Corona-Überblick: Am Freitag, 27. März

Häufig gestellte Fragen und so schützen Sie sich (siehe Box unten)

Foto: epa/Justin Lane
Foto: epa/Justin Lane

WHO warnt vor unkontrollierten Medikamenteneinsatz gegen Coronavirus

GENF: Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat davor gewarnt, Medikamente gegen das neuartige Coronavirus einzusetzen, deren Wirksamkeit bislang nicht nachgewiesen ist. «Die Geschichte der Medizin ist voller Beispiele von Mitteln, die auf dem Papier und im Reagenzglas funktionierten, aber nicht im Menschen, oder die sogar schädlich waren», sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. Zudem könnten unkontrollierte Versuche Engpässe bei Medikamenten kreieren, die Patienten mit anderen Diagnosen dringend bräuchten.

Unter anderem hatte US-Präsident Donald Trump das Malariamittel Chloroquin ins Gespräch gebracht, und getwittert, es könne vielleicht bahnbrechende Ergebnisse bringen. Prompt versuchten Tausende in den USA, sich das Medikament zu besorgen.

Weltweit starteten am Freitag in mehr als 45 Ländern Tests mit vier Medikamenten oder Kombinationen von Medikamenten, sagte Tedros. Die ersten Patienten wurden in Norwegen und Spanien in die Studie aufgenommen. Es handelt sich um die «Solidaritätsstudie», die durch große Beteiligung schneller Ergebnisse bringen soll als herkömmliche klinische Studien.


Mehr als eine halbe Million nachgewiesene Coronavirus-Infektionen

GENF: Mit dem neuen Coronavirus sind inzwischen nachweislich mehr als eine halbe Million Menschen in aller Welt infiziert. Das sagte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Freitag in Genf. Mehr als 20 000 Menschen seien an der Lungenkrankheit Covid-19, die das Virus auslösen kann, gestorben. «Dies sind tragische Zahlen, aber wir müssen uns auch daran erinnern, dass es weltweit Hunderttausende Überlebende gibt», sagte Tedros.

Die renommierte amerikanische Johns-Hopkins-Universität hatte in ihrer weltweit beachteten Datenanalyse am Freitag bereits fast 560 000 nachweislich Infizierte. Die wahre Zahl dürfte um ein Vielfaches höher liegen, glauben Experten. Es gibt in kaum einem Land genügend Tests, um die Menschen flächendeckend zu untersuchen.


Bundesrat segnet Hilfspakete ab - Boris Johnson infiziert

Von: Ulrich Steinkohl (dpa)

BERLIN: Die Milliarden-Rettungspakete für Bürger und Unternehmen in der Corona-Krise können in Kraft treten. Der Bundesrat beschließt die Gesetze einstimmig, der Bundespräsident unterzeichnet sie umgehend.

Die gewaltigen Hilfen in der Corona-Krise zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen, Unterstützung von Krankenhäusern sowie zur Sicherung von Lebensunterhalt und Wohnung der Bürger können fließen. Zwei Tage nach dem Bundestag hat ihnen am Freitag auch der Bundesrat zugestimmt. Während die Infektions- und Todeszahlen weiter steigen, wird in Deutschland bereits über eine Lockerung der erst seit wenigen Tagen geltenden starken Ausgangsbeschränkungen diskutiert. Die Bundesregierung lehnt die Debatte als verfrüht ab.

BUNDESRAT BESCHLIEßT CORONA-HILFEN

Einstimmig und ohne Debatte hat der Bundesrat am Freitag im Schnelldurchgang die Hilfspakete der Bundesregierung in der Corona-Krise beschlossen. Damit können nun große Firmen unter einen 600 Milliarden Euro umfassenden Schutzschirm schlüpfen und notfalls auch ganz oder zum Teil verstaatlicht werden. Für kleine Firmen und Selbstständige gibt es direkte Zuschüsse in Höhe von insgesamt 50 Milliarden Euro. Finanziert werden diese und andere Hilfen durch einen Nachtragshaushalt mit einer Neuverschuldung von 156 Milliarden Euro. Das Gesetzespaket wurde umgehend von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterzeichnet. Die ersten Gelder sollen noch vor dem 1. April bei den Betroffenen ankommen.

