Auch die Rolle von Kurz untersuchen

Foto: wikimedia/Olaf Kosinsky
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BADEN-BADEN (dpa) - Im Skandal um die Videoaffäre in Österreich fordert der österreichische Grünen-Europapolitiker Michel Reimon, die Rolle von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zu beleuchten. «Es muss auch die Rolle von Sebastian Kurz untersucht werden und da ist es jetzt wirklich, also da ist Gefahr im Verzug bei der Ermittlung - ganz einfach», sagte er dem Südwestrundfunk am Montag. Kurz werde «bis September Kanzler sein und die Geschäfte leiten». Da müsse man «jetzt schon alle Kontrollmaßnahmen setzen».

Reimon sagte, gegen den FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache müsse wegen Korruption strafrechtlich ermittelt werden. Strache sei Abgeordneter gewesen, sagte er zur Begründung.

Österreich steckt nach Bekanntwerden eines Skandal-Videos in einer tiefen politischen Krise. Vize-Kanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache war im Juli 2017, wenige Monate vor den Nationalratswahlen, heimlich bei einem Treffen mit der angeblichen Nichte eines russischen Oligarchen gefilmt worden. Dabei hatte er der Frau im Gegenzug für Wahlkampfhilfe zugunsten der FPÖ die Vergabe öffentlicher Aufträge in Aussicht gestellt. Nach Bekanntwerden des Videos trat Strache am Samstag zurück. Kurz verkündete das Ende der Koalition; im September soll es Neuwahlen geben.

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