Corona-Überblick: Kurzmeldungen am Mittwoch

Corona-Überblick: Kurzmeldungen am Mittwoch

Italien will Flughäfen ab 3. Juni öffnen

ROM: Italien will im Zuge der Corona-Pandemie seine Flughäfen ab dem 3.

Juni wieder öffnen. Dann sollten inländische und internationale Reisen wieder erlaubt sein, weshalb Transportbeschränkungen aufgehoben werden könnten, sagte Verkehrsministerin Paola De Micheli am Mittwoch in Rom laut italienischen Nachrichtenagenturen. Italien hatte angekündigt, dass ab dem 3. Juni die Einreise für EU-Bürger wieder möglich sein soll und es für sie keine pauschale Quarantäne mehr geben werde. Bereits seit dieser Woche gibt es wieder mehr Zugverbindungen innerhalb Italiens.


Über 100.000 Corona-Fälle in Peru

LIMA: In Peru ist die Zahl der Corona-Fälle auf über 100.000 gestiegen. Damit ist der Andenstaat nach Brasilien das von der Corona-Pandemie am zweitstärksten betroffene Land in Südamerika. 104.020 Menschen haben sich bislang nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte. Mindestens 3024 Patienten seien im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Um die Ausbreitung von Sars-CoV-2 zu bremsen, hatte die peruanische Regierung zunächst recht strenge Ausgangsbeschränkungen verhängt. Allerdings hielten sich viele Peruaner offensichtlich nicht an die Regeln. Zuletzt wurden die Maßnahmen zudem etwas gelockert.


Brasilien meldet erstmals fast 20.000 neue Corona-Fälle in 24 Stunden

BRASÍLIA: Zum ersten Mal hat Brasilien fast 20.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden registriert. Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete am Mittwoch (Ortszeit) 19.951 neue Corona-Infektionen und 888 Tote im Zusammenhang mit dem Virus. Am Dienstag hatte das Gesundheitsministerium erstmals über 1000 Corona-Tote mehr als am Vortag vermeldet. Nach dem Wochenende, wenn die Labors wieder in voller Besetzung arbeiten, steigen in Brasilien die Zahlen der Corona-Nachweise und der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus gewöhnlich an.

Insgesamt sind in dem mit 210 Millionen Menschen einwohnerreichsten Land Lateinamerikas nach offiziellen Angaben bislang 18.859 Patienten im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, 291.579 Personen haben sich nachweislich infiziert. Brasilien liegt nach den Daten der US-Universität Johns Hopkins bei der Zahl der Todesopfer damit weiter auf Platz sechs, bei der Zahl der Infizierten auf Platz drei der am schwersten betroffenen Länder - hinter den USA und Russland. Die Dunkelziffer dürfte unter anderem wegen fehlender Tests und noch nicht ausgewerteter Laborergebnisse weit höher liegen.

São Paulo, eine der größten Städte Lateinamerikas, bleibt mit 5363 Toten - mehr als China - eine der am schwersten betroffenen brasilianischen Städte. Am Mittwoch begann ein «Mega-Feiertag» bis zum kommenden Montag, für den der Stadtrat mehrere Feiertage aus anderen Monaten vorgezogen hatte. Erfahrungsgemäß gelingt es an Wochenenden und Feiertagen mehr Bewohnern, sich an die Einschränkungen des öffentlichen Lebens zu halten. Einem Bericht des Portals «G1» zufolge begann der Tag mit weniger Autoverkehr als sonst, aber geöffneten Läden und Leuten auf der Straße.


Boliviens Gesundheitsminister in Affäre um Atemgeräte festgenommen

LA PAZ: Boliviens Gesundheitsminister Marcelo Navajas ist wegen Korruptionsvorwürfen in der Covid-19-Pandemie entlassen und festgenommen worden. Dies berichtete die staatliche bolivianische Nachrichtenagentur ABI am Mittwoch. Gegen Navajas wird wegen des Skandals um den Kauf von 170 überteuerten und zudem ungeeigneten Atemgeräten ermittelt. «So soll jegliche Einmischung in die Arbeit der Justiz oder die Behinderung von Ermittlungen vermieden werden», wurde Regierungssprecherin Isabel Fernández zitiert. Auch alle anderen Beamten, gegen die in dem Fall ermittelt wird, sollten entfernt werden, hieß es. Die bisherige Vize-Gesundheitsministerin, Eidy Roca, rückte an die Stelle von Navas.

Der Zeitung «El Deber» zufolge gab Boliviens Regierung mehr als 28.000 US-Dollar (rund 25.600 Euro) pro Atemgerät aus. Nach Angaben des spanischen Unternehmens GP Innova kosten die Geräte aber nur zwischen 6000 und 7500 Euro pro Stück.

In dem Andenstaat haben sich nach offiziellen Angaben bisher 4481 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 189 Patienten sind im Zusammenhang mit dem Virus bislang gestorben.


Entscheidung zu dänischer Grenzöffnung kommt bis zum 29. Mai

KOPENHAGEN : Dänemark will seine Grenzen noch nicht öffnen, lockert aber die Beschränkungen zur Einreise etwas. Spätestens am 29. Mai werde die Regierung neue Informationen zur Grenzsituation veröffentlichen, sagte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am späten Mittwochabend nach fast zwölfstündigen Verhandlungen mit den Spitzen der Parlamentsparteien in Kopenhagen. Ursprünglich hatte sie diese Informationen bis zum 1. Juni angekündigt. Um der Tourismusbranche mehr Sicherheit zu geben, werde dies nun etwas vorgezogen, sagte Frederiksen. Laut Regierungsangaben soll dann «ein Plan für eine kontrollierte und schrittweise Wiedereröffnung des Sommertourismus» stehen.

Dänemark hatte seine Grenzen - darunter auch die nach Deutschland - am 14. März geschlossen. Für Ausländer bedeutete das, dass sie nur noch mit triftigem Einreisegrund ins Land durften. Die Liste dieser Gründe wird nun gemäß einer bei den Verhandlungen getroffenen Vereinbarung für Menschen mit festem Wohnsitz in Deutschland oder Skandinavien ausgeweitet: Ab Montag darf man somit wieder seinen festen Freund oder seine feste Freundin in Dänemark besuchen, auch Großeltern und Geschäftsleuten ist die Einreise erlaubt. Wer ein Sommerhaus in Dänemark besitzt, darf dann ebenfalls wieder ins Land.