DEBATTE ÜBER LOCKERUNG DER BESCHRÄNKUNGEN

Die strengen Ausgangsbeschränkungen in Deutschland gelten erst seit Montag - doch schon wird über eine Lockerung diskutiert. Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner begrüßte die Diskussion als ein «positives Zeichen» für die Menschen im Land. Wann der richtige Zeitpunkt für eine Lockerung sei, müssten die Gesundheitsexperten entscheiden, sagte er im Deutschlandfunk. Dennoch sollte das staatliche Handeln auf die Frage gerichtet sein, wann es wieder ein normales Leben geben könne. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte allerdings am späten Donnerstagabend erklärt, man wisse noch gar nicht, ob die schärferen Maßnahmen greifen. «Und deshalb muss ich die Menschen hier in Deutschland wirklich hier um Geduld bitten.»

BRITISCHER PREMIER JOHNSON INFIZIERT

Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Er habe milde Symptome, Husten und Fieber, entwickelt, teilte er am Freitag per Twitter mit. «Ich arbeite von zuhause, ich bin in Selbstisolation», sagte der 55 Jahre alte Politiker. Dank moderner Technik könne er weiterhin mit seinem Team kommunizieren, um den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie in seinem Land anzuführen. Kurz darauf gab auch Gesundheitsminister Matt Hancock bekannt, dass er positiv auf das Virus getestet worden sei. Bekannt ist zudem, dass sich Thronfolger Prinz Charles ebenfalls mit dem Virus infiziert hat. Auch bei ihm sollen die Symptome mild sein.

INFEKTIONS- UND TODESZAHLEN STEIGEN WEITER

In Deutschland sind bislang mehr als 43 700 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 11 500 nachgewiesenen Fällen und 85 Toten sowie Bayern mit mehr als 8800 Fällen und Baden-Württemberg mit mehr als 8400 Fällen. Gerechnet auf 100 000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 87,7 die meisten Infektionen. Mehr als 270 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang gestorben.

USA ÜBERRUNDEN CHINA BEI INFEKTIONSZAHLEN

Die USA haben nach Angaben von US-Experten inzwischen mehr bekannte Coronavirus-Infektionen als jedes andere Land der Welt. In den Vereinigten Staaten gab es bis Freitagfrüh mehr als 85 900 bekannte Infektionen, in China mehr als 81 700 und in Italien mehr als 80 500, wie aus einer Übersicht der Johns-Hopkins-Universität in den USA hervorgeht. US-Präsident Donald Trump telefonierte nach eigenen Angaben mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und hob die gute Zusammenarbeit im Kampf gegen die Corona-Pandemie hervor. «China ist schon weit vorangekommen und hat ein großes Verständnis des Virus entwickelt. Wir arbeiten eng zusammen. Großer Respekt!», schrieb Trump auf Twitter.

SORGEN DER WIRTSCHAFT WACHSEN

Die Wirtschaft befürchtet noch höhere Einbußen durch die Corona-Krise als zunächst gedacht. Nach einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) rechnen inzwischen mehr als 80 Prozent der Unternehmen mit einem deutlichen Umsatzminus für das Gesamtjahr 2020. Anfang März hatten sich etwa jeder zweite Betrieb so geäußert. Mehr als ein Viertel (26 Prozent) aller 15 000 bundesweit befragten Firmen erwartet zudem einen Einbruch der Erlöse um mehr als die Hälfte, etwa genauso viele kalkulieren mit einem Minus von 25 bis 50 Prozent.

GOTTESDIENSTLOSE ZEIT SCHMERZT EKD-RATSVORSITZENDEN

Das Verbot von Gottesdiensten ausgerechnet in der Fasten- und Osterzeit schmerzt den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm. «Wir erleben eine Situation, die wir so noch nie hatten. Es tut erstmal einfach weh, weil die Kraftquelle, die ein solcher Gottesdienst für uns bedeutet, nicht mehr zugänglich ist», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Wir müssen damit rechnen, dass um Ostern herum die Zahl der Corona-Toten deutlich gestiegen sein wird. In dieser Situation deutlich zu machen, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, das ist die Aufgabe unserer Osterpredigten.»

