Ein tödlicher Unfall und die Suche nach Gerechtigkeit

Die thailändische, ins Foto platzierte Schlagzeile lässt sich ins Deutsche mit „Ich habe sie einmal in neun Jahren gesehen“ übersetzen. Foto:  Daily News
Die thailändische, ins Foto platzierte Schlagzeile lässt sich ins Deutsche mit „Ich habe sie einmal in neun Jahren gesehen“ übersetzen. Foto: Daily News

BANGKOK: Die Debatte, dass reiche Thais bei Straftaten glimpflich davonkommen und keine Verantwortung für schwere Unfälle übernehmen müssen, hat neuen Zündstoff bekommen: Fast neun Jahre nach einem folgenschweren Verkehrsunfall, bei dem neun Menschen ums Leben kamen, sind deren Familien und Opfer noch nicht hinreichend entschädigt worden.

Eine damals 19 Jahre alte Frau hatte auf einem Expressway den Unfall verursacht. Obwohl sie keinen Führerschein besaß und die Schuldfrage eindeutig geklärt war, wurde sie vom Gericht nicht zu einer Haftstrafe verurteilt. Sie musste lediglich gemeinnützige Arbeit leisten.

Eine Frau, die bei dem Unfall schwer verletzt wurde, wollte nicht länger schweigen und berichtete jetzt den Medien von ihrer Enttäuschung und der Suche nach Gerechtigkeit. Weder die junge Frau noch deren Familie hätten die Verantwortung übernommen. Sie sei mit völliger Gleichgültigkeit konfrontiert worden, habe die Frau in den neun Jahren nur einmal getroffen und sei vom Familienanwalt verspottet worden. Es sei zwar eine Entschädigungssumme vereinbart worden, die jedoch geringer ausgefallen sei als vom Gericht empfohlen. Bis heute will sie den vollen Betrag nicht erhalten haben. Als sie sich beschwerte, soll der Familienanwalt sie aufgefordert haben, vor Gericht zu gehen.

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