Aktuelle Meldungen der Luftfahrt am Donnerstag

Foto: Pixabay
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Emirates erwartet weitere Verschiebung von neuer Boeing 777X

NEW YORK: Boeings Top-Kunde Emirates rechnet wegen der Corona-Krise mit einer nochmaligen Terminverschiebung beim modernisierten Großraumjet 777X. Die Fluggesellschaft gehe nicht mehr davon aus, die ersten Modelle im kommenden Jahr zu erhalten, sagte Emirates-Vorstand Adel Al Redha am Donnerstag dem Finanznachrichtendienst Bloomberg. Eigentlich plant Boeing, die Maschinen ab Anfang 2021 auszuliefern, nachdem es zuvor schon einmal zu einer Verschiebung wegen technischer Probleme gekommen war.

Boeing teilte in einem Statement lediglich mit, bei der Bewältigung der Covid-19-Situation eng mit den Kunden zu kooperieren. Für den Hersteller ist die 777X, die im Januar ihren Erstflug absolvierte, sehr wichtig. Für das Modell, das dank neuer Triebwerke und verbesserter Aerodynamik deutlich weniger Kerosin verbrauchen soll als die Vorgängerin Boeing 777, liegen zahlreiche Bestellungen vor. Die Corona-Pandemie hat allerdings etliche Fluggesellschaften in Finanznot gebracht, was die Auftragslage generell ungewiss macht.

Laut Vorstand Al Redha erwägt Emirates, bei Boeing einen Umtausch einiger seiner 115 bestellten 777X-Maschinen in kleinere Langstreckenjets vom Typ 787 «Dreamliner» anzuleiern. Die Fluggesellschaft hatte ihre 777X-Bestellungen bereits Ende 2019 deutlich zusammengestrichen. Boeing kann solche Rückschläge derzeit besonders schlecht gebrauchen - nach dem teuren Debakel rund um den nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegten Krisenjet 737 Max wäre ein Erfolg der neuen Modellreihe umso dringender nötig.


Lufthansa gründet neue Plattform «Ocean» für touristische Flüge

FRANKFURT/MAIN: Der Lufthansa-Konzern hat eine neue Plattform für Ferienflüge gegründet. Im Handelsregister Frankfurt wurde die «Ocean GmbH» für Flugbetrieb und damit verbundene Dienstleistungen eingetragen, bestätigte am Donnerstag ein Konzernsprecher Informationen der Tageszeitung «Die Welt». Ocean werde aber nicht als neue Marke auftreten, erläuterte der Sprecher. Es gehe eher darum, bislang im Konzern verstreute Funktionen zu bündeln.

Ocean soll Flüge zu touristischen Zielen in Europa und Übersee aus den großen Lufthansa-Drehkreuzen anbieten, hatte Lufthansa-Vertriebschefin Heike Birlenbach der Fachzeitschrift «fvw» gesagt. Dazu zählen insbesondere Frankfurt und München, wo die Gewerkschaften Ufo und Vereinigung Cockpit misstrauisch darauf achten, dass ihren Besatzungen der Stammmarke Lufthansa keine kostengünstigere Konkurrenz entsteht.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr betrachtet das touristische Geschäft nach der Corona-Krise als zukunftsträchtiger als das Segment der Geschäftsreisen. Schon in der Vergangenheit hatte es immer wieder Versuche gegeben, auf touristischen Strecken die Personalkosten zu drücken. Das hatte aber auch zu einer Zersplitterung der touristischen Flüge auf mehrere Marken und Flugbetriebe geführt.


Früherer Lufthansa-Chef Heinz Ruhnau gestorben

FRANKFURT/MAIN: Der frühere Lufthansa-Chef und Politiker Heinz Ruhnau ist tot.

Er starb im Alter von 91 Jahren bereits am Dienstag, wie das Unternehmen am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Ruhnau führte die damals noch staatliche Airline von 1982 bis 1991. Zuvor war der Sozialdemokrat und Gewerkschafter unter anderem Hamburger Innensenator und Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium.

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