KEINE OSTERMÄRSCHE

Das Coronavirus verhindert in diesem Jahr auch die traditionellen Ostermärsche der Friedensbewegung. Die Auflagen zur Eindämmung der Pandemie «machen eine Durchführung von Veranstaltungen oder Demonstrationen unmöglich», teilten die Organisatoren in Frankfurt mit. Viele Basisinitiativen riefen dazu auf, über Ostern Friedenszeichen, Banner, Fahnen und Symbole aus den Fenstern zu hängen, an Autos, Fahrrädern und Jacken zu befestigen.

KRIMINELLE NUTZEN CORONA-ANGST

Kriminelle und organisierte Banden machen sich nach den Beobachtungen von Europol die Corona-Angst der Menschen zunutze. Sie hätten ihre Methoden schnell angepasst und profitierten von der Krise, warnte die europäische Polizeibehörde in Den Haag. Ermittler registrierten mehr Fälle von Cybercrime, Betrug, Diebstahl und Fälschungen. So gäben sich Kriminelle zum Beispiel vermummt mit Gesichtsmasken und in Schutzanzügen an der Haustür als Behördenmitarbeiter aus und erklärten, sie müssten Corona-Tests machen. Während einer von ihnen die Bewohner ablenke, raube der andere die Wohnung aus. Die Betrüger profitierten auch von der großen Nachfrage nach Schutzartikeln. So würden im Internet dubiöse Corona-Test-Kits mit Preisen von bis zu 300 Euro angeboten.

JOHANNES B. KERNER HAT CORONA ÜBERSTANDEN

Nachdem der Moderator Johannes B. Kerner Mitte März positiv auf das Coronavirus getestet worden war, darf der Hamburger nun endlich wieder raus. Prompt geriet er beim Spaziergang an der Alster in eine Polizeikontrolle. «Die haben mich angehalten und wollten auch dieses Schreiben sehen. Und das habe ich ihnen natürlich gezeigt», sagte der 55-Jährige in der Sky-Sendung «Matze Knops Homeoffice». Es ging um das Schreiben des Gesundheitsamtes, in dem steht, dass seine Quarantäne nun aufgehoben ist. Langeweile sei das schärfste Symptom seiner Erkrankung gewesen, berichtete Kerner. Auch soziale Kontakte hätten ihm gefehlt. «Das ganze digitale Zeug (..) kann das nicht ersetzen.»


USA das Land mit den meisten bestätigten Coronavirus-Fällen

WASHINGTON: Die Vereinigten Staaten haben nach Angaben von US-Experten inzwischen mehr bekannte Coronavirus-Infektionen als jedes andere Land. In den USA gab es bis Donnerstagnachmittag (Ortszeit) 82.400 bekannte Infektionen, in China rund 81.800 und etwa 80.600 in Italien, wie aus einer Übersicht der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität hervorging. Weltweit gibt es nun mehr als eine halbe Million bestätigte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2.

US-Präsident Donald Trump sagte vor Journalisten im Weißen Haus, die hohe Zahl bestätigter Infektionen in den USA liege daran, dass im Land so viele Tests durchgeführt würden. In anderen Ländern wie China wisse man zudem nicht, was die wirklichen Zahlen seien, sagte Trump. Experten gehen davon aus, dass es vielerorts wesentlich mehr Infektionen gibt, als bislang durch Tests bestätigt wurden.

In den USA wurden Johns Hopkins zufolge bislang infolge der Lungenerkrankung Covid-19 mehr als 1.100 Todesfälle gemeldet. Für Italien wurden bislang mehr als 8.000 Todesopfer gemeldet, für China mehr als 3.000. Die Webseite der US-Forscher wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher in der Regel einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Die Pandemie war Ende vorigen Jahres in China ausgebrochen und hatte sich von dort aus weltweit verbreitet. Die Ausbreitung des Virus ist dort jedoch inzwischen ausgebremst.


