Bar-Eröffnung mit hohen Hürden

Foto: Rüegsegger
Foto: Rüegsegger

BANGKOK: Bars und weitere Unterhaltungsstätten dürfen ab nächsten Mittwoch (1. Juli) nach monatelanger Zwangspause wiederöffnen, wenn sie eine gültige Lizenz besitzen und sich an die hohen Auflagen halten, sagte Dr. Taweesin Visanuyothin, Sprecher des staatlichen Centre for Covid-19 Situation Administration (CCSA), nachdem dieser Ausschuss die fünfte Lockerungsphase der Beschränkungen genehmigt hatte.

Nachtlokale dürfen alkoholische Getränke verkaufen, müssen aber um Mitternacht schließen. Sie müssen sicherstellen, dass die Gäste mindestens einen Meter voneinander entfernt sitzen, wobei die Tische durch einen zwei Meter breiten Freiraum und 1,5 Meter hohe Wände voneinander getrennt sein müssen. Die Gäste dürfen die Tische nicht mit Fremden teilen, während die Bedienung jederzeit Gesichtsmasken tragen muss. Darüber hinaus müssen häufig berührte Bereiche, einschließlich der Toiletten, regelmäßig gereinigt, Raucherbereiche deutlich gekennzeichnet und die Räume ordnungsgemäß belüftet werden. Jedes Unternehmen muss sicherstellen, dass seine Gäste sich auf der Plattform „Thai Chana“ registrieren, heißt es weiter bei der „Nation“.

Die Lokale dürfen keine Werbeaktionen starten, da diese Menschenmassen auslösen könnten. Sie müssen handdesinfizierendes Gel bereitstellen, die Zahl der Gäste auf fünf pro Tisch beschränken, keine alkoholischen Getränke in gemeinsam genutzten Behältern servieren und Überwachungskameras installieren. Deren Aufzeichnungen darf einen Monat lang nicht gelöscht werden, damit die Beamten die Situation regelmäßig überprüfen können. Singen und Tanzen sind streng verboten. Wegen dieser 22 Auflagen werden viele Betreiber von Unterhaltungsstätten erst gar nicht ihren Betrieb eröffnen, und Nachtschwärmer werden eh zu Hause bleiben.

Die Betreiber von Internetcafés und Spielzentren müssen ihre Kunden in drei Gruppen einteilen: Jüngere unter 15 Jahren können den Dienst montags bis freitags von 14 bis 20 Uhr und samstags und sonntags von 10 bis 20 Uhr nutzen. Personen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren können den Dienst werktags von 14 bis 22 Uhr und am Wochenende von 10 bis 22 Uhr in Anspruch nehmen. Personen über 18 Jahre können den Dienst jederzeit nutzen.

Internetcafés und Spielzentren müssen für jeden Kunden eine Fläche von vier Quadratmetern zur Verfügung stellen und sicherstellen, dass sie über die „Thai Chana“-Plattform einchecken. Die Kunden dürfen sich nicht länger als zwei Stunden aufhalten. Die Betreiber müssen ebenfalls Überwachungskameras installieren und einen Monat lang die Aufzeichnung speichern.

Wieder öffnen dürfen weiter Massage Parlours (Body Massage) und Spas. Alle Kunden müssen über die „Thai Chana“-Plattform einchecken und jederzeit, außer während eines Bades, eine Maske tragen. Spas und Massagesalons sind verpflichtet, die Zahl der Kunden zu begrenzen und ihre Masseurinnen und andere Angestellte häufig auf Covid-19 kontrollieren zu lassen.

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Thomas Thoenes 30/06/2020 21:11
Bin heute Nachmittag so ein bisschen
durch die City gebiked und in der Soi 6 z.B. haben heute überraschend viele Bars größere Getränkelieferungen bekommen. Da wird wohl doch die ein oder andere Bar ihr Glück versuchen und sicherlich werden auch ne Menge Residenten Mal aus Neugier so wie ich oder um ihren Wirt des Vertrauens zu unterstützen morgen dort einkehren. Aber das wird wohl nur 1-2 Tage was. Danach werden nur noch die Handvoll Dauerkunden bleiben die auch vorher schon täglich in ihrer Stammbar waren. Lassen wir uns Mal überraschen.
Rainer Hi. 30/06/2020 19:43
CCTV
Die Frage ist wo man die Ueberwachungskameras montieren muss, beim Eingang ok, aber im Lokal ist das sicherlich geschaeftsschaedigend. Erstens wollen die Maedchen nicht gefilmt werden und zweitens auch nicht die Kundschaft, also mit dieser Auflage wird keine Gogo Bar aufsperren. Aber auch die Abstandsregelungen mit 2m Freiraum zwischen den Tischen und 1,5m hohen Trennwand sind vollkommener Schwachsinn.
Francis Light 30/06/2020 16:22
Klaus Berbel
"Urgestein des Nanaplazatourismus"
Hört sich an, wie wenn Sie stolz darauf sind. Sonst noch was gesehen ausser Windmill,... in Thailand? SCNR
Siegfried Naumann 30/06/2020 14:52
Was für ein Schauspiel, wenn .....
ich am Wochenende nur mal so am Abend in Chiang Mai durch die Straße "Loi Kroh" laufe und mir ganz nebenbei mal ein paar Bars von Innen ansehe. Ich gehe dann - natürlich mit Maske - zum Eingang und lasse mich desinfizieren und die Temperatur messen. Und dann? Ich nehme nie mein Smartphone mit, wenn ich in Bars gehe. War es dann schon, mit meinem Ausflug. Aber angenommen, ich darf trotzdem rein. An der Bar, wo früher 10 Stühle waren, sind dann wie viele? Gut, die Barmädels hätten dann genügend Platz, um sich rechts und links von mir zu positionieren. ABER: Mindestabstand 1 Meter !!! - Bei lauter Musik schreie ich dann die Barkeeperin an, um etwas zu bestellen. Sie antwortet was, aber ich verstehe sie nicht durch ihren Mundschutz. Dann deute ich auf eine Flaschen Chang Bier und sie fragt mich wieder etwas. Mittlerweile brummt mir schon der Kopf. Das ist dann der Zeitpunkt, die Bar zu wechseln und sich die nächste anzuschauen. Obwohl ich weiß, dass es dort genauso zugeht. Aber vielleicht habe ich Glück und der Inhaber der Bar hat den Beamten ein groeßeres Kuvert überreicht....
Klaus Berbel 30/06/2020 14:35
5 pro Tisch? Kameras?
Ich als ein Urgestein des Pattaya und Nana Plazatourismus (ich mache das schließlich seit 2017) sehe an der 5 Kunden pro Tisch Regel jetzt eig nichts Schlimmes. Gaaanz selten habe ich mal gesehen, dass überhaupt mehr als 2 Farangs an einem Tisch saßen. Die Regel mit den Kameras hingegen sehe ich als sehr kritisch. Wer schon mal in der Windmill in der heiligsten aller Städte (Pattaya) war, weiß, dass es dort auch mal wild zugeht. Damit meine ich natürlich Kaugummi kauen, keine Prostitution. Diese habe ich bisher in Thailand nicht gesehen. Wenn jetzt aber die Kunden und die Ladys wissen, dass sie gefilmt werden, dann wird wohl dieses "Kaugummi kauen" *hust hust* deutlich lascher ausfallen. Was wiederum dafür sorgt, dass weniger Kunden kommen. Die App ist natürlich auch fein. So wird man nun auch noch offiziell als "Kaugummikauer" gebranntmarkt. Mal gucken wie viel davon wirklich durchgesetzt wird.