Auch Phuket erleidet Einbruch der Touristenzahlen

So belebt wie auf dieser Aufnahme aus dem Jahr 2014 ist es am Patong Beach schon lange nicht mehr. Foto: epa/Barbara Walton
So belebt wie auf dieser Aufnahme aus dem Jahr 2014 ist es am Patong Beach schon lange nicht mehr. Foto: epa/Barbara Walton

PHUKET: Ähnlich wie in Pattaya, zeichnet sich auch auf Phuket im Süden des Landes ein düsteres Bild über den Einbruch der Touristenzahlen ab.

In einem Zeitungsbericht von „Manager Online“ meldet sich ein führender Hotelier zu Wort, der offen ausspricht, was bisher nur vermutet wurde: Der Tourismus auf der beliebten Ferieninsel ist ins Wanken geraten – oder in Zahlen ausgedrückt – um 20 bis 30 Prozent eingebrochen. Zwar gilt der Juni unter Hoteliers traditionell als der schlechteste Monat des Jahres, doch in diesem Jahr seien die Auswirkungen besorgniserregend, erklärt Kongsak Phupongsakorn, Leiter der Thai Hotelliers` Association in der Südregion des Landes. Zwar habe man Hoffnung, dass asiatische und australische Touristen für eine Belebung des Marktes sorgen könnten, jedoch sei dies „nur Hoffnung“, wie Kongsak betont, weshalb sich die Branche darauf einstellt, dass sich die Lage auch in diesem Monat nicht verbessern wird.

Als Grund führt der Experte unter anderem die schwache Weltwirtschaft an. Die Menschen reisen weniger und geben auch weniger aus. Betroffen seien laut Kongsak jedoch nicht nur Europäer, sondern ebenfalls Asiaten. Der Handelskrieg zwischen den USA und China schlage sich gemäß Kongsak auf das Investitionsverhalten aus, sowohl Investoren als auch Touristen hätten Angst. Zudem – und diese Aussage ist selten von thailändischen Tourismusexperten zu vernehmen – seien die Probleme auch durch das Urlaubsland Thailand selbst verursacht: Die unvorhersehbare und unklare politische Situation sowie ungewöhnlichlange Regierungsbildung würden Touristen abschrecken. Zudem sorgten Tragödien und schwere Unfälle wie der Untergang des Touristenschiffes Phoenix im letzten Jahr dafür, dass das Urlaubervertrauen in Thailand als ein sicheres Reiseland gesunken sei.

Die Tourismusbranche auf Phuket verzeichnete jahrelang ein anhaltendes Wachstum, das einen Bauboom von Hotels auslöste. Innerhalb von fünf Jahren stiegen die Touristenzahlen von 9 Millionen auf 14 Millionen po Jahr, ein Trend, der nicht aufrechterhalten werden konnte. Die Folge sei ein Überangebot von neuen Hotels ohne Gäste und Investoren, bei denen die erwartete Rendite ausbleibt, so Kongsak. Im Gegensatz zur touristischen Nebensaison im Vorjahr, seien gemäß dem Leiter der Thai Hotelliers` Association die Zimmerpreise um 50 Prozent gesunken.