Neue Strategie: Bulgarien beschließt Massentests auf das Coronavirus

SOFIA: Das ärmste EU-Land Bulgarien will nun Massentests auf das neuartige Coronavirus vornehmen. Es sollen mehr als drei Millionen Tests auf Sars-CoV-2, unter ihnen auch Schnelltests, unter anderem aus China gekauft werden, wie Regierungschef Boiko Borissow und Krisenstabschef Wenzislaw Mutaftschijski am Freitag in Sofia ankündigten. Mit der neuen Strategie im Kampf gegen das Coronavirus macht Bulgarien eine Abkehr von der bisherigen Linie ohne Massen- sowie Schnelltests. Die Massentests sollen bei Zielgruppen im April oder Mai beginnen.

Bei einer Bevölkerung von knapp sieben Millionen Menschen gab es in dem Balkanland bis Freitagnachmittag 293 nachgewiesene Coronavirus-Fälle - drei Todesopfer inbegriffen. Der Krisenstab in Sofia erwartet den Höhepunkt der Coronavirus-Epidemie in Bulgarien um das orthodoxe Osterfest am 19. April.

Die Freizügigkeit der Menschen in dem südosteuropäischen Land ist eingeschränkt. Das Betreten von Parkanlagen sowie Sport- und Kinderplätzen ist verboten. Universitäten, Schulen, Kindergärten und Lokale sind geschlossen. Sport- und Kulturveranstaltungen wurden abgesagt.


Spanische Regierung kauft mangelhafte Corona-Testkits

MADRID: Das von der Coronavirus-Pandemie besonders betroffene Spanien hat mangelhafte Testkits gekauft. Man habe die 9.000 Stück inzwischen zurückgegeben, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Die Vorwürfe der konservativen Opposition, die linke Regierung habe beim Kauf fahrlässig gehandelt, wies das Ministerium zurück. Das Material sei für den gesamten europäischen Raum zugelassen gewesen, hieß es.

Die Diagnosekits hatten nach Angaben von Ärzten und von Experten der konservativ regierten Region Madrid eine Genauigkeit von nur 30 Prozent. Als akzeptabel gelten 80 Prozent. Tests mit dem mangelhaften Material hätten deshalb leicht zu falschen Ergebnissen führen können. Die Verteilung der Kits hatte das Ministerium zuvor bereits aufgenommen.

Die Regierung dementierte auch Berichte, das Material sei in China gekauft worden. Man habe es vielmehr von einem spanischen Lieferanten bezogen. Madrid und die chinesische Botschaft betonten außerdem, die mangelhaften Testkits stünden in keinem Zusammenhang mit dem am Mittwoch verkündeten Geschäft mit China. Madrid hatte mitgeteilt, man werde von dem asiatischen Land Schutzmasken, Testkits, Handschuhe und Beatmungsgeräte für insgesamt 432 Millionen Euro kaufen.

Während Experten immer wieder betonen, breit angelegte Tests in der Bevölkerung seien unerlässlich, um der Pandemie Herr zu werden, herrscht in Spanien ein Mangel an Testkits. Nach Italien ist Spanien mit mehr als 56.000 Infektionen und über 4.000 Toten das vom Virus am schwersten betroffene Land Europas.


Weltweit mehr als halbe Million Coronavirus-Fälle

WASHINGTON: Weltweit haben sich nach Angaben von US-Experten bereits mehr als eine halbe Million Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Bei mehr als 510.000 Menschen rund um den Globus ist eine solche Infektion bestätigt, wie aus einer Übersicht der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität vom Donnerstag hervorgeht. Rund 23.000 Menschen starben demnach inzwischen nachweislich an der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19. Das Virus breitete sich zuletzt rasant aus: Die Zahl der weltweit bekannten Infektionen hatte nach Angaben der US-Universität erst am Samstag die Marke von 300.000 durchbrochen, am Dienstag dann die Marke von 400.000.

