«Polizeiruf 110» aus Rostock

Die Vergangenheit holt Ermittler ein

Michael Nordens Mutter (Cornelia Heyse, r) steht neben Katrin König (Anneke Kim Sarnau, l) und Sascha Bukow (Charly Hübner, M) in der Szene des TV-Krimis
Michael Nordens Mutter (Cornelia Heyse, r) steht neben Katrin König (Anneke Kim Sarnau, l) und Sascha Bukow (Charly Hübner, M) in der Szene des TV-Krimis "Polizeiruf 110: Söhne Rostocks". Foto: Christine Schroeder/Ndr/dpa

ROSTOCK (dpa) - Ein Mord, ein flüchtiger Promi-Unternehmer, Wühlen in dessen Vergangenheit: Im neuen «Polizeiruf» aus Rostock stehen die Ermittlungen und nicht die Streitigkeiten zwischen den Ermittlern Bukow und König im Mittelpunkt. Aber alte Fehler aus der Vergangenheit lassen den beiden keine Ruhe.

Zu Beginn der neuen Episode des Rostocker «Polizeirufs 110» fällt Kommissar Alexander Bukow (Charly Hübner) ein verletzter Mann in die Arme und stirbt. Der Tote auf dem Grundstück soll eine Warnung an den bekannten Unternehmer Michael Norden (Tilman Strauß) sein, der daraufhin flieht. Bukow und Kollegin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) müssen nun nicht nur den Mörder, sondern auch Norden finden, der sich irgendwo in Rostock versteckt hält.

Anders als in vielen der früheren Episoden wird im neuen Polizeiruf «Söhne Rostocks», den das Erste am Sonntag (19. Januar, 20.15 Uhr) ausstrahlt, kein übergreifendes Debattenthema verhandelt. Bislang drehten sich die Fälle zum Beispiel um die Mafia, Fußballultras, völkische Siedler oder den Umgang mit Verbrechern, die ihrer Strafe entkommen waren.

Dieses Mal lassen es Markus Busch (Drehbuch) und Christian von Castelberg (Regie) geruhsamer angehen. Es entspinnt sich etwa eine schwierige Vater-Sohn-Beziehung und es geht um offene Rechnungen unter alten Geschäftspartnern.

Bukow wirkt wie ausgewechselt. Völlig klar: Er hat sich in seine Kollegin König verliebt. Doch die LKA-Profilerin kriegt von ihrem liebenswürdigen Kollegen nicht viel mit. Ihre Vergangenheit holt sie nun endgültig ein, als sie von einem in einer früheren Folge Verurteilten kontaktiert wird. Er weiß, dass er den Mord, für den er sitzt, nicht begangen hat. Und König weiß es auch, denn sie hatte die Beweise gefälscht, die zu seiner Verurteilung führten. Seine Kontaktaufnahme wirft sie aus der Bahn.

Dieser Erzählstrang spielte in den vergangenen Episoden immer wieder eine Rolle, nun scheinen die Macher ihm aber mehr Raum geben zu wollen. Die Beweisfälschung der beiden Ermittler bedroht ihre Karrieren.

Mit ihrer Inszenierung setzen Busch und von Castelberg die Rahmenhandlung aus der vorigen Episode fort, die mit einem Kuss zwischen Bukow und König endete, und widmen sich vor allem der Figurenentwicklung. Auch sparen sie mit klischeehaften Darstellungen Rostocks. Stattdessen gibt es das eine oder andere schicke Panorama der Hansestadt in Mecklenburg-Vorpommern zu sehen.

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