Ein kleiner Aufsteiger für Einsteiger

Der alte Mönchspfad zum Wat Pah Lat in Doi Saket

Eine der vielen faszinierenden, zum Teil antiken, Buddhafiguren auf dem Tempelgelände des Wat Pah Lat. Foto: Moos
Eine der vielen faszinierenden, zum Teil antiken, Buddhafiguren auf dem Tempelgelände des Wat Pah Lat. Foto: Moos

CHIANG MAI: Der Wat Pha Lat (Thai: วัดผาลาด) in Chiang Mai ist ein magisch entrückter und zauberhafter Ort. Wer in Chiang Mai lebt oder seinen Urlaub verbringt, kann sich kurzfristig, an einem sonnigen Morgen, auf dem Weg machen.

Eine lange Anfahrt fällt weg, da der alte Mönchsweg praktisch am Ende der Suthep Road beginnt. Zumindest zeigt dort bereits ein Wegweiser „Nature Trail Phalad” an. Rechts hoch, am Zoo-Hintereingang vorbei, zum eigentlichen Einstieg in den Aufstieg. Doch keine Angst, auch ungeübte Wanderer können den rund 40-minütigen Aufstieg mit festem Schuhwerk und bei trockener Witterung mühelos bewältigen. Dem schmalen und teilweise auch etwas steilen Pfad ist einfach zu folgen. Er ist ausgetreten und die Bäume längs des Weges sind mit orangefarbenen Mönchsbändern markiert. Auch wenn es zum Glück bisher noch fast ein Geheimtipp ist, empfiehlt es sich, Wochenenden zu meiden. Denn es sind schließlich die Natur und die mystische Stille später am Tempel, die den besonderen Reiz dieses Ausfluges ausmachen. Um eine großartige Verpflegung braucht man sich auch keine Gedanken zu machen. Am Wat-Eingang, von der Straße aus, gibt es („Spannung, Trommelwirbel:“) einen Coffeeshop!   

Der Weg, das Ziel

Der Weg ist von schroffen Felsen gesäumt.
Der Weg ist von schroffen Felsen gesäumt.

Apropos Straße. Ja, natürlich kann man dieses idyllische Tempelgelände auch ganz mühelos über die Straße erreichen. Wat Pha Lat befindet sich auf der linken Seite, nach ungefähr sieben Kilometern Auffahrt zum Doi Suthep. Nach weiteren zwei Kilometern kommt man zu einem betriebsamen Aussichtspunkt, mit einem Panoramablick auf Chiang Mai. Hier ist im Laufe der Jahre, ganz nach Thaiart, ein kleiner Markt entstanden. Gegrilltes, Gedämpftes und Früchte stehen den Hungrigen zur Auswahl. Ein Porträtmaler wartet auf Aufträge und Hilltribe-Andenken auf Käufer. Manchmal gibt es sogar Musik.

Der Eingang zum Tempel von der Straße aus.
Der Eingang zum Tempel von der Straße aus.

Allerdings ist es wesentlich bereichernder, den Tempel über den alten Mönchsweg zu besuchen. Wer kann, sollte sich also unbedingt auf die Wanderschuhe machen. Nicht ohne dabei an eine tempelgerechte Bekleidung denken. Zur Not einfach die obligatorische Elefantenhose und ein Schultertuch einstecken. Auch in der Mittagshitze ist der Weg machbar, da er sehr schattig ist. Man sollte bedenken, dass es nach ausgiebigen Regengüssen einige Tage dauert, bis der Weg wieder trocken ist. Hin und wieder ist er recht steil und durch Steine und Baumwurzeln größtenteils recht uneben. Also am besten die Augen immer hübsch nach unten gerichtet! Das bedeutet gleichzeitig, immer wieder stehenzubleiben. Natürlich nicht, um zu verschnaufen, sondern um die bemerkenswerte Pflanzen- und Insektenwelt drumherum wahrzunehmen.

Müde aber zufriedene Pilger des Mönchweges.
Müde aber zufriedene Pilger des Mönchweges.

Wat Pha Lat liegt auf einer Höhe von ca. 600 Metern, mitten im Wald an einer felsigen Stelle. Daher auch sein Name „Tempel am abfallenden Felsen“. Nach einem recht kurzen Aufstieg kündigen mit Patina bedeckte Buddhafiguren auf Mauerfragmenten den Tempel an. Und dann, der unerwartete, atemberaubende An- und Ausblick! Wer das Glück hat, nicht zu wissen, was ihn erwartet, wird doppelt beeindruckt sein. Eine große felsige, begehbare Plattform, ein idyllischer kleiner Strom bergab und durch die Bäume ein freier Blick in die Ferne auf Chiang Mai. Weiter gibt es auf dem Gelände alte Tempelgebäude und überall antike Buddhafiguren und Fabelwesen zu sehen! Jede Figur scheint eine lange geheimnisvolle Geschichte zu erzählen. Man kann sich kaum sattsehen! Fotobegeisterte werden über ihren nahezu unbegrenzten Speicherplatz glücklich sein. Unvorstellbar, man hätte nur einen angefangenen 36er Film dabei.

Es gibt die Sage, dass...

Steile Passagen fordern ein Mindestmaß an Kondition.
Steile Passagen fordern ein Mindestmaß an Kondition.

...im 14. Jahrhundert der König Kuena (der 6. König der Mangrai-Dynastie von Lan Na) mit einem weißen Elefanten den Doi Suthep überqueren wollte. Auf Höhe des Wat Pha Lat, kniete der Elefant nieder, zum auszuruhen. Ganz oben starb der weiße Elefant und es wurde dort ein Tempel, Wat Phra That Doi Suthep, erbaut. Später beschloss der König, auch an jenen Orten heilige Stätten zu errichten, an denen der Elefant Rast einlegte. Das war, unter anderem hier, bei den abfallenden Felsen, wo dann im Jahre 1355 Wat Pha Lat errichtet wurde.

Steile Treppen muss man auf dem Mönchsweg erklimmen.
Steile Treppen muss man auf dem Mönchsweg erklimmen.

​Lange Zeit diente dieser Ort als Raststätte für Mönche und Pilger auf dem Weg zum Wat Suthep und später als Herberge für Mönche. Die heutige Straße 1004, hinauf zum Doi Suthep, wurde 1935 angelegt und machte den Mönchspfad mehr und mehr überflüssig. In dieser Zeit waren nur noch einige Gebäudemauern der ursprünglichen Tempelanlage erhalten. 1934 hat ein burmesischer Holzhändler mit der Restaurierung des Wat Pha Lat begonnen. Auch heute zeugen Gerüste und mehr oder weniger aktuelle Baustellen auf dem Gelände davon, dass man bemüht ist, diesen einzigartigen Platz zu erhalten.

Wer mag, wandert, nach einer ausgiebigen Bewunderung des Wat Pha Lat, weiter bis zum berühmten, glitzernden und betriebsamen Wat Doi Suthep. Der Weg ist ein wenig anspruchsvoller. Er ist enger, steiler, nicht markiert und je nach Kondition, in einer Stunde oder anderthalb zu bewältigen. Alternativ bleiben die Möglichkeiten, den alten Mönchspfad wieder abwärts zu gehen oder mit einem Songthaew weiter hoch, beziehungsweise wieder zurück in die Stadt zu fahren.

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Leserkommentare

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Ben Thai 13.01.19 13:14
Schade... jetzt muss ich mir wohl einen neuen anderen touristenfreien Ort suchen...;)