Anleger an den US-Börsen wieder risikofreudig

Reaktion der New Yorker Börse auf das Coronavirus. Foto: epa/Justin Lane
Reaktion der New Yorker Börse auf das Coronavirus. Foto: epa/Justin Lane

NEW YORK: Die Anleger an den US-Börsen haben am Mittwoch neuen Mut gefasst und sich wieder risikofreudig gezeigt. Die im Juli überraschend stark gestiegenen Verbraucherpreise in den USA hatten dabei kaum Einfluss auf das Handelsgeschehen. Mit plus 1,05 Prozent auf 27.976,84 Punkte tastete sich das US-Börsenbarometer Dow Jones Industrial erneut an die Hürde von 28.000 Punkten heran. Am Vortag hatte der Dow diese Marke zunächst locker übersprungen und war bis auf etwas über 28.150 Punkte geklettert. Als er damit wieder sein höchstes Niveau seit Ende Februar erreicht hatte, war es jedoch im späten Handel zu Gewinnmitnahmen gekommen.

Der marktbreite S&P 500 stieg am Mittwoch um 1,40 Prozent auf 3380,35 Zähler und befindet sich damit wieder auf dem Weg in Richtung seines am 19. Februar erreichten Rekordhochs bei rund 3393 Punkten. Der technologielastige Nasdaq 100, der nach einem Rekordhoch am Donnerstag geschwächelt hatte, gewann 2,59 Prozent auf 11.157,72 Punkte.

Die erneut freundliche Markttendenz wertete Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda als «ermutigendes Zeichen». Charttechnisch sei die Lage aber nicht einfach. Um das Vertrauen der Anleger zu stärken, brauche es neue Höchststände für den Dow und den marktbreiten S&P 500 sowie idealerweise ein Ende der jüngsten Verlustserie bei der Technologiebörse Nasdaq.

Abhängig ist das Wohl und Wehe am Markt zurzeit vor allem vom Geschehen im US-Kongress. Dort steht eine Einigung zwischen Republikanern und Demokraten auf ein neues Corona-Hilfspaket aber weiter aus. Die Gespräche stecken in einer Sackgasse, was tags zuvor die Gewinnmitnahmen wohl ausgelöst hatte. Zuletzt nun machten Vertreter der US-Notenbank (Fed) Druck.

Unter den Einzelwerten zeigten sich Apple mit plus 3,3 Prozent und Microsoft mit plus 2,9 Prozent nach Verlusten in den vergangenen ein bis drei Tagen wieder unter dem besten Dow-Werten. Die Aktien von Home Depot kletterten erstmals in ihrer Geschichte über 280 US-Dollar und schlossen als drittstärkster Dow-Wert mit plus 2,4 Prozent.

An der Nasdaq sprangen die Anteilscheine von Tesla um gut 13 Prozent auf knapp 1555 US-Dollar hoch. Der Elektroautobauer kündigte einen Aktiensplit an. Die Anteilseigner erhalten demnach für je ein Papier vier weitere Titel. Damit solle es mehr Angestellten und Investoren ermöglicht werden, zu Aktionären zu werden. Wirksam werden soll das Verfahren am 31. August. Der Schritt komme genau richtig, da der Appetit auf die Aktie und das Thema Elektromobilität weiter zunehme, sagte ein US-Analyst.

Derweil will der Kabelkonzern Liberty Global den schweizerischen Telekomkonzern Sunrise, an dem er bereits beteiligt ist, komplett übernehmen. Der deutsche Mobilfunkkonzern Freenet will ihm seinen Anteil in Höhe von 24 Prozent andienen. Die Liberty-Titel gewannen 1,5 Prozent. Laut Analyst Usman Ghazi von der Privatbank Berenberg profitiert das Unternehmen von diesem Deal, denn der Preis für Sunrise könnte höher sein. Zugleich rechnet er jedoch damit, dass die Übernahme wie von den Unternehmen ausgehandelt über die Bühne gehen wird.

Der Eurokurs bewegte sich im US-Handel kaum. Zum Börsenschluss an der Wall Street kostet die Gemeinschaftswährung 1,1790 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1771 (Dienstag: 1,1783) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8496 (0,8487) Euro. Am US-Rentenmarkt fielen richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen um 8/32 Punkte auf 99 18/32 Punkte und rentierten mit 0,67 Prozent.

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