Rattanakosin soll eine „Smart City“ werden

Die Rattanakosin Island gilt als Bangkoks Altstadt und beherbergt viele architektonische Perlen. Foto: epa/Barbara Walton
Die Rattanakosin Island gilt als Bangkoks Altstadt und beherbergt viele architektonische Perlen. Foto: epa/Barbara Walton

BANGKOK: Die Metropolverwaltung Bangkok (BMA) und die Silpakorn-Universität arbeiten zusammen, um die historische Rattanakosin Island in eine intelligente Stadt zu verwandeln.

Die beiden Organisationen unterzeichneten am Donnerstag im Rathaus eine Absichtserklärung (MoU), um das „Smart-City“-Projekt umzusetzen. Es ist Teil des „Bangkok Smart City“-Projekts, das darauf abzielt, durch enge Zusammenarbeit zwischen der BMA, den Einwohner-Gemeinschaften und anderen Organisationen eine lebenswerte und nachhaltige Stadt zu schaffen.

Innerhalb des Projekts soll ein Framework und Prototyp einer intelligenten Stadt entwickelt werden, wobei die Rattanakosin-Insel als Gebietsstudie dient, erläuterte der stellvertretende Gouverneur von Bangkok, Kriangyos Sudlabha, am Donnerstag in der „Bangkok Post“. Dabei werden die BMA, die Silpakorn-Universität, verschiedene andere Organisationen sowie die Öffentlichkeit zusammenarbeiten sowie moderne Technologien und Innovationen nutzen, um die Lebensqualität der Menschen zu verbessern, führte Khun Kriangyos fort. Der Vizegouverneur erwartet, dass die Communitys auf der Insel zusammenrücken werden, um das Eiland aufzuwerten und zu modernisieren.

In Übereinstimmung mit der Regierungspolitik im Bereich der kreativen Wirtschaft sollen Projektgebiete gebildet werden, in denen Entwicklungspotential im Einklang mit der Identität der Einwohnerschaft besteht. Beispielsweise soll das Gebiet um die Silpakorn-Universität innerhalb von fünf Jahren nach Unterzeichnung des MoU zu einer „lebenden Galerie“ entwickelt werden, Pak Khlong Talat zum „Blumenlabor“ und Bang Lamphu zum „Speiselabor“, sagte Khun Kriangyos.

Gemäß dem Vizegouverneur arbeitet die BMA auch mit hochkarätigen Regierungs- und Privatorganisationen zusammenarbeitet, um Bangkok in eine „Smart City“ zu verwandeln, darunter die Digital Economy Promotion Agency (Depa), die Digital Government Development Agency, die Creative Economy Agency, PTT Plc, die National Innovation Agency, Future Tales Lab, Magnolias Quality Development Corporation, RMIT und die Britische Botschaft in Thailand.

Depa hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, innerhalb von zwei Jahren landesweit 100 Städte in intelligente Städte zu verwandeln, um die Wirtschaft und die Lebensqualität der Menschen im Einklang der auf einen Zeitraum von 20 Jahren ausgelegten Entwicklungsstrategie zu verbessern.

Die Bevölkerung wiederum erhofft sich von dem „Smart City“-Plan die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Neben Bangkok wurden „Smart City“-Entwicklungsprozesse in sechs Provinzen aufgenommen: Phuket, Chiang Mai, Khon Kaen, Chon Buri, Rayong und Chachoengsao. Implementiert werden sollen sieben Dimensionen intelligenter Städte: Wirtschaft, Mobilität, Energie, Wohnen, Menschen, Regierungsführung und Umwelt.

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Francis Light 11/07/2020 19:07
Zeithorizont von 20 Jahren?
Wenn man so eine "Smart" City machen will, dann: wäre es nicht gescheiter, gleich das meiste vorher abzureissen und neu designen?
Die andere Frage stellt sich mir: Wäre die Pandemie nicht gekommen, hätte es diese und andere Pläne dann auch gegeben? Ich denke nicht. Das zeigt, wie gross der Zufall eine Rolle in der künftigen Entwicklung spielt.
Wolfgang Traugott 11/07/2020 18:07
Wieviele Thais verstehen das?
@ Roman Müller: So wie es Ingo mal wieder gut auf den Punkt bringt, braucht eine Smart city umfangreiche Baumaßnahmen, die nun mal nicht überall gleichzeitig entstehen können. Wäre schon schön, wenn das in den angepeilten, umgrenzten und in der Regel vergleichsweise "reichen" Gegenden funktioniert. Denn mal abgesehen davon, dass die nötige Technologie (so wie von Georg Meyer treffend bemerkt) nicht mal ansatzweise vorhanden und ausreichend zuverlässig ist, verstehen 98% der Thais weder die Anglizismen in dem Artikel, noch was die Technik im täglichen Leben bedeutet und was es braucht, damit sie funktioniert. Das planlose, unkoordinierte verlegen von Leitungen für was auch immer kann es dann zum Beispiel nicht mehr geben. Ich wohne auf Phuket außerhalb der Ballungsgebiete. Hier wurden vor 2 Wochen 5 Betonmasten, an denen neben den Stromleitungen auch gefühlte 2000 Internet und Kabelfernsehleitungen hängen, ausgetauscht. seitdem stehen jeden Tag 1 bis 3 Wagen der diversen NEtzbetreiber in der Straße und versuchen, das Internet wieder in Gang zu kriegen. Wenn es übers Land verteilt Plätze gibt, wo das funktioniert, kann der Rest des Landes daraus lernen.
Aber da wäre ich wieder bei Ingo: wenn das in 10 Jahren in den angepeilten 100 Städten so ist, wäre es schon schön. Bis das in ganz Thailand funktioniert, leben vermutlich die meisten von uns nicht mehr, mich eingeschlossen, und ich bin erst 51.
Walter Pfau 10/07/2020 21:43
Habe selten so viele Anglizismen...
...in einem einzigen Artikel gelesen, wie in diesem. Wünsche den intelligelligenten Planern der intelligenten Städte viel Intelligenz und Durchhaltevermögen bei deren Umsetzung deren intelligenter, anspruchsvollen Visionen!
Juergen Siegfried 10/07/2020 17:57
Es gibt nun also den neuen Hype um ,Smarte Citys'.
Dazu fällt mir ein Werbeslogan ein: ,,viele viele bunte Smarties...''
Hat man bei der hochfliegenden Planung auch bedacht das Folgekosten für Wartung und Unterhalt entstehen?
Und wie sieht es nach Fertigstellung mit Wohnung - und Mietpreisen dort aus ? Bezahlbar ?
Ein positiver Aspekt wäre jedenfalls die Schaffung von Arbeitsplätzen.
Roman Müller 10/07/2020 16:52
Laut gedacht...
warum nur immer einzelne, Smart-Projekte??? Es dürfte doch am einfachsten sein ganz Thailand zu ..."smatisieren".... Anfangen würde ich beim Kopf....