57 Prozent der Bevölkerung frönt dem Glücksspiel

Losverkäufer der staatlichen Lotterie. Foto: The Thaiger
Losverkäufer der staatlichen Lotterie. Foto: The Thaiger

BANGKOK: Die thailändische Stiftung für Gesundheitsförderung (Thai Health) richtete am Montag ein Treffen aus, auf dem die Ergebnisse des Jahresberichts 2019 über die Glücksspielsituation in Thailand präsentiert wurden.

Aus der Untersuchung geht hervor, dass 30,42 Millionen Thailänderinnen und Thailänder oder 57 Prozent der Bevölkerung spielen. An dem Treffen nahmen auch Vertreter vom Centre for Gambling Studies, von der Stop Gambling Foundation und von anderen relevanten Verbänden teil.

Die Ergebnisse des Berichts wurden von Dr. Nualnoi Trirat vorgestellt, Generaldirektor vom Zentrum für Glücksspielstudien der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Chulalongkorn-Universität. Die der Untersuchung als Grundlage dienenden Daten wurden vom Forschungszentrum für soziale und wirtschaftliche Entwicklung von 44.055 Menschen im Alter zwischen 15 und in 77 Provinzen des Landes erhoben.

Laut „The Nation“ zeigt die Untersuchung im Vergleich zum Vorjahr einen signifikanten Anstieg von neuen Spielern auf: 1,49 Millionen im Gegensatz zu 700.000 im Jahr 2018. Dem Bericht zufolge ist die Mehrheit der Spieler im erwerbsfähigen Alter.

Supreda Adulyanon, CEO von Thai Health, wies auf dem Treffen darauf hin, dass die Weltgesundheitsorganisation Spielsucht als eine psychiatrische Krankheit eingestuft habe, die zu einer Gruppe von Störungen im Zusammenhang mit psychischer Gesundheit, Verhalten und neurologischer Entwicklung gehört. Viele der Betroffenen, sind laut Supreda nicht in der Lage, ihre Sucht aus eigener Kraft zu stoppen, erleiden lebenslange Probleme, einschließlich psychischer und physischer Leiden, familiärer Schulden, Gewalt oder Kriminalität.

Die größte Sorge bereiten jedoch Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren oder 733.000 junge Spieler. Diese Gruppe macht 20,9 Prozent der Jugendbevölkerung aus. Inzwischen ist auch bekannt, dass 3,05 Millionen oder 46,3 Prozent der jungen Erwachsenen im Alter von 19 bis 25 Jahren wetten. Die Seniorengruppe ab 60 Jahren gibt ebenfalls Anlass zur Sorge, da rund 3,35 Millionen oder 42,2 Prozent der Senioren gerne dem Glücksspiel frönt. 

Die staatliche Lotterie, illegale Lotterie, Wetten auf Karten, Fußballwetten und „Hi-Lo“ sind die fünf häufigsten Spielsüchte. Fußballwetten erzielen gemäß dem Bericht den höchsten Profit, 160,5 Milliarden Baht, gefolgt von illegaler Lotterie mit 153,1 Milliarden Baht und der staatlichen Lotterie mit 150,4 Milliarden Baht.

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JoHu 08/10/2019 20:36
@Max Ruabe
Ich denke, die ganze Rechnerei sollte man sich ersparen, macht nicht wirklich Sinn. Dafür den letzten Teil Ihres Kommentars zu Herzen nehmen. Das ist nämlich die einzige WIN-WIN-Variante!
Ernst Schwartz 08/10/2019 15:59
Wer wird gezählt?
Wenn eine Person ab und an ein Lotterie-Los für 80 Baht kauft, frönt sie dann dem Glücksspiel? Die Eltern meiner Frau kaufen vielleicht eine Handvoll Lose im Jahr, zB wenn der Nachbar ein neues Auto kauft (Ziffern des Nummernschilds) oder sie eine Nummer träumen. Meine Frau auch. Aber deswegen haben wir keinen Ehekrach oder finanzielle Sorgen. Ja, und woher der genaue Profit der illegalen Lotterien kommen soll, ist mir schleierhaft. Ebenso, wie die "privaten" Lotterien auf dem Markt erfasst werden, wo man für 20 Baht 7 Nummern erhält und im Glücksfall die Flasche Hong Tong oder besser die 500 Baht gleich mitnehmen kann.
Ingo Kerp 08/10/2019 15:52
Die Lotterie, egal ob legal oder illegal feiert ihren Erfolg. 80 THB kostet ein legales Los, verkauft wird es normalerweise für 100 THB und keiner regt sich auf. Die illegalen Dorflotterien koennen ab 20 THB gebucht werden. plus dem jeweils eingesetzten Betrag, also bei 20 THB nochmal 20 THB für den Lotterieveranstalter, wovon er/die die Gewinne zahlt. Oftmals, so ist zu erfahren, steht eine "schützende" Beamtenhand hinter den illegalen Lotterieveranstaltern-/Verkäufern.