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Wolfgang Krichel 19/07/2019 13:35
Der Baht ist eindeutig zu stark
Ich war in den letzten 15 Jahren jedes Jahr mindestens 2x in Thailand. Ich habe in Jomtien ein schönes Appartment und liebe das Land. Die Teuerungsrate im Land aber auch. Der sehr starke Baht haben meine Lust auf Thailand deutlich sinken lassen. Vor knapp 5 Jahren habe ich für den Euro 50 Baht bekommen heute noch 34 Baht. Zudem sind die Preise deutlich nach oben gegangen und zwar in allen Bereichen. Eine gewisse Teuerungsrate im Land muss sein aber nicht in dieser Höhe. Und der mehr als deutliche Wertverlust zeigt mir das hier mit dem Baht spekuliert wird. So weh es mir selber tut So ist Thailand kein Urlaubsland für mich
Suzanna Sugib 18/07/2019 04:28
Flugscham....
Das wird in den nächsten Jahren noch weniger werden, wenn sich die "Umweltaktivisten" mit ihren Forderungen nach CO2 Steuern, weiteren Verboten und der Forderung nach Urlaub im eigenen Land durchsetzen. Viele bleiben schon dieses Jahr Zuhause oder verzichten aufs Fliegen. Das wird noch bitter für die touristischen Destinationen. Obwohl etwas weniger Massentourismus wäre nicht verkehrt....
Juergen Bongard 17/07/2019 18:32
Das Beste was Thailand
passieren könnte, ist ein weiterer, massiver Rückgang des Massentourismus. Dies würde alle Verantwortlichen dazu zwingen und Gelegenheit geben, die aufgeführten Mängel an der Natur, Stränden und Infrastruktur zu beheben bzw. verbessern. Schon jetzt müssen ja einige Strände und Gebiete durch Vollsperrung bzw. regulierte Besuche geschützt werden. Auch glaube ich nicht, dass der Rückgang durch den starken Bath verursacht wird, sondern wirklich die Masse der Touristen selber. Wir wohnen im Isaan und noch vor einigen Jahren waren wir öfters einige Wochen im Süden am Meer. Dies reizt uns aber jetzt absolut nicht mehr, wenn wir sehen und hören wie es da zugeht. Thailand soll sich die Zeit nehmen und alles in Ordnung bringen und die Qualitätstouristen kommen dann wieder. Ebensolches gilt für die Hotels, auch da ist Qualität und guter Service der Ansatzpunkt. Sicher werden die Preise dabei steigen, aber ehrlich gesagt ist dies besser, da die Touristenschwemme nicht wieder kommt , aber der Verdienst ok ist. Genau dies hat übrigens Mallorca vor 20 Jahren durchgemacht. Ausser dem Ballermann findet man sehr gute Verhältnisse vor und die Leute kamen wieder.
Chris Jomtien 17/07/2019 18:27
Wieder einmal soll die ominöse Weltwirtschaftskrise schuld sein. In Deutschland ist die Arbeitslosenquote auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Fast überall in Europa brummt die Wirtschaft. Sogar Griechenland hat die Krise überwunden. Auch in den USA sind die Arbeislosenzahlen trotz Trump auf dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. Die Geschwindigkeit der Konjunktur in China hat sich verlangsamt, ist jedoch immer noch im tiefgrünen Bereich. Also muss es wohl an den Problemen in Venezuela liegen, das sich immer weniger Touristen von unverschämten Thais abzocken lassen möchten und die vermüllten Strände nicht mehr besuchen? An Thailand und den Thais kann es nicht liegen! Oder vielleicht doch?
Helmut Fritz 16/07/2019 13:41
Obwohl ich nun schon seit sechs Jahren hier in Chiang Mai lebe, habe ich es bisher immer geschafft, einen großen Bogen um die großen Abzockzentren zu machen. Ich habe ausschließlich Kontakt zu Einheimischen, die kaum etwas mit dem Tourismus zu tun haben und kann vielleicht deshalb nur von besten Erfahrungen berichten. Da ich kein Tourist bin, kenne ich die bereits erwähnten Probleme nur vom Hörensagen. Allerdings glaube ich jedes einzelne Wort. Und ganz klar ist, dass nur die Unternehmen (Hotels) und Kommunen hier Abhilfe schaffen können. Dem durchschnittlichen Thai fehlen die Mittel und Möglichkeiten, in diese Richtung signifikant etwas zu verändern. Ich selbst unterscheide Thai nur in zwei Kategorien: Zivile und Uniformierte. Erstere liebe ich und letztere sind korrupt bis tief ins Mark.... Noch ein Wort zur Währung: Dass der extrem starke (um nicht zu sagen "manipulierte") Baht nichts mit sinkenden Urlauberzahlen zu tun haben soll, wage ich zu bezweifeln. Obschon ich eine gute Rente habe, überlege ich mir immer öfter, einen anderen Altersruhesitz zu suchen. Im Vergleich zu 2014 habe ich schon kräftig mehr als 20 % an Kaufkraft verloren.