Die Webseite der US-Forscher wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher in der Regel einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Die Pandemie war Ende vorigen Jahres in China ausgebrochen und hatte sich von dort aus weltweit verbreitet. Die Zahl der gemeldeten Infektionen ist in China mit fast 82.000 Fällen international derzeit noch am höchsten, die Ausbreitung des Virus ist dort jedoch inzwischen ausgebremst. China hat nach Aufstellung der US-Experten rund 3.300 Tote durch das Virus verzeichnet.

Die Schwerpunkte der Krise haben sich inzwischen verlagert: Besonders schwer getroffen ist Italien mit inzwischen bereits auch mehr als 80.000 gemeldeten Infektionsfällen und mehr als 8.100 Toten. An dritter Stelle rangieren die USA, wo die Zahl der Infektionen zuletzt dramatisch in die Höhe geschnellt ist. Dort gibt es der Johns-Hopkins-Universität zufolge inzwischen rund 75.000 Fälle und mehr als 1.000 Tote durch das Virus.


Australien: Heimreise der deutschen Kreuzfahrt-Passagiere gesichert

CANBERRA/BONN: Die Heimreise der wegen mehrerer Corona-Fälle vor Australien gestrandeten rund 830 Passagiere eines deutschen Kreuzfahrtschiffs ist gesichert. «Bis Ende des Wochenendes werden fast alle von ihnen in drei Flugzeugen nach Deutschland gebracht», kündigte der australische Finanzminister Mathias Cormann am Freitag im Fernsehsender Sky News an. Die Kranken an Bord der «MS Artania» des Bonner Reiseveranstalter Phoenix würden in Australien behandelt.

Fünf Passagiere und zwei Crewmitglieder an Bord des Schiffs waren am neuartigen Coronavirus erkrankt. Nach Bestätigung der Fälle hatte der Regierungschef des Bundesstaats Westaustralien, Mark McGowan, am Donnerstag gefordert, das Schiff solle die australischen Gewässer unverzüglich verlassen. Die meisten der 832 Passagiere sind Deutsche. An Bord sind daneben rund 500 Besatzungsmitglieder.

Lokale Medien berichteten, dass das Kreuzfahrtschiff nach einem medizinischen Notfall in Fremantle in der Nacht zu Freitag südlich von Perth habe anlegen dürfen. Zwei Passagiere seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Der Notfall stehe in keinem Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung.

Eine Phoenix-Sprecherin hatte bereits am Donnerstagnachmittag gesagt, alle Gäste sollten voraussichtlich am kommenden Wochenende mit eigens gecharterten Flugzeugen aus Australien ausgeflogen werden. Die australischen Behörden und die deutsche Botschaft hätten dies genehmigt. Weiter teilte der Reiseveranstalter mit, man stehe mit dem deutschen Außenministerium und der deutschen Botschaft in Kontakt, um die Gäste wieder an Land und nach Hause zu bringen.


Argentinien: Über 6.000 Festnahmen wegen Ausgangssperre-Verstöße

BUENOS AIRES: Die argentinischen Sicherheitskräfte haben seit Beginn der weitgehenden Ausgangsbeschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie mehr als 6.000 Menschen wegen Verstöße vorübergehend festgenommen. Gegen die 6.191 Verdächtigen im ganzen Land sei Strafanzeige erstattet worden, teilte das Präsidialamt am Donnerstag mit. Zudem beschlagnahmte die Polizei 938 Fahrzeuge. Über 200.000 Menschen seien bei Kontrollen nach Hause geschickt worden, da sie nicht berechtigt gewesen seien, sich im Freien zu bewegen, hieß es in der Mitteilung weiter.

Bislang infizierten sich in Argentinien 503 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus. Neun Patienten starben. Um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, hatte die Regierung Ende vergangener Woche weitreichende Ausgangsbeschränkungen verfügt. Bis zum 31. März dürfen die Menschen landesweit ihre Häuser und Wohnungen nicht mehr verlassen. Erlaubt sind nur Besorgungen in nahe gelegenen Lebensmittelgeschäften und Apotheken. Einige Berufsgruppen sind von der Ausgangssperre ausgenommen: Ärzte, Pfleger und Polizisten, Mitarbeiter in der Lebensmittel-, Pharma- und Petroindustrie, Angestellte von Supermärkten und Apotheken sowie Beschäftigte von Logistikfirmen.


