Tourismusbranche droht eine Schließungswelle

30 Prozent der Tourismusbetriebe in Thailand stehen vor dem Aus

Masseurinnen in Pattaya warten auf Kunden. Foto: epa/Diego Azubel
Masseurinnen in Pattaya warten auf Kunden. Foto: epa/Diego Azubel

BANGKOK: Etwa einem Drittel der Unternehmen in der Tourismusbranche wird die Liquidität ausgehen, um ihre Geschäfte in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 über Wasser zu halten, warnt der Präsident des thailändischen Tourismusrats Chairat Trirattanajarasporn.

Die Auswirkungen von Covid-19 werden im dritten Quartal dieses Jahres am gravierendsten sein, da viele Unternehmen probiert haben, ihre Kosten durch die Entlassung von Mitarbeitern zu senken, doch nach dem Abbau von mehr als einer Million Arbeitsplätzen immer noch keine Touristen ins Land gelassen werden, erklärt Khun Chairat.

Er schätzt, dass in den nächsten drei Monaten bis zu 30 Prozent der thailändischen Tourismusbetriebe von der endgültigen Schließung bedroht sind. Er fügte hinzu, dass einige Betreiber bereits damit begonnen hätten, ihre Unternehmen wie Hotels, Resorts, Restaurants und Souvenirläden an Investoren zu verkaufen, die sie in andere Geschäfte umwandeln wollen.

„Da jedoch auch das Immobiliengeschäft von der Wirtschaftskrise betroffen ist, sind die Hoffnungen der Eigentümer auf einen Verkauf ihrer Liegenschaften nach wie vor trübe“, So Khun Chairat.

Am zurückliegenden Freitag (10. Juli) stellte der Tourismusrat Thailands Premierminister Prayut Chan-o-cha auf einem Treffen fünf Maßnahmen vor, um Tourismusbetriebe zu unterstützen. Darunter die Bereitstellung von Darlehen zu niedrigen Zinssätzen; die Erwägung, den Zeitplan vorzuverlegen, um das Land für ausländische Touristen wieder zu öffnen unter Grundsätzen, die dem „Reise-Blasen“-Programm ähneln; Rabatte auf die Stromkosten, einer der Hauptkostenfaktoren für Hotelbetreiber; die Forderung an das Sozialversicherungsamt, die finanzielle Unterstützung für vorübergehend arbeitslose Mitarbeiter von Juni bis Dezember zu verlängern; die Senkung des Arbeitgeberbeitrags für den Sozialversicherungsfonds von 4 Prozent auf 1 Prozent.

Khun Chairat folgend, rechnet der thailändische Tourismusrat damit, dass die Einnahmen von ausländischen Touristen von 2,2 Billionen Baht (2019) auf 600 Milliarden Baht (2020) sinken werden.

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Ling 16.07.20 16:52
Auf Dauer...
... kann sich weder Thailand noch die ganze Welt abschotten. Gegen Länder, deren Regierungen das Virus nicht ernst nehmen, sollte allerdings weiter gesperrt werden. Mallorca hat es richtig gemacht und die Partystraßen wieder gesperrt, nachdem sich respektlose Leute nicht im geringsten an vorgegebene Regeln gehalten haben. Schade nur, dass alle anderen nun mehr oder weniger darunter leiden müssen.
Khun Patlom 15.07.20 22:52
Ohne Touristen läuft nichts
Es ist natürlich schwierig für die Regierung die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ohne Touristen kein Corona, mit Touristen vielleicht ein paar Corona Fälle. Ewig wird Thailand die Grenzen nicht schliessen können.
Thomas 15.07.20 19:37
Einfach mal die Weltnachrichten lesen
und erkennen, dass die CorVid-Welle Weltweit erst noch im Steigen begriffen ist. Nix mit 1. Welle überstanden wie kleinräumig betrachtet einige Länder in der 2. Welle sind, oder auf Kontinente gesehen auch hier relative Ruhe ist. - MIT den Touristen aber kommt die 2. Wale auch auch hierher. Denn wenn schon die 55.000 erkannten Infizierten in China ausreichten um sie weltweit zu verbreiten, wie ist das denn dann jetzt mit den weltweit 13.300.000 oder grob 250.000 Neu-infizierten täglich. Noch ist Zeit auf das Ergebnis von Mallorca zu sehen. - Aber ich glaube nicht das es eine Saison 20/21 geben wird. - DA werden noch viel mehr dicht machen müssen. Die Welt verändert sich gerade. Und der Fuhrmann wird unter der neuen Autobahnbrücke nicht mehr benötigt. Oder was wird aus dem Tourismus, eigentlich jeder Reise werden ? 2 mal Quarantäne bei der Anreise und dann Rückreise ist wohl etwas krass.