Die Grenzschließungen zählten zu den strikten dänischen Maßnahmen im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. Seitdem hat sich die Corona-Lage im nördlichsten deutschen Nachbarland deutlich verbessert, weshalb bereits einige der strikten Maßnahmen zurückgefahren wurden. Schüler bis zur zehnten Klasse sind beispielsweise wieder zurück im Unterricht, Geschäfte, Restaurants und Cafés wieder offen. Frederiksen und die Parteichefs einigten sich nun darauf, dass Museen, Theater, Kinos, Zoos und Aquarien sofort wieder öffnen dürfen, Weiteres soll am 27. Mai folgen.


Maas rechnet mit Einigung über Wiederaufbauprogramm in der EU

BERLIN: Außenminister Heiko Maas (SPD) ist zuversichtlich, dass der Plan von Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron für einen Wiederaufbau nach der Corona-Krise die Basis für eine Einigung in der EU bilden kann. «Ich bin fest davon überzeugt, dass wir eine gemeinsame europäische Antwort auf die Corona-Krise brauchen», sagte Maas der «Welt» (Print Freitag). «Wir haben unseren Vorschlag natürlich mit dem Ziel vorgelegt, damit eine breite Zustimmung zu ermöglichen.» Davon würden am Ende alle profitieren. «Deswegen bin ich auch sehr optimistisch, dass wir eine Einigung erzielen werden.»

Merkel und Macron hatten am Montag ein gemeinsames Konzept für den wirtschaftlichen Wiederaufbau vorgelegt. Danach sollen 500 Milliarden Euro von der EU-Kommission als Kredite am Kapitalmarkt aufgenommen und über den EU-Haushalt als Zuwendungen verteilt werden. Denn wenn die Länder gemeinsam geradestehen, können sie zu günstigeren Konditionen Geld leihen, als das vielen Regierungen im Alleingang möglich wäre. Krisenstaaten wie Italien oder Spanien, aber auch betroffene Branchen könnten Zuschüsse bekommen. Dafür müssen sich aber alle 27 EU-Länder einig werden.

Wichtig sei, dass das Geld in die Zukunft investiert werde, also in den ökologischen und digitalen Umbau der Gesellschaft, sagte Maas. «Die Staaten müssen konkrete Pläne ausarbeiten, wie sie das Geld zur Bewältigung der Krise einsetzen und ihre Wirtschaft widerstandsfähiger machen wollen. Und: Wir wollen Mittel auch an rechtsstaatliche Kriterien knüpfen.»


Tesla lässt Klage gegen Corona-Einschränkungen fallen

PALO ALTO: Der Elektroauto-Hersteller Tesla hat die Klage gegen die Ausgehbeschränkungen in der Corona-Krise am Standort seines Stammwerks in Kalifornien fallengelassen. Der Richter stellte das Verfahren daraufhin ein, wie aus Gerichtsunterlagen von Mittwoch hervorgeht. Tesla hatte den Bezirk Alameda County vor gut zehn Tagen verklagt, weil die Vorschriften zur Coronavirus-Eindämmung aus Sicht der Firma die Wiederaufnahme der Produktion ungerechtfertigterweise verhinderten.

Tesla-Chef Elon Musk hatte damals auch angekündigt, das Werk in einem Verstoß gegen die Vorschriften einfach wieder zu öffnen. Inzwischen erlaubte das Gesundheitsamt im Alameda County, dass Tesla das Hochfahren des Werks vorbereiten und dafür auch mehr Mitarbeiter an ihren Arbeitsplatz holen darf. Unklar ist bisher, wie viele der rund 10.000 Beschäftigten wieder in die Fabrik kommen. Tesla bekam vor einigen Tagen auch Besuch von der örtlichen Polizei, die die Einhaltung von Vorsichtsmaßnahmen wie der Nutzung von Masken überprüfte.

Kalifornien erlaubt insgesamt eine vorsichtige Öffnung von Betrieben. Im Alameda County, einem Bezirk in der Nähe von San Francisco, in dem das Tesla-Werk in Fremont liegt, verlängerte jedoch zunächst bis Ende des Monats Ausgehbeschränkungen, die eine Ausbreitung des Coronavirus verhindern sollen.


Wall Street: Dow macht Vortagesverlust nahezu wett

NEW YORK: Weitere Lockerungen von Beschränkungen in den USA wegen der Coronavirus-Pandemie haben den Anlegern an der Wall Street und der Nasdaq neuen Mut gemacht. Zudem stützte am Mittwoch auch die fortgesetzte Erholung am Ölmarkt. Auftrieb kam insbesondere nach den neuen US-Lagerdaten. Diese deuten auf eine wesentlich entspanntere Situation hin, nachdem noch wenige Wochen zuvor wegen eines extremen Überangebots die Lagerkapazitäten knapp zu werden drohten. Von dem Konjunkturbericht der US-Notenbank indes gingen kaum Impulse aus. Er bot nichts wirklich Neues. Vielmehr bekräftigte die Fed erneut ihren Willen, all ihre Mittel zu nutzen, um gegen die Corona-Krise anzugehen.

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial beendete den Handel mit plus 1,52 Prozent auf 24.575,90 Punkte und machte damit seine Vortagesverluste wieder nahezu wett. Der marktbreite S&P 500 stieg um 1,67 Prozent auf 2971,61 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 rückte um 2,01 Prozent auf 9485,02 Punkte vor.


Weißes Haus: Ende von US-Einreisestopp aus Europa nicht absehbar

WASHINGTON: Ein Ende des Einreisestopps für Ausländer aus Europa in die USA ist nach Angaben des Weißen Hauses derzeit nicht absehbar. «Wir haben noch keinen Zeitplan dafür», sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Washington. «Das vorrangige Anliegen des Präsidenten ist die Sicherheit der Amerikaner. Diese Reisebeschränkungen haben Leben gerettet.» US-Präsident Donald Trump wolle zunächst sicherstellen, dass Leben von Amerikanern nicht gefährdet würden, bevor die Einreisestopps aufgehoben würden.

