Geiselnahme im Gerichtssaal

Spannender «Zürich-Krimi» im Ersten

eine Szene aus «Borchert und die tödliche Falle». Foto: Roland Suso Richter/Ard Degeto/dpa
eine Szene aus «Borchert und die tödliche Falle». Foto: Roland Suso Richter/Ard Degeto/dpa

ZÜRICH (dpa) - Geiselnahme, Erpressung und Wirtschaftskriminalität sind die Zutaten des siebten «Zürich-Krimis». Es geht aber auch um eine alte Männerfreundschaft und um verlorenes Vertrauen zwischen einem Vater und seiner Tochter. Titelheld Borchert hat viel zu tun.

Der neue «Zürich-Krimi» in der ARD hat so viele überraschende Wendungen, dass der Zuschauer bis zum Schluss nicht sicher sein kann, wer hier eigentlich Täter ist und wer Opfer. Der siebte Teil der Reihe mit Christian Kohlund in der Hauptrolle trägt den