Italien meldet wegen Corona-Sperren weniger Verbrechen

ROM: In Italien ist die Anzahl der Verbrechen im Zuge der Ausgangssperren in der Corona-Krise nach Angaben der Regierung stark gesunken. Von 1. bis 22. März seien etwa 53.000 Straftaten gemeldet worden, 64 Prozent weniger als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, teilte das Innenministerium am Donnerstag mit. Unter anderem Drogendelikte, Kindesmissbrauch und sexuelle Verbrechen seien zurückgegangen. In ganz Italien gilt seit dem 10. März eine Ausgehsperre, nur zum Einkaufen, in einigen Fällen zum Arbeiten oder aus gesundheitlichen Gründen darf man aus dem Haus.

Ähnliche Maßnahmen hat Spanien ergriffen. Dort sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez in einer Rede an die Nation vor ein paar Tagen, in Spanien sei die Kriminalität in der Corona-Krise um 50 Prozent zurückgegangen.


Coronavirus in Großbritannien: Royaler Nachwuchs applaudiert Helfern

LONDON: Moralische Unterstützung von den Kleinsten im Königshaus: Für ihren Einsatz im Kampf gegen das Coronavirus haben die Kinder von Kate und Prinz William den Helfern in Großbritannien gedankt. In einem Video, das der Kensington Palast am Donnerstagabend auf Twitter verbreitete, sind George, Charlotte und der kleine Louis zu sehen, wie sie in die Hände klatschen. Unter dem Hashtag #ClapForOurCarers (Klatscht für unsere Helfer) dankten sie den Ärzten, Pfleger und Krankenschwestern für ihren Einsatz.

Tags zuvor war bekannt geworden, dass der britische Thronfolger Prinz Charles - der Großvater der drei - positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurde. Er habe aber nur milde Symptome und sei ansonsten bei guter Gesundheit, hieß es.

Großbritannien verzeichnete am Donnerstag erstmals mehr als 100 Todesfälle in einem Zeitraum von 24 Stunden durch das neuartige Coronavirus. Wie das Gesundheitsministerium in London mitteilte, starben seit dem Vortag 115 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl der Toten im Vereinigten Königreich stieg damit auf 578 an. Rund 11.700 Menschen waren nachweislich mit dem Virus infiziert.


So schützen wir uns:

Wenn jemand bei sich selbst einen Verdacht auf das Coronavirus hat (hohes Fieber, trockener Husten und Erkrankung der oberen Atemwege), dann kontaktieren Sie bitte zuerst telefonisch Ihren Hausarzt oder eine der Hotline-Nummern, siehe weiter unten. Bitte suchen Sie auf keinen Fall ohne telefonische Voranmeldung eine Arztpraxis oder einen Spital auf. Tests können nur in speziellen Spitälern und Kliniken gemacht werden und sind nur sinnvoll, wenn jemand womöglich Kontakt zu infizierten Personen gehabt hat.

  • Immer wieder gründlich die Hände waschen.
  • Atemmaske und Desinfektionsmittel immer dabei haben.
  • In Taschentuch husten und niesen.
  • Bei Fieber und Husten zu Hause oder im Hotel bleiben.
  • Kein Händeschütteln.
  • Taschentücher in geschlossenem Behälter entsorgen.
  • ​​Halten Sie Abstand zu anderen Personen (z.B. beim anstehen an einer Kasse, Bank, Post etc).
  • Vermeiden Sie die Nähe von Menschenansammlungen.
  • Meiden Sie öffentliche Verkehrsmittel in den Hauptverkehrszeiten.

Unterschied zw. Coronavirus, 2019-nCoV, Sars-CoV-2, Covid-19

Der Erreger (Influenza) wird Coronavirus genannt. Wissenschaftlich wurde zunächst das Kürzel „2019-nCoV“ zugeteilt. Später vergab die WHO den offiziellen Namen "Sars-CoV-2".

Das Kürzel "Covid-19" steht für die Lungenkrankheit, die das Virus auslösen und die durch Atemnot die Todesfälle verursachen kann. Auch dieser Name wurde von der WHO vergeben.