Bei der Ankündigung des Einreisestopps Mitte März hatte US-Präsident Donald Trump gesagt, dass die Regelung auf 30 Tage begrenzt sei. Mitte April hatte er angekündigt, dass sie in Kraft blieben, bis es den vom Coronavirus stark betroffenen Ländern in Europa besser gehe. Reisende aus dem Schengenraum, Großbritannien und Irland dürfen nicht in die USA einreisen, solange die Beschränkungen in Kraft sind. Ausgenommen sind nur US-Amerikaner, bestimmte Diplomaten und Europäer, die eine langfristige Arbeitsgenehmigung in den USA haben, eine sogenannte «Green Card». Auch deren Angehörige sind ausgenommen.


Stars geben ihre Social-Media-Profile an Experten

NEW YORK: In der Corona-Krise übergeben Stars wie Julia Roberts, Sarah Jessica Parker und Hugh Jackman ihre Social-Media-Profile zeitweise an Wissenschaftler und Krankenhaus-Mitarbeiter. Mit der Kampagne «PassTheMic» sollen die Experten ab Donnerstag so drei Wochen lang eine größere Reichweite erzielen können, wie die Organisatoren der Wohltätigkeitsorganisation One Campaign am Mittwoch mitteilten.

Als erstes werde Hollywod-Star Roberts ihre Social-Media-Kanäle zeitweise an den US-Virologen Anthony Fauci übergeben, der die US-Regierung im Umgang mit der Pandemie berät. Danach sind Stars wie Connie Britton, Shailene Woodley, Penelope Cruz, Millie Bobby Brown Rita Wilson und Robin Wright dran. Neben Wissenschaftlern sollen so unter anderem Wirtschafts-Experten, Krankenhaus-Mitarbeiter und andere Menschen in systemrelevanten Berufen zu Wort kommen.


Neue Daten zur Lage am US-Arbeitsmarkt inmitten der Corona-Krise

WASHINGTON: Das US-Arbeitsministerium veröffentlicht am Donnerstag (14.30 Uhr MESZ) erneut die wöchentliche Zahl neuer Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Seit Mitte März haben in den USA bereits mehr als 36 Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren Job verloren - so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. Experten rechnen wegen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit in der größten Volkswirtschaft der Welt.

Die neuen Zahlen am Donnerstag werden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche bis einschließlich 16. Mai zeigen. In der Vorwoche hatte es drei Millionen Neuanträge gegeben. Analysten rechneten nun mit weniger Anträgen, da viele Bundesstaaten begonnen haben, ihre wegen der Pandemie verhängten Ausgangsbeschränkungen wieder zu lockern. Viele Geschäfte, Fabriken und Restaurants dürfen inzwischen wieder unter Auflagen öffnen, was sich positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken dürfte.

Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des US-Arbeitsmarkts. Die Arbeitslosenquote lag im April bereits bei 14,7 Prozent. Wegen Fehlern bei der Erhebung der Daten warnte die zuständige Behörde jedoch, dass die Quote bereits bei etwa 20 Prozent liegen dürfte. Die Mai-Statistik wird erst Anfang Juni veröffentlicht. Vor der Zuspitzung der Pandemie hatte die Arbeitslosenquote noch bei niedrigen 3,5 Prozent gelegen.


Athen öffnet Tourismus und greift Wirtschaft unter die Arme

ATHEN: Athen wird in den nächsten Monaten Unternehmen sowie Arbeitnehmern mit 24 Milliarden Euro unter die Arme greifen und seinen Tourismus neu starten. Dies teilte am Mittwoch der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis im Staatsfernsehen mit. Das Motto sei: «Arbeitsplätze erhalten, Senkung der Steuern, Stärkung der unternehmerischen Tätigkeit», sagte Mitsotakis.

Der wichtigste Wirtschaftsbereich des Tourismus werde am 1. Juli wieder neu starten. Die ersten Hotels sollen bereits am 15. Juni aufmachen. Am 1. Juli werde es dann auch Direktflüge zu den griechischen Inseln geben. Griechenland wird in den nächsten Tagen die Länder bekanntgeben, deren Bürger nicht unter Quarantäne gestellt werden brauchen. Dies teilte der griechische Tourismusminister, Charis Theocharis, mit. Unter diesen Ländern seien Deutschland, die baltischen Staaten sowie Staaten des Balkan, hieß es.

Die Tourismusindustrie ist einer der wichtigsten Wirtschaftsbereiche Griechenlands. 2019 besuchten nach Angaben der Hotelkammer 33 Millionen Touristen das Land. Athen hatte bereits im Februar Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus getroffen. Das Land weist eine der niedrigsten Sterberaten in Zusammenhang mit dem Coronavirus auf.


Air France-KLM mustert wegen Corona-Krise A380-Flotte aus

PARIS: Die angeschlagene Fluggesellschaft Air France-KLM stellt wegen der Corona-Krise den Betrieb seiner A380-Flotte ein. Die Flotte sei derzeit am Boden und werde nicht wieder fliegen, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Mittwoch. Die Ausmusterung des größten Passagierjets der Welt war ursprünglich für 2022 vorgesehen. Air France-KLM hat insgesamt neun A380-Jets in seiner Flotte, einige davon sind im Besitz der Airline, andere geleast, hieß es in einer Mitteilung. Airbus hatte bereits Anfang 2019 das Ende der Produktion des A380 mangels Nachfrage verkündet.

Die Jumbojets sollen durch Flugzeuge der neuen Generation ersetzt werden - darunter der Airbus-Jet vom Typ A350 und der Boeing-Langsteckenjet 787. Die entsprechenden Auslieferungen dauerten noch an, hieß es. Die Ausmusterung diene dazu, die Flotte mit moderneren, leistungsfähigeren Flugzeugen mit deutlich verringerter Umweltbelastung wettbewerbsfähiger zu machen.

Die Auswirkungen der Ausmusterung des Airbus A380 würden auf 500 Millionen Euro geschätzt und im zweiten Quartal 2020 als langfristige Kosten und Aufwendungen verbucht. Die gesamte Luftfahrtbranche steht aktuell wegen des Zusammenbruchs des internationalen Geschäfts- und Urlaubsreiseverkehrs stark unter Druck.


Weitere Lockerungen der Corona-Quarantäne in der Ukraine ab Freitag

KIEW: Die Ukraine wird in der Corona-Krise ab Freitag ihre strengen Quarantänemaßnahmen weiter lockern. Busse und S-Bahnen in den Städten und Regionen sollten ihren Betrieb wieder aufnehmen, wenn die Infektionszahlen in den Gegenden niedrig seien, teilte die Regierung in Kiew am Mittwoch mit.

