Athen bemüht sich um Entspannung mit der Türkei

Athen bemüht sich um Entspannung mit der Türkei

ATHEN: Athen hat am Samstag erklärt, dass kein Teil griechischen Territoriums besetzt ist. «Keine fremde Macht befindet sich auf griechischem Boden», hieß es in einer Erklärung des Athener Außenministeriums.

In den vergangenen Tagen hatten nach übereinstimmenden Informationen aus Kreisen des Verteidigungs- und Außenministeriums in Athen türkische Sicherheitskräfte eine kleine Insel im Grenzfluss Evros vorübergehend besetzt, die Griechenland gehört. Sie wollten verhindern, dass griechische Pioniere einen Zaun bauen, damit keine Migranten aus der Türkei an dieser meistens seichten Stelle des Flusses nach Griechenland und damit in die EU übersetzen.

Diese Kleininsel nahe der griechischen Ortschaft Ferres liegt zwischen zwei Zweigen des Flusses Evros. Die Grenze verläuft nach einem Vertrag zwischen Ankara und Athen aus dem Jahr 1926 entlang des östlichen Zweigs des Flusses. Athen hatte am Freitag Kontakt mit Ankara aufgenommen, um den Zwischenfall zu klären, hieß es am Freitag aus Kreisen des Außenministeriums. Aus der Türkei gab es zu dem Fall zunächst keine Informationen.

Zu Spannungen kommt es auch in der Ägäis: Türkische Kampfbomber überfliegen seit Tagen immer wieder große bewohnte griechische Inseln wie Lesbos und Chios sowie Limnos. «All das wiederholt sich und das ist kein Bild der Entspannung», hatte am Donnerstag der griechische Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos im Staatsfernsehen (ERT) erklärt.

Die Türkei und Griechenland streiten sich seit Jahrzehnten über Hoheitsrechte in der Ägäis, die Zypernfrage und zuletzt auch über den Umfang der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) im Mittelmeer südlich der griechischen Insel Kreta.

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