Coronavirus: Aktuelle Kurzmeldungen aus Österreich

Aktuelle Meldungen um Coronavirus und Covid-19

Foto: epa/Christian Bruna
Foto: epa/Christian Bruna

Österreich verlangt von Asylbewerbern bei Einreise Gesundheitszeugnis

WIEN: Angesichts der Coronavirus-Pandemie hat Österreich die Einreise von Asylbewerbern durch extrem hohe Hürden praktisch gestoppt. «Aufgrund der Corona-Epidemie wird Asylwerbern die Einreise verweigert, wenn sie kein gültiges Gesundheitszeugnis vorweisen können», bestätigte der Generalsekretär des Innenministeriums, Helmut Tomac, am Freitag der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Zuvor hatte die «Kronen Zeitung» darüber berichtet. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) hatte am Vormittag in einer Pressekonferenz erklärt, zuletzt hätten nur mehr einige wenige Flüchtlinge um Asyl angesucht. Er sprach von «maximal zwölf pro Tag».


Österreich will massiv auf Antikörpertests setzen

WIEN: Auf dem Weg zu einer schrittweisen Normalisierung des öffentlichen Lebens will Österreich in absehbarer Zeit massiv auf Antikörpertests setzen. «Sie könnten, ich formuliere das sehr bewusst als Konjunktiv, eine große Chance werden», sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitag in Wien. Mit Hilfe dieser Tests, die Antikörper gegen das Virus im Blut nachweisen, könnte der Grad der Immunisierung der Bevölkerung gegen das Coronavirus in einer bestimmten Region oder einer bestimmten Berufsgruppe wie Pflegerinnen ermittelt werden.

Damit seien Aussagen möglich, wer die Krankheit möglicherweise gänzlich ohne Symptome bereits durchgemacht habe und nun gefahrlos arbeiten könne. Diese Tests sollen laut Anschober in zwei, drei Wochen stark eingesetzt werden.

Aktuell seien die täglichen Zuwachsraten bei den Infizierten mit rund 18 Prozent noch zu hoch, um Entwarnung geben zu können, sagte Anschober. Allerdings stimme der Trend durchaus hoffnungsvoll. Am Freitagvormittag waren in Österreich laut Ministerium 7040 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 800 Menschen lagen mit der Lungenkrankheit Covid-19 im Krankenhaus. 128 Patienten waren auf der Intensivstation. 52 Menschen sind in Österreich bisher an der Lungenkrankheit gestorben.

Die eigentlich für Freitag vorgesehene generelle Zwischenbilanz der Regierung zur Wirksamkeit der Maßnahmen wurde auf Montag verschoben. Erst dann lägen aussagekräftige Daten vor, hieß es.

Österreichs Innenminister Karl Nehammer mahnte die Bevölkerung, sich strikt an die Verbote zu halten. Inzwischen gebe es 6900 Anzeigen meist gegen Personengruppen, die sich in Parks oder zu «Corona-Parties» versammelten und sich trotz Aufforderung der Polizei nicht zerstreuten.


Corona-Hotspot Ischgl? Verbraucherschützer sammelt Hinweise

ISCHGL: Die Kritik am Land Tirol und vor allem dem beliebten Wintersportort Ischgl als mögliche Keimzellen des Coronavirus reißt weiterhin nicht ab. Ein österreichischer Verbraucherschützer hat nach eigenen Angaben inzwischen 400 Zuschriften von Menschen gesammelt, die glauben, sich in Tirol mit Sars-CoV-2 infiziert zu haben. «Den Schwerpunkt bilden derzeit deutsche Urlauber mit 356 Meldungen. Bislang betreffen rund 90 Prozent der Meldungen Ischgl und das Paznauntal» teilte Peter Kolba vom Verbraucherschutzverein VSV am Freitag mit. Die Zuschriften sammelt er seit Mittwoch.

Kolba hatte Anfang der Woche zunächst Tirols Landeschef Günther Platter, Landesräte, Bürgermeister und Seilbahngesellschaften bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Diese teilte aber mit, dass sie auf der Grundlage von gesammelten Medienberichten keine Ermittlungen einleiten werde. Daher wolle er nun Zeugen und die Schilderungen von Betroffenen anbieten, «die den Verdacht, dass aus kommerziellen Gründen die Schließung der Ski-Gebiete verzögert wurde, verstärken», erklärte Kolba.

Das Land Tirol wird seit Tagen dafür kritisiert, im Kampf gegen das Coronavirus den Skibetrieb nicht schnell genug eingestellt zu haben. Vor allem Ischgl rückte in den Fokus, weil dort ein Barkeeper einer beliebten Après-Ski-Bar Anfang März positiv auf das Virus getestet wurde und zuvor zahlreiche Gäste angesteckt haben könnte. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft zum Verdacht, dass der positive Coronavirus-Test einer Mitarbeiterin eines weiteren Ischgler Gastronomiebetriebes Ende Februar nicht den Behörden gemeldet wurde.


Arbeiten am Brennerbasistunnel werden zunächst eingestellt

INNSBRUCK: Wegen der Coronakrise werden die Bauarbeiten am Brennerbasistunnel vorübergehend auch von österreichischer Seite eingestellt. Das kündigte der Chef der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), Andreas Matthä, im Interview mit der Wiener Zeitung «Kurier» an. Die ÖBB reagierten damit auf einen ähnlichen Schritt auf italienischer Seite. Außerdem würden die strengen behördlichen Vorschriften zur Bekämpfung der Ausbreitung des Virus speziell im Bundesland Tirol berücksichtigt. Damit sei eine zuletzt auf 2028 terminierte Eröffnung des längsten Eisenbahntunnels der Welt sehr fraglich geworden, hieß es. Inklusive der bereits bestehenden Umfahrung von Innsbruck wird der Tunnel 64 Kilometer lang werden. Er soll den Auto- und Lastwagenverkehr über den Brennerpass vermindern.


«Medis gegen Covid-19» - Plattform für Studenten und Krankenhäuser

GRAZ/BERLIN: Eine von Medizinstudierenden aus Deutschland und Österreich geschaffene Online-Plattform bringt Kliniken und Studenten zur personellen Stärkung des Gesundheitssystems zusammen. «Mehr als 200 Spitäler und medizinische Einrichtungen in beiden Ländern haben sich bei uns gemeldet und Bedarf an Unterstützung bekanntgegeben», sagte Michael Neulinger, Student an der Medizinischen Universität Graz und Co-Initiator, der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Die Plattform medis-vs-covid19.de verbindet zwei Facebook-Gruppen von Medizinstudenten und die Kliniken miteinander. Während die Studierenden auf der Homepage die Kontaktdaten der Kliniken finden, können die Gesundheitseinrichtungen ihre Hilfegesuche in die beiden Facebook-Gruppen senden. Mehr als 23.000 Studierende verschiedener Fachrichtungen sind darin bereits verzeichnet.

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