Landesweite Verbindungen soll es nach Angaben des Regierungschefs Denis Schmygal vorerst nicht geben. Wenn sich die Lage in der Ex-Sowjetrepublik zuspitze, könnten die Regeln wieder verschärft werden, hieß es. Das osteuropäische Land hatte Mitte März mit harten Beschränkungen auf die Pandemie reagiert. Ausländern wurde die Einreise verboten, Schulen und Universitäten sind geschlossen. Landesweit wurden seit Anfang März 19.230 Infektionen mit Sars-CoV-2 registriert. 564 Menschen sind bislang in der Ukraine im Zusammenhang mit der Pandemie gestorben.

Ab Montag sollen auch in den drei Großstädten Kiew, Charkiw und Dnipro die U-Bahnen wieder fahren. Zudem werden Kindertagesstätten geöffnet. Auch Grenzübergänge sollen für Ukrainer und Ausländer mit Aufenthaltstitel teilweise wieder geöffnet werden. Das gelte für das Nachbarland Moldau und Länder der Europäischen Union. Flüge ins Ausland werden ab Juni angepeilt.


Dänisches Gesundheitsinstitut warnt vor Risiken von Grenzöffnung

KOPENHAGEN: Dänemarks nationale Gesundheitsexperten haben vor dem Risiko neuer Corona-Infektionen im Falle einer Öffnung der dänischen Grenzen gewarnt. Ein solcher Schritt könne mit sich führen, dass Erkrankte ins Land einreisten und dadurch neue Infektionsketten entstehen könnten, schrieb das staatliche Gesundheitsinstitut SSI nach Angaben der Nachrichtenagentur Ritzau am Mittwoch in einem neuen Bericht. Dies könne sich auf die Infektionszahlen in Dänemark auswirken. Zudem kämen dadurch mehr Menschen in Urlaubsgebiete, was das Risiko einer Ausbreitung bereits bestehender Fälle steigere.

Konkret berechnen lässt sich das Risiko für Neuinfektionen im Falle von Grenzöffnungen demnach nicht. Es hänge letztlich vom Covid-19-Aufkommen in dem entsprechenden Heimatland der Reisenden ab. Dänemark hat Land- und Seegrenzen nach Deutschland, Norwegen und Schweden. Während die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Deutschland und Norwegen ähnlich gut eingedämmt wurde wie in Dänemark, ringen die Schweden weiterhin mit deutlich höheren Zahlen als der Rest Skandinaviens.

Regierungschefin Mette Frederiksen wollte am Mittwoch mit den Spitzen der dänischen Parlamentsparteien über eine weitere Lockerung der Corona-Maßnahmen sprechen. Der SSI-Bericht sollte als Leitfaden für die Verhandlungen dienen. Es wurde vorab damit gerechnet, dass die Grenzsituation eine der wichtigsten Fragen bei den Gesprächen sein wird. Mehrere Oppositionsparteien dringen auf eine sofortige Öffnung der Grenzen zumindest nach Deutschland und Norwegen. Deutsche Gäste sind besonders für die Ferienhausbetreiber an der dänischen Küste wichtig.


Autoindustrie kann auf EU-Hilfen hoffen

BRÜSSEL: Die von der Corona-Krise stark getroffene Autoindustrie kann auf Unterstützung aus dem Haushalt der Europäischen Union hoffen. In einem Arbeitspapier der EU-Kommission wird vorgeschlagen, in den kommenden zwei Jahren 20 Milliarden Euro in ein Programm zu investieren, das Verbraucher zum Kauf sauberer Neuwagen animiert. Zudem könnte es 40 bis 60 Milliarden Euro für Investitionen in emissionsfreie Antriebe sowie weitere Mittel für Elektroladesäulen und Tankstellen für Alternativkraftstoffe geben.

Über den Vorschlag berichtete am Mittwoch unter anderem die «Süddeutsche Zeitung». Der Deutschen Presse-Agentur liegt das entsprechende Papier ebenfalls vor.

Die EU-Kommission will am kommenden Mittwoch einen neuen Vorschlag für die EU-Finanzen von 2021 bis Ende 2027 vorlegen. Er soll auch einen Wiederaufbau-Plan für die von der Corona-Pandemie schwer gebeutelte Wirtschaft umfassen.


Maas sieht Fortschritte bei Beratungen über Sommerurlaub

BERLIN: Außenminister Heiko Maas hat sich nach ersten Beratungen mit den Nachbar- und Urlaubsländern der Deutschen zuversichtlich zum Abbau der Reisebeschränkungen noch vor den Sommerferien geäußert. «Wir hoffen, dass wir die weltweite Reisewarnung zumindest für die Europäische Union nach dem 14. Juni wieder aufheben und durch abgestufte Reisehinweise ersetzen können», sagte er am Mittwoch. In den ersten beiden Beratungsrunden sei man diesem Ziel «ein gutes Stück näher gekommen».

Maas hatte am Montag mit seinen Amtskollegen aus zehn der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen und am Mittwoch mit den Außenministern der neun Nachbarländer beraten. Beide Videokonferenzen dienten dazu, die Aufhebung von Grenzkontrollen wegen der Corona-Pandemie und die Lockerung von Quarantänemaßnahmen mit Blick auf den Sommerurlaub vorzubereiten. Außerdem ging es darum, wie der Schutz der Urlauber vor einer Infektion gewährleistet werden kann.

«Wir wollen auch in diesem Jahr der Corona-Krise einen europäischen Sommerurlaub möglich machen - aber unter verantwortbaren Umständen», sagte Maas. Er betonte erneut, dass sie Sicherheit dabei im Vordergrund stehen müsse und nicht der Profit: «Klar ist: Wir wollen kein europäisches Wettbieten um Touristen.»


Trump erwägt G7-Gipfel doch als reales Treffen - nicht per Video

WASHINGTON: US-Präsident Donald Trump erwägt, den diesjährigen G7-Gipfel nun doch als reales Treffen und nicht per Video abzuhalten. Trump schrieb am Mittwoch auf Twitter, da sich das Land von der Corona-Krise erhole, denke er darüber nach, die Zusammenkunft am ursprünglich geplanten Termin oder an einem «ähnlichen Datum» in Camp David, dem Landsitz des US-Präsidenten, zu veranstalten. Dies wäre ein großartiges Signal der Normalisierung, erklärte er. Die anderen Länder starteten auch bereits ihr Comeback.