"Sars" steht für Severe Acute Respiratory Syndrome und verursacht ein akutes Krankheitsbild, welches die Atmung betrifft.

"Covid" steht für Corona Virus Disease, also Coronavirus-Erkrankung.

Häufig gestellte Fragen (Deutsch)
Lesen Sie dazu «Häusliche Quarantäne»: Behandlung mit Hausmitteln

Verfolgen Sie auf dieser informativen Novel Weltkarte die Länder und Anzahl mit Coronavirus und Covid-19 infiszierten Personen. 

Thailand: Neue Bestimmungen für deutsche Urlauber (ab 3. März 2020)
Lesen Sie aktuelles auf der Webseite von WHO (Englisch)
Die Hotline des Department of Disease Control kontaktieren Sie über die Nummer 1422.

Schweiz: Infoline Coronavirus
Täglich 24 h über die Tel.Nr.: +41 58 463 00 00 

Deutschland: Hotlines zum Coronavirus
Unabhängige Patientenberatung Deutschland, Tel.Nr.: 0800 011 77 22
Einheitliche Behördenrufnummer - 115 (www.115.de)
Bundesministerium für Gesundheit (Bürgertelefon) - 030 346 465 100
Arzthotline 116 117

Österreich: Infoline Coronavirus
Täglich 24 h über die Tel.Nr.: 0800 555 621


Erneut 55 importierte Fälle in China - Visa ausgesetzt

PEKING: In China ist die Zahl «importierter Fälle» mit dem Coronavirus erneut gestiegen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Freitag mitteilte, wurden 55 weitere Erkrankungen bei Menschen nachgewiesen, die nach China eingereist sind. Insgesamt zählt China damit bereits knapp 600 solcher Fälle.

Aus Angst vor einer zweiten Infektionswelle hatte die Volksrepublik am Donnerstag angekündigt, Ausländer zunächst nicht mehr einreisen zu lassen. Bereits ausgestellte Visa seien vorübergehend nicht mehr gültig. Wie lange der Einreisestopp gelten soll, wurde nicht mitgeteilt. Der Schritt sei erforderlich, weil sich das Virus im Rest der Welt rasant ausbreite, hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums.

Ebenfalls angekündigt wurde eine starke Reduzierung der Flugverbindungen. Ab Sonntag soll jede chinesische Fluggesellschaften nur noch eine Verbindung pro Woche in jedes Land anbieten dürfen. Das gleiche gilt für ausländische Airlines, die nach China fliegen.

Wie aus den offiziellen Zahlen der Gesundheitskommission vom Freitag hervorging, gab es erneut keine lokalen Erkrankungen. In der zentralchinesischen Provinz Hubei, von wo das Virus Sars-CoV-2 sich ab Ende 2019 weltweit auszubreiten, starben jedoch weitere fünf Menschen.

Nach offiziellen Angaben sind bislang 3.292 Menschen in China dem Virus zum Opfer gefallen. Insgesamt wurden auf dem chinesischen Festland 81.340 Infizierte registriert, von denen sich bislang mehr als 74.000 wieder erholt haben.


Südkorea meldet leichten Rückgang von Infektionen,

SEOUL: Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist wieder leicht zurückgegangen. Wie die Gesundheitsbehörden am Freitag mitteilten, kamen am Donnerstag 91 Fälle hinzu. Damit liegt die Zahl der täglich erfassten Fälle seit einigen Tagen um die Schwelle von 100. Bisher wurden in dem Land 9.332 Menschen positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet. Es wurden 139 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus gebracht.

Zwar stellte sich in Südkorea seit dem Höhepunkt Ende Februar mit über 900 Infektionsfällen innerhalb eines Tages ein deutlicher Abwärtstrend ein. Doch warnen die Behörden, dass sich die Zahl wegen einer Zunahme der «importierten» Fälle und durch lokale Häufungen wieder schnell erhöhen könne. Am Donnerstag wurden nach 30 Fällen am Vortag bei weiteren 13 Personen das Virus festgestellt, die aus dem Ausland eingetroffen waren.

