Boris Johnson kündigt Konjunkturpaket an

Der britische Premierminister Boris Johnson während einer Pressekonferenz in der Downing Street 10 in London. Foto: epa/Andrew Parsons
Der britische Premierminister Boris Johnson während einer Pressekonferenz in der Downing Street 10 in London. Foto: epa/Andrew Parsons

LONDON: Der britische Premierminister Boris Johnson hat am Dienstag ein milliardenschweres Konjunkturpaket angekündigt, um die von der Corona-Pandemie gebeutelte Wirtschaft in Schwung zu bringen. Kurzfristig will die Regierung demnach fünf Milliarden Pfund (umgerechnet rund 5,5 Milliarden Euro) in den Bau und die Sanierung von Krankenhäusern, Straßen und Schulen stecken, wie Johnson in einer Rede in der mittelenglischen Stadt Dudley ankündigte.

In den kommenden acht Jahren sollen 12 Milliarden Pfund (derzeit umgerechnet rund 13,1 Milliarden Euro) in die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum fließen. Die Regierung sei «entschlossen, diese Krise zu nutzen, um die großen ungelösten Herausforderungen dieses Landes aus den vergangenen drei Jahrzehnten anzugehen», so der konservative Politiker.

In Großbritannien hat die Corona-Krise in den ersten drei Monaten des Jahres die Wirtschaftsleistung drastisch einbrechen lassen. Der Rückgang fiel stärker aus als bisher gedacht, war aber nicht so stark wie der Konjunktureinbruch in der Eurozone. Im ersten Quartal sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Quartalsvergleich um 2,2 Prozent geschrumpft, teilte das nationale Statistikbüro ONS am Dienstag nach einer weiteren Schätzung mit. Analysten hatten nur einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 2,0 Prozent erwartet und damit eine Bestätigung der ersten Schätzung.

Der Einbruch ist der stärkste Rückschlag für die britische Wirtschaft seit der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise in den Jahren 2008 und 2009. Der Rückgang fiel allerdings spürbar schwächer aus als in der Eurozone. Hier war die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal um 3,6 Prozent gesunken.

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Ingo Kerp 01.07.20 13:22
Und da bei einem harten Brexit nachher alles in die Hose geht, wird B. Johnson froh sein, das es die C-Krise gibt. Der kann er alles in die Schuhe schieben.
Juergen Bongard 01.07.20 13:08
ja, die Wirtschaftsleistung ist geringer gesunken
als in der Eurozone, weil kein Lockdown gemacht wurde. Allerdings haben zigtausende Menschen dies mit dem Tode bezahlt. Tolle Leistung.