Die US-Regierung hatte im März das für Mitte Juni in den USA geplante Gipfeltreffen der sieben führenden Wirtschaftsnationen wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt und stattdessen eine Videokonferenz angesetzt. Der Gipfel hätte den ursprünglichen Plänen nach vom 10. bis 12. Juni in Camp David stattfinden sollen. Was genau nun aus der Zusammenkunft wird, ist nach Trumps Tweet offen.

Der US-Präsident ist 2020 Gastgeber des G7-Gipfels und konnte damit den Ort auswählen. Zu der «Gruppe der Sieben» gehören neben den USA Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan.


Südkoreanische Schüler gehen nach Corona-Pause wieder zu Schule

SEOUL: Nach wochenlanger Verschiebung des Unterrichtsbeginns wegen der Coronavirus-Krise drücken in Südkorea landesweit die ersten Schüler wieder die Schulbank. Hunderttausende Schüler der Oberschule waren am Mittwoch die ersten, die wieder die Klassenzimmer betreten haben, wie südkoreanische Sender berichteten. Die Lehrer empfingen die Schüler, die Schutzmasken tragen mussten, am Eingang mit Fieberthermometern und Handdesinfektionsmitteln. In einigen Schulen waren die Tische in den Klassenräumen mit Plexiglasscheiben voneinander getrennt.

Auch der Schulstart verlief jetzt nicht überall ohne Probleme. In der westlichen Küstenstadt Incheon wurden die Schüler an 66 Schulen vor Mittag wieder nach Hause geschickt, wie die nationale Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Zwei Schüler seien am selben Tag positiv auf Sars-Cov-2 getestet worden, nachdem sie eine Karaoke-Einrichtung besucht hätten. Südkorea hatte den Virusausbruch in den vergangenen Wochen weitgehend unter Kontrolle gebracht. Wegen einer Häufung von Infektionsfällen unter Clubbesuchern in der Hauptstadt Seoul wurde der Schulstart jedoch zuletzt erneut um eine Woche verschoben.

Die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen stieg unterdessen in Südkorea erstmals seit neun Tagen wieder auf mehr als 30. Am Dienstag seien 32 Fälle hinzugekommen, teilten die Gesundheitsbehörden am Mittwoch mit. Die Gesamtzahl stieg demnach auf 11.110. Von den neuen Fällen wurden die meisten in der Hauptstadtregion nachgewiesen.


Rüffel für dänischen Außenminister wegen Beatmungsgeräten für Italien

KOPENHAGEN: Der dänische Außenminister Jeppe Kofod hat wegen des Angebots alter und unbrauchbarer Beatmungsgeräte an Italien eine politische Rüge des Parlaments erhalten. Dafür sprach sich am Mittwoch eine Mehrheit im dänischen Folketinget aus. Kofod sagte, er bedauere seine Wortwahl und wünsche sich, vorher gewusst zu haben, dass die Geräte nicht coronageeignet gewesen seien.

Dänemark hatte den stark von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Italienern Anfang April angeboten, Atemgeräte zur Behandlung von Corona-Patienten zu schicken. Die Gerätschaften stellten sich aber als älteren Datums und unbrauchbar für die Behandlung von Menschen mit Covid-19-Erkrankung heraus. Auch ein dänisches Feldkrankenhaus ließ sich nicht gebrauchen. Kofod hatte die Hilfe in einer Mitteilung als «solide Handreichung» für Dänemarks «italienische Freunde» bezeichnet. Italien lehnte das dänische Angebot letztlich ab.

Es ist keine Seltenheit, dass im dänischen Parlament Rügen ausgesprochen werden. Konsequenzen hat der Schritt für Kofod nicht.


Millionen neue Arme in Lateinamerika wegen Corona-Krise befürchtet

LIMA: Die grassierende Corona-Pandemie löst in Lateinamerika nach Einschätzung der Nichtregierungsorganisation Aktion gegen den Hunger auch eine wirtschaftliche und soziale Krise aus. Die Pandemie werde in der Region rund 29 Millionen Menschen in die Armut stürzen, teilte die Organisation am Mittwoch mit.

«In einer Gegend, in der bereits vor dem ersten Covid-19-Fall die Versorgung mit Lebensmitteln von einem Drittel der Bevölkerung nicht gesichert war, könnten der prognostizierte Rückgang der Wirtschaftskraft um fünf Prozent und der Anstieg der Arbeitslosigkeit um elf Prozentpunkte die größte Krise des Jahrhunderts auslösen», sagte die Regionalchefin von Aktion gegen den Hunger, Benedetta Lettera.

Wegen der Ausgangssperren und der Schließung von Betrieben und Geschäften können viele Menschen ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen. Die sozialen Sicherungssysteme in Lateinamerika sind meist unzureichend. Auch die Auslandsüberweisungen beispielsweise von Arbeitsmigranten in den USA an ihre Familien in der Region dürften stark zurückgehen. Viele Menschen, die auf der Suche nach Arbeit in die Großstädte gezogen waren, kehren nun in ihre Dörfer zurück. «An den großen Landstraßen warten Gruppen auf eine Mitfahrgelegenheit. Es wurden bereits Fälle von Minderjährigen gemeldet, die auf dem Weg ums Leben gekommen sind», sagte die Direktorin der Aktion gegen den Hunger in Peru, América Arias.


UN: Ernährung von zehn Millionen Kindern in Gefahr

ROM: Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen WFP warnt davor, dass durch die Corona-Krise weltweit die Ernährung von zehn Millionen Kindern in Gefahr gerät. Die Bewegungssperren und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Viruskrankheit könnten zu einer akuten Mangelernährung besonders bei kleineren Kindern führen, erläuterten die Experten am Mittwoch.

Sie befürchten, dass die lebensbedrohliche Form von Unterernährung als Folge der Covid-19-Pandemie um 20 Prozent zunehmen könnte - zumeist in ärmeren Ländern. Die Corona-Ausbreitung gefährde gerade die Familien, die auf Tageslöhne oder Überweisungen von Verwandten aus dem Ausland angewiesen seien.