Zahlreiche Südkoreaner kehren aus Angst vor einer Ansteckung in Ländern, die eine rasche Ausbreitung des Virus verzeichnen, zurück. Am Freitag traten die verstärkten Einreisekontrollen für Ankommende aus Europa auch für Reisende aus den USA in Kraft. Wer nicht nur für kurze Zeit einreist, sondern einen langfristigen Aufenthalt plant, muss sich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben. Ein Verstoß werde «niemals toleriert», sagte Yoon Tae Ho von der Zentrale für das Katastrophen-Management. Ausländer müssen bei Verstößen mit einer Ausweisung rechnen.

Von den neuen Infektionsfällen stammen die meisten wieder aus dem Südosten des Landes, der am stärksten von dem Covid-19-Ausbruch betroffen ist.


Starker Anstieg der Coronafälle in Neuseeland

WELLINGTON: Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Neuseeland stark gestiegen. Das Land meldete am Freitag 85 neue Fälle, der bisher stärkste Tagesanstieg seit Beginn der Pandemie.

Insgesamt gibt es in Neuseeland jetzt 368 Erkrankungen, wie der Generaldirektor für das Gesundheitswesen, Ashley Bloomfield, bei einer Pressekonferenz am Freitag mitteilte. 37 Patienten seien von Covid-19 genesen, ein Patient sei auf der Intensivstation.


Trump spricht mit Xi über Corona und lobt Zusammenarbeit mit China

WASHINGTON: US-Präsident Donald Trump hat mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping telefoniert und die gute Zusammenarbeit im Kampf gegen die Corona-Pandemie hervorgehoben.

«China ist schon weit vorangekommen und hat ein großes Verständnis des Virus entwickelt. Wir arbeiten eng zusammen. Großer Respekt!», schrieb Trump auf Twitter.

In der zentralchinesischen Provinz Hubei war das neue Virus Sars-CoV-2 Ende vorigen Jahres zuerst aufgetreten. Inzwischen gibt es in China kaum noch Neuerkrankungen. In den USA hat deren Zahl zuletzt dagegen stark zugenommen.


Kanada strikt gegen US-Truppen an der Grenze

OTTAWA: Die kanadische Regierung hat sich entschieden gegen die Stationierung von US-Truppen an der gemeinsamen Grenze zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus ausgesprochen. «Dies ist ein völlig unnötiger Schritt, den wir als schädlich für unserer Beziehungen ansehen würden», sagte die stellvertretende Premierministerin Chrystia Freeland am Donnerstagabend (Ortszeit) in Ottawa.

Kanada und die USA waren im Kampf gegen die Corona-Pandemie übereingekommen, die gemeinsame Grenze für den Personenverkehr weitestgehend zu schließen. Der kanadische Sender CBC News berichtete, Washington plane, rund 1000 Soldaten in die Nähe der Grenze zu schicken. Ein hoher US-Regierungsbeamter sagte, die USA hielten sich «alle Optionen» offen, die Ausbreitung des Virus zu bremsen.


Australien steckt alle Heimkehrer in Quarantäne

CANBERRA: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie schickt die Regierung Australiens alle aus dem Ausland heimkehrenden Bürger für zwei Wochen in Quarantäne. Sie würden direkt vom Flughafen in Hotels oder andere Unterkünfte gebracht, sagte Premierminister Scott Morrison am Freitag in Canberra. Die Kosten der Unterbringung trügen die jeweiligen Bundesstaaten. Die neue Verordnung soll an diesem Samstag ab Mitternacht in Kraft treten.

In Australien gibt es bisher gut 3.000 bestätigte Covid-19-Fälle. Bei mehr als zwei Dritteln der Infizierten handele es sich um Australier, die aus dem Ausland zurückgekehrt seien, sagte Morrison. In den vergangenen Tagen trafen täglich rund 7.000 Australier aus Übersee auf den fünften Kontinent ein. Morrison rief alle Bürger auf, so schnell wie möglich nach Hause zu fliegen. «Es wird nicht sehr lange dauern, dass es sehr schwer wird heimzukehren.»

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