Dax dämmt Minus ein - Grenke-Aktie erholt

Fotomontage: DER FARANG
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FRANKFURT/MAIN: Der Dax hat am Donnerstag seine frühen Verluste zum Handelsende verringert. So schloss der deutsche Leitindex mit minus 0,36 Prozent bei 13.208,12 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Börsentitel gab um 0,25 Prozent auf 27.622,17 Punkte nach. Insgesamt hatten auf der Stimmung die Ergebnisse der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed gelastet.

Die Fed will den Leitzins angesichts der Corona-Krise offenkundig über Jahre hinweg an der Nulllinie belassen. Die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses erwarten überwiegend, dass sich am gegenwärtig niedrigen Zinsniveau bis ins Jahr 2023 nichts Wesentliches ändern wird. Notenbankchef Jerome Powell bekräftigte ferner seine Auffassung, dass der Staat seine finanzielle Unterstützung in der Corona- und Wirtschaftskrise ausweiten müsse.

Letzteres wertete Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets als Belastung für die Aktienmärkte: «Viele Anleger staunten nicht schlecht, als die Fed gestern die Verantwortung der Fiskalpolitik übergab und noch viel größere Konjunkturprogramme forderte als die bislang bereits verabschiedeten». Damit spiele die Fed in der Geldpolitik den Ball zurück an die US-Regierung. Die aber liefere sich vor den Präsidentschaftswahlen mit den Demokraten einen Grabenkampf um Ausgestaltung und Höhe des nächsten Konjunkturpakets.

Die Grenke-Aktien erholten sich um rund 34 Prozent, nachdem sie im Zuge einer Attacke von Leerverkäufern in den vergangenen beiden Tagen um mehr als 50 Prozent eingebrochen waren. Die Investorengruppe Viceroy Research hatte dem Leasing-Anbieter unter anderem Bilanzfälschung vorgeworfen - und vom darauf folgenden Kurseinbruch profitiert. Grenke weist die Vorwürfe zurück.

Unternehmensgründer Wolfgang Grenke verteidigte gegen Handelsende das Franchisesystem des Leasingkonzerns gegen die heftige Kritik der Leerverkäufer. Die Aktien verringerten daraufhin aber einen Teil ihrer Gewinne. Am Freitag will das MDax-Unternehmen erneut Stellung beziehen.

Wie so oft in Phasen schwächerer Börsen gab es überdurchschnittliche Kursverluste bei den Papieren aus dem Automobilsektor. Am Dax-Ende sanken Continental um 1,47 Prozent und damit genauso deutlich wie die Titel des Chipherstellers Infineon, für den die Autoindustrie ein wichtiges Standbein ist.

Dass Delivery Hero die Expansion fortsetzt und für bis zu 230 Millionen Euro die lateinamerikanischen Aktivitäten des Konkurrenten Glovo übernimmt, kam an der Börse gut an. Der Kurs des Lieferanten von Essen stieg an der Dax-Spitze um 2,36 Prozent. Die RWE-Aktien gaben belastet von einer gestrichenen Kaufempfehlung der französischen Bank Societe Generale um 1,90 Prozent nach.

Der EuroStoxx verlor 0,67 Prozent auf 3316,57 Punkte. Ähnlich war das Bild beim französische Cac 40 und beim britischen FTSE 100. In New York lag der Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss nur noch moderat im Minus.

Der Euro rutschte im frühen Handel auf den tiefsten Stand seit Mitte August, erholte sich anschließend aber wieder. Nach Xetra-Schluss wurden 1,1824 US-Dollar dafür bezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1797 (Mittwoch: 1,1869) US-Dollar festgesetzt, der Dollar damit 0,8477 (0,8425) Euro gekostet.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,49 Prozent am Mittwoch auf minus 0,48 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,06 Prozent auf 145,49 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,09 Prozent auf 174,12 Zähler zu.

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