Keine SIM-Karten für Rohingya-Flüchtlinge

Foto: epa/ Nyunt Win
Foto: epa/ Nyunt Win

DHAKA (dpa) - Bangladesch hat seine vier größten Mobilfunkanbieter gebeten, Rohingya-Flüchtlingen künftig keine SIM-Karten mehr zu verkaufen.

Ein Sprecher der zuständigen Telekommunikationsbehörde erklärte am Montag, die Bewohner des größten Flüchtlingslagers der Welt würden mit dem Besitz einer SIM-Karte lokales Recht verletzen. Beim Kauf müsse man demnach seine Identitätskarte oder seinen Pass vorweisen. Doch das ist für viele der mehr als 912 000 Rohyinga im überfüllten Lager in Cox's Bazar umöglich: Sie sind staatenlos.

Mehr als 700 000 Rohingya waren vor gut zwei Jahren innerhalb kurzer Zeit vor Militärgewalt aus Myanmar in das Nachbarland Bangladesch geflohen. UN-Ermittler sprachen von einem «anhaltenden Völkermord». Die Angehörigen der muslimischen Minderheit werden in ihrem Heimatland seit Jahrzehnten diskriminiert. Viele von ihnen verloren durch ein 1983 erlassenes Gesetz die Staatsbürgerschaft.

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Siam Fan 03/09/2019 15:29
Staatenlose ohne ID =keine SIM-card
Dann sollen sie sich mit ihrer SIM-card ausweisen! Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Ich werde nie vergessen, als bei den letzten großen Unruhen/Demos in Burma selbst, ein burmesischer Student sagte, bitte hört nicht auf uns zu besuchen, ihr seid unsere einzige Informationsquelle und Verbindung nach draußen. Was würden da wohl die Rohingyas sagen, wenn sie eine SIMcard hätten?! Oder geht es eigentlich nur darum, daß man ihnen das Recht abgräbt, etwas zu sagen!?