«Wenn wir jetzt nicht handeln, drohen künftigen Generationen verheerende Verluste an Leben, Gesundheit und Produktivität», erläuterte Lauren Landis, WFP-Direktorin für Ernährung. Schon heute seien Millionen Kinder unter fünf Jahren und schwangere Mütter auf eine Spezialnahrung angewiesen, die sie von WFP erhielten, hieß es. Die UN-Behörde hat ihren Hauptsitz in Rom.


Migrant stirbt nach Sprung von Quarantäne-Fähre

ROM: Ein Migrant ist nach einem Sprung von einer Quarantäne-Fähre in Italien gestorben. Der Tunesier sei einer von rund 120 Migranten, die vor der Küste Siziliens bei Porto Empedocle wegen der Corona-Pandemie auf der Fähre «Moby Zaza» isoliert worden seien, sagte eine Sprecherin des Roten Kreuzes am Mittwoch.

Seine Leiche wurde nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa rund zehn Kilometer von dem Schiff entfernt an der Küste gefunden. Er sei vermutlich aus einer Höhe von 15 Metern mit Rettungsweste in das Meer gesprungen, möglicherweise um zu fliehen.

Italien hat sich in der Corona-Krise als nicht sicherer Hafen erklärt. Migranten müssen nun in der Regel zwei Wochen auf Schiffen in Quarantäne.


Venetiens Präsident wirbt mit «Covid-freiem» Urlaub

ROM: Die italienische Region Venetien mit der Unesco-Stadt Venedig wirbt um deutsche Urlauber. «Wir sind geöffnet, wir sind die Region, die sofort wieder die Strände geöffnet hat», sagte Regionalpräsident Luca Zaia am Mittwoch vor Auslandsjournalisten in Rom. «Wir sind bereit, Menschen aus aller Welt zu empfangen.» Venetien sei für Deutsche und Österreicher wie «ein Zuhause». Viele Menschen in der Region würden auch Deutsch sprechen. Er garantiere allen Reisenden einen «Covid-freien» Urlaub, weil das Gesundheitssystem der Region exzellent sei. «Ich bin optimistisch, was die Sommersaison angeht.» 

Venedig - die Stadt die normalerweise von Touristen überrannt wird - habe es besonders hart in der Corona-Krise erwischt. Zaia erinnerte an den Unfall letztes Jahr, als ein Kreuzfahrtschiff an einen Pier in Venedig gekracht war. Im vergangenen Herbst kam zudem ein verheerendes Hochwasser dazu. Die gesamte Region verliere durch die Krise rund 50.000 Arbeitsplätze, davon 35.000 im Tourismus, so Zaia.

In der norditalienischen Region war im Februar einer der beiden ersten Corona-Ausbrüche in Italien bekanntgeworden. Im Gegensatz zur Lombardei bekam Venetien die Krise allerdings besser in den Griff, auch weil viel getestet wurde. Die Region zählt insgesamt rund 19.000 Infektionen und 1800 Tote. Italien will ab dem 3. Juni die Grenzen für Besucher aus dem Ausland wieder öffnen.


UN: Entwicklungsgrad könnte erstmals seit 30 Jahren sinken

NEW YORK: Der Grad der menschlichen Entwicklung könnte nach Angaben der Vereinten Nationen in diesem Jahr wegen der Corona-Krise zum ersten Mal seit der Einführung des UN-Entwicklungsindex vor drei Jahrzehnten sinken. Die UN-Entwicklungsagentur UNDP machte dafür am Mittwoch vor allem eine tiefe wirtschaftliche Rezession sowie die Schließung von Bildungseinrichtungen verantwortlich.

Nach UNDP-Schätzungen bekommen 60 Prozent der Grundschüler weltweit momentan keinen Unterricht - so viele wie seit den Achtzigerjahren nicht mehr. Dabei sei die Situation in den Entwicklungsländern deutlich schlimmer als in Industrienationen.

«Die Welt hat in den letzten 30 Jahren viele Krisen erlebt, einschließlich der globalen Finanzkrise 2007 bis 2009. Jede hat die menschliche Entwicklung hart getroffen, aber insgesamt sind weltweit im Vergleich zum Vorjahr Entwicklungsgewinne zu verzeichnen gewesen», sagte UNDP-Chef Achim Steiner. Wegen der Rückschläge in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Einkommen in der Corona-Krise könne es nun aber zum ersten Mal zu einem Rückgang kommen.


Polizei befreit Krankenpfleger in Mexiko aus virtueller Geiselhaft

MEXIKO-STADT: Die Polizei in Mexiko hat 13 Krankenschwestern und Pfleger aus einer virtuellen Geiselhaft befreit. Kriminelle hatten sie per Telefon bedroht und in ihrem Hotel festgehalten, teilten die Staatsanwaltschaft von Mexiko-Stadt und die mexikanische Sozialversicherung in der Nacht auf Mittwoch (Ortszeit) mit. Die Pfleger aus dem Bundesstaat Nuevo León im Norden des Landes waren angesichts der grassierenden Corona-Pandemie zur Unterstützung in die mexikanische Hauptstadt verlegt worden. Die Erpresser behaupteten, Kontrolle über die Überwachungskameras ihres Hotels zu haben und sie anzugreifen, sollten sie das Hotel verlassen.

Nachdem die Krankenschwestern und Pfleger Anzeige erstattet hatten, wurden die von Beamten der Nationalgarde und Mitarbeitern der Staatsanwaltschaft für Entführungsfälle aus dem Hotel geholt. In Mexiko kommt es immer wieder zu sogenannten virtuellen Entführungen. Dabei befinden sich die Opfer nicht wirklich in der Gewalt von Geiselnehmern, sondern werden von ihnen per Telefon oder Textnachrichten bedroht und erpresst.


Ruanda setzt im Kampf gegen Coronavirus auf Roboter-Hilfe

KIGALI: Im Kampf gegen das Coronavirus setzt der afrikanische Binnenstaat Ruanda auf High-Tech-Unterstützung. In der Hauptstadt Kigali sind laut ruandischen Regierungsangaben ab sofort spezielle Roboter im Einsatz, die bei der Untersuchung von Menschen helfen können. Daneben sollen sie in Behandlungszentren auch Ärzte und Schwestern bei der Entdeckung von Auffälligkeiten unterstützen, Daten sammeln und auch Essen an Krankenbetten bringen.

«Diese Roboter werden das Risiko einer Ansteckung des Pflegepersonals mit Covid-19 reduzieren und auch den Übergang von Krankenakten auf Papier zu digitalen Akten ermöglichen», sagte am Mittwoch der Leiter des ruandischen Covid-19-Krisenzentrums und Generaldirektor des nationalen Biomedizinischen Zentrums, Sabin Nsanzimana. Investitionen in den Gesundheitssektor seien gut angelegtes Geld, meinte er. Die dreigliedrigen, weißen Roboter sind etwa 1,40 Meter hoch, haben zwei Greifarme, eine Videokamera und auch einen Bedienungsmonitor. Gebaut hat sie eine auf Medizintechnik spezialisierte belgische Firma.

Ruanda gehört in Afrika zu den Staaten, die am stärksten auf eine rasche Umsetzung der Digitalisierung setzen und hat dafür in der Regierung sogar einen eigenen Ministerposten geschaffen.


Möglicherweise Corona-Infektion durch Nerze - Farmen sollen schließen

DEN HAAG: In den Niederlanden ist möglicherweise erstmals ein Mensch durch einen Nerz mit dem neuen Coronavirus infiziert worden. Neuen Untersuchungen zufolge gelte es als wahrscheinlich, dass sich ein Mitarbeiter einer Nerzfarm bei einem Tier angesteckt hat, teilte das Landwirtschaftsministerium in Den Haag mit. Die Regierung wolle nun die Pelztierzüchter bewegen, Nerzfarmen früher als geplant zu schließen, erklärte Landwirtschaftsministerin Carola Schouten am Mittwoch nach Angaben der Nachrichtenagentur ANP.

Unabhängig von der Corona-Pandemie müssen alle niederländischen Nerzfarmen laut Beschluss des Obersten Gerichtshofes bis 2024 den Betrieb einstellen. Durch Subventionsangebote könnten Betreiber möglicherweise dazu gebracht werden, dies schon eher umzusetzen, erklärte Schouten. Das Ministerium ordnete Untersuchungen der Tiere in allen Nerzfarmen an. Allerdings schätzt die Gesundheitsbehörde RIVM das Ansteckungsrisiko für Menschen außerhalb der Stallanlagen als äußerst gering ein.

Ende April war das neue Coronavirus bei mehreren Nerzen in zwei Zuchtbetrieben in der Provinz Noord-Brabant unweit der Grenze zu Nordrhein-Westfalen festgestellt worden. Um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern, wurden beide Farmen in einem Radius von 400 Metern abgeriegelt. Das Landwirtschaftsministerin ordnete zudem eine Meldepflicht für Nerzzüchter und Tierärzte bei Coronasymptomen an. 


Sewing: Deutsche Bank kann gestärkt aus Corona-Krise hervorgehen

FRANKFURT/MAIN: Die Deutsche Bank ist nach eigener Einschätzung solide genug aufgestellt, um die Corona-Krise ohne größere Blessuren zu überstehen. «Wir sind ein Teil der Lösung und insofern auch überzeugt, dass die Deutsche Bank dort auch gestärkt hervorgehen kann», sagte Konzernchef Christian Sewing bei der Online-Hauptversammlung des Frankfurter Dax-Konzerns am Mittwoch. Die Frage nach Staatshilfen stelle sich für das Institut nicht. «Allerdings ist es momentan nicht möglich final abzuschätzen, was die mittel- und langfristigen Folgen der Krise sein werden.»

Eines sei jedoch klar: «Wir müssen als Deutsche Bank profitabler sein als heute, wenn wir in einer europäischen Konsolidierung eine Rolle spielen wollen», betonte Sewing. Er sei überzeugt, dass der 2019 eingeleitete Konzernumbau «der beste Weg ist, die Deutsche Bank im internationalen Wettbewerb nachhaltig profitabel aufzustellen». Die Bank hat sich zum Beispiel aus einigen Geschäftsfeldern zurückgezogen und das Investmentbanking geschrumpft. Zudem soll bis Ende 2022 die Zahl der Vollzeitstellen um etwa 18.000 auf weltweit 74.000 sinken.


Altmaier: Sicherheitsinteressen im Gesundheitssektor besser schützen

BERLIN: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will deutsche Sicherheitsinteressen im Gesundheitssektor umfassender schützen. Das Bundeskabinett beschloss dazu am Mittwoch vor dem Hintergrund der Corona-Krise Änderungen der Außenwirtschaftsverordnung. Wie das Wirtschaftsministerium mitteilte, greift künftig eine Meldepflicht, wenn Unternehmen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union Anteile von mehr als 10 Prozent an deutschen Firmen erwerben wollen, die Impfstoffe, Arzneimittel oder persönliche Corona-Schutzausrüstung entwickeln oder herstellen.

«Mit der aktuellen Novelle der Außenwirtschaftsverordnung stellen wir sicher, dass die Bundesregierung von kritischen Unternehmenserwerben im Gesundheitssektor erfährt und diese prüfen kann», so Altmaier. «Die aktuelle Corona-Krise zeigt, wie wichtig medizinisches Know-how und eigene Produktionskapazitäten in Deutschland und Europa in Krisensituationen sein können.»

Weitere Vorschläge zur Änderung der Außenwirtschaftsverordnung werde das Ministerium noch im Sommer vorlegen. Mit diesen werde die Novelle des Außenwirtschaftsgesetzes ergänzt, die sich derzeit im parlamentarischen Verfahren befindet.


Schäuble und französischer Amtskollege wollen Aufbauplan bekräftigen

PARIS/BERLIN: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) will die deutsch-französische Initiative für einen Corona-Wiederaufbauplan unterstützen. Schäuble arbeite gemeinsam mit dem Präsidenten der französischen Nationalversammlung, Richard Ferrand, an einer gemeinsamen Erklärung, bestätigte ein Sprecher Schäubles am Mittwoch. Diese solle den Vorschlag demnach bekräftigen und weiterführen. Das Papier wird den Angaben zufolge am Donnerstag kommender Woche bei einer Sondersitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung eingebracht und debattiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatten am Montag ein gemeinsames Konzept für einen Wiederaufbauplan nach Coronavirus-Pandemie vorgelegt. Die 500 Milliarden Euro sollen demnach von der EU-Kommission als Kredite am Kapitalmarkt aufgenommen und über den EU-Haushalt als Zuwendungen verteilt werden. Krisenstaaten wie Italien oder Spanien, aber auch betroffene Branchen könnten Zuschüsse bekommen. Dafür müssen sich aber alle 27 EU-Länder einig werden.

