IUCN als stark gefährdet.

Die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO widersprach. Die vorliegenden Daten ließen keinen Schluss über eine besondere Bedrohung des Makohais zu. Die USA, Neuseeland, China, Japan und andere Länder stimmten gegen die Listung. Es gebe Millionen Makohaie in den Meeren, sagte die Vertreterin Neuseelands. In einigen Regionen wachse die Population sogar.

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