Buchmann springt auf Platz fünf der Tour de France

Verlierer Pinot

Foto: epa/Guillaume Horcajuelo
Foto: epa/Guillaume Horcajuelo

ALBI (dpa) - Von wegen langweilige Sprintetappe! Auf dem zehnten Teilstück der Tour de France ist das Gesamtklassement nach einer Windkantenattacke durcheinander geraten. Buchmann gehörte zu den Gewinnern und ist nun Fünfter.

Emanuel Buchmann als großer Gewinner der Windlotterie, schwerer Rückschlag dagegen für Frankreichs Rundfahrt-Hoffnung Thibaut Pinot: Auf der eigentlich harmlosen zehnten Etappe der 106. Tour de France wurde das Gesamtklassement kräftig durcheinandergewirbelt. Während mehrere Favoriten ins Hintertreffen geraten sind, hat Buchmann bei dem Windkantenmanöver den Durchblick bewahrt und beim Tagessieg des Belgiers Wout van Aert aus dem Tony-Martin-Team einen Sprung auf den fünften Platz der Gesamtwertung gemacht.

Für mehrere Favoriten gab es dagegen auf dem 217,5 Kilometer langen Teilstück von Saint-Flour nach Albi ein böses Erwachen. Der bislang so überragende Franzose Pinot, der Däne Jakob Fuglsang, Rigoberto Uran aus Kolumbien und Richie Porte aus Australien verloren dagegen weit mehr als eine Minute, was in der Endabrechnung noch sehr teuer werden könnte. Die französischen Gastgeber konnten sich wenigstens damit begnügen, dass Julian Alaphilippe weiter in Gelb fährt.

«Im Moment ist der fünfte Platz noch nichts wert. Ich will das nicht überbewerten. Jetzt kommen erst die richtigen Bergetappen», sagte Buchmann, der 1:45 Minuten hinter Alaphilippe liegt.

Jubeln durfte mal wieder Tony Martin, nach dem vierten Sieg seiner Jumbo-Visma-Equipe. Die längste Durststrecke der deutschen Radprofis seit 2010 konnte der viermalige Weltmeister aber auch nicht verhindern. Deutsche Fahrer spielten im Tagesklassement erneut keine Rolle. So schlecht waren die deutschen Asse letztmals vor neun Jahren, als es gar keinen Erfolg gab.

Mit dem Gelben Trikot auf den Schultern geht der Franzose Alaphilippe in den ersten Ruhetag. Der französische Publikumsliebling liegt nun 1:12 Minuten vor dem walisischen Titelverteidiger Geraint Thomas. «Man darf ein bisschen träumen. Ich werde versuchen, das Maillot Jaune so lange wie möglich zu tragen. Ich weiß aber, dass ich die Tour nicht gewinnen kann. Es wird in den Bergen keine Überraschungen geben», sagte Alaphilippe, der bereits zum sechsten Mal das Gelbe Trikot überstreifen konnte.

In Gefahr war das Objekt der Begierde am Montag nicht. Erwartungsgemäß nutzten die Sprinter eine der wenigen Chancen bei der diesjährigen Tour. Und da schlug van Aert erstmals zu. Der dreimalige Cross-Weltmeister ist bereits der dritte Sieger aus der Jumbo-Mannschaft, dazu gewann die Mannschaft das Teamzeitfahren in Brüssel.

Peter Sagan konnte dagegen in Albi seinen Sieg von 2013 nicht wiederholen und wurde Fünfter. Immerhin hat sich der dreimalige Weltmeister bereits einen großen Vorsprung im Rennen um das Grüne Trikot herausgefahren, in Paris könnte er mit dem siebten Sieg in der Punktewertung den früheren deutschen Topsprinter Erik Zabel hinter sich lassen.

Für Zabel und auch dessen Sohn Rick herrscht beim Team Katusha-Alpecin weiter Unklarheit über die Zukunft. Am ersten Ruhetag werde entgegen der ursprünglichen Planung keine Entscheidung fallen, wie Teamsprecher Falk Nier der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die französische Sporttageszeitung «L'Equipe» hatte in der Vorwoche berichtet, dass das Ende des Teams in der derzeitigen Konstellation besiegelt sei.

Unterdessen haben sich die Befürchtungen beim am Sonntag schwer gestürzten Italiener Alessandro de Marchi bestätigt. Der CCC-Teamkollege von Simon Geschke erlitt einen Schlüsselbeinbruch, eine gebrochene Rippe und eine Lungenquetschung. Außerdem zog er sich Prellungen und eine tiefe Risswunde im Gesicht zu.

Die Tour rollt nach einem Tag Pause am Mittwoch weiter in Richtung Pyrenäen. Über 167 Kilometer geht es von Albi nach Toulouse. Es ist für die Sprinter erst einmal die letzte Chance auf eine Massenankunft vor den Bergen.

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