Bei der Sondersitzung der deutsch-französischen Parlamentskammer im Format einer Videokonferenz wird es zudem um die Grenzkontrollen zwischen den beiden Ländern gehen, wie der Bundestag ankündigte. Die Innenminister beider Staaten sollen demnach Fragen der Abgeordneten beantworten. Die Parlamentarische Versammlung besteht aus 50 deutschen und 50 französischen Abgeordneten. Sie kann zwar keine bindenden Beschlüsse fassen und keine Gesetze machen, aber politische Impulse geben.


Achleitner wirbt um Geduld für Umbau bei Deutscher Bank

FRANKFURT/MAIN: Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner wirbt bei den Aktionären um Geduld angesichts des Konzernumbaus in schwierigen Zeiten. «Es war richtig und wichtig für die Deutsche Bank, sich neu aufzustellen. Diese Strategie ist die Grundlage dafür, unsere Bank wieder nachhaltig profitabel zu machen», sagte Achleitner am Mittwoch bei der Online-Hauptversammlung des Frankfurter Dax-Konzerns. «Ich weiß, dass viele Menschen angesichts unserer wechselhaften Geschichte in der jüngeren Vergangenheit immer noch Zweifel haben. Ich persönlich bin da viel zuversichtlicher.»

Nach fünf Verlustjahren in Folge stellt sich Deutschlands größtes Geldhaus angesichts der Corona-Pandemie auch 2020 auf Rückschläge ein. «Natürlich werden wir im zweiten oder dritten Quartal sicherlich Corona-Effekte sehen», hatte Konzernchef Christian Sewing anlässlich der Veröffentlichung der Zahlen für das erste Quartal Ende April gesagt.

In der vorab veröffentlichten Rede Sewings zur Hauptversammlung kündigte der Manager an, dass die wegen der Corona-Krise vorübergehend auf Eis gelegten Gespräche zum Stellenabbau wieder aufgenommen werden. Bis Ende 2022 soll die Zahl der Vollzeitstellen im Konzern um etwa 18.000 auf weltweit 74.000 sinken.


Zusammenkünfte in Gotteshäusern in Israel wieder möglich

TEL AVIV: Zusammenkünfte von Gläubigen in Gotteshäusern wie Kirchen, Moscheen und Synagogen sind seit Mittwoch in Israel unter Auflagen wieder möglich. Die Regierung hat entsprechende Lockerungen der im Zuge der Corona-Pandemie verhängten Einschränkungen beschlossen. Allerdings sind diese an Verpflichtungen gebunden. Dazu gehören neben einer Begrenzung der Teilnehmerzahl auf 50 unter anderem Hygiene-Konzepte, das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen und Mindestabstände von zwei Metern. Einige der wichtigsten Stätten von Judentum, Christentum und Islam liegen in Israel.

Erlaubt sind in dem Land künftig auch wieder Strandbesuche, allerdings muss dort weiter auf Abstandsregeln geachtet werden. Auch Museen dürfen wieder öffnen. Die Besucherzahl wird vorerst auf eine Person pro 15 Quadratmeter begrenzt.

Die israelische Regierung hatte harte Auflagen in der Corona-Pandemie beschlossen und das öffentliche Leben stark eingeschränkt. Zuletzt lockerte sie schrittweise Beschränkungen. Das Land ist bislang vergleichsweise glimpflich durch die Pandemie gekommen.


Corona-Notstand in Tokio: Zunehmend Beschwerden über Lärmbelästigung

TOKIO: Der in Japans Hauptstadt Tokio noch andauernde Notstand wegen der Corona-Pandemie hat zu einer Häufung von Beschwerden wegen Lärmbelästigung unter Nachbarn geführt. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch berichtete, gingen bei der Polizei im März und April mehr als 24.000 Telefonanrufe ein, bei denen sich die Anrufer wegen Lärmbelästigung beschwerten. Das sei ein Anstieg um 28,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In einem extremen Fall war ein Bauarbeiter von einem Nachbarn erstochen worden. Japans Wohnhäuser sind bekannt für dünne Wände.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus waren die Schulen geschlossen worden. Seit Anfang April gilt zudem der Notstand, weswegen die Bürger zu Hause bleiben sollen. Der Notstand gilt noch bis zum 31. Mai, allerdings sind die täglichen Neuinfektionen deutlich gesunken.


Berlins Hotelbranche hofft auf deutlich mehr Touristen vom 25. Mai an

BERLIN: Die Berliner Hotelbranche rechnet nach herben Einbrüchen in der Corona-Krise mit einer langsamen Erholung. Es sei sehr zu hoffen, dass der Berlin-Tourismus schon im Sommer wieder deutlich anziehe, sagte Thomas Lengfelder, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes Berlin (Dehoga). «So richtig daran glauben kann ich noch nicht - es wird Jahre dauern, bis wir die tollen Zahlen aus dem Jahr 2019 wieder erreichen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Außer es wird schnell ein Impfstoff entwickelt, und die Gesamtwirtschaft erholt sich doch schneller, als wir alle denken.» Vom 25. Mai an dürfen in Berliner Hotels wieder Touristen übernachten.

2019 kamen rund 14 Millionen Besucher nach Berlin, die Zahl der Übernachtungen stieg auf 34,1 Millionen - ein Rekordjahr. Die Auslastung der Hotels lag bei 80 Prozent. Lengfelder erwartet, dass sie 2020 deutlich darunter bleibt. «Wenn die Hotels zum Ende des Jahres nur 30, 40 Prozent Belegung erzielen, wäre das fürchterlich», so der Dehoga-Geschäftsführer. «Es ist das schlimmste Jahr, das ich jemals miterlebt habe, und ich war auch viele Jahre Hotelier.»

Burkhard Kieker, Chef der Berliner Tourismusgesellschaft Visit Berlin, rechnet damit, dass zunächst vor allem Touristen aus Deutschland zurückkommen. «Wir haben Gott sei Dank einen starken Heimatmarkt. Der Anteil der ausländischen Touristen lag zuletzt um 45 Prozent.» Ein Problem sei, dass gerade die für Berlin wichtigsten Märkte wie Großbritannien, Italien, Spanien und die USA besonders von der Corona-Pandemie betroffen seien. «Aus diesen Ländern freuen wir uns, wenn Gäste kommen. Ich bin aber nicht sicher.»

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