Belvedere in Wien hat Schiele-Werke durchleuchtet

Foto: belvedere.at/Screenshot
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WIEN (dpa) - Intensiv wie nie präsentiert das Wiener Belvedere seine Sammlung herausragender Werke des österreichischen Expressionisten Egon Schiele (1890-1918). Unter den 20 Gemälden und Zeichnungen - sie werden zusammen mit Gemälden unter anderem von Gustav Klimt und Herbert Boeckl gezeigt - seien auch Arbeiten, die sonst oft aus konservatorischen Gründen im Depot lagerten, sagte Kuratorin Kerstin Jesse am Donnerstag zur Eröffnung der Schau «Egon Schiele. Wege einer Sammlung». Die Ausstellung, die auch Dokumente zum teils günstigen Ankauf der Werke des heute sehr teuren Künstlers zeigt, ist bis 17. Februar zu sehen.

Obendrein habe das Haus das Werk Schieles anlässlich seines 100. Todestags (31. Oktober) im Wortsinn durchleuchtet, um seine Maltechniken zu analysieren, hieß es. Dabei sei klar geworden, dass der für seine Porträts, Selbstporträts und erotischen Motive bekannte Maler alle Malschichten gleichwertig behandelt habe. «Schiele hat mit der Grundierung als gestaltendem Element gearbeitet», so Jesse.

Besonders klar werde das beim Motiv «Hauswand» (1914), bei dem zwei Drittel der Fläche aus einer so geschickt aufgetragenen Grundierung bestünden, dass der Putz höchst realistisch wirke. Dank vieler mikroskopischer Aufnahmen des teilweise übermalten Porträts seiner Frau Edith (1917/1918) sei eine digitale Reproduktion des ursprünglichen, viel farbigeren Werks angefertigt worden. Der damalige Direktor der Gemäldesammlung bestand beim Ankauf 1918 darauf, dass der bunt-karierte Rock übermalt werde - er wirkte ihm zu billig und damit unpassend für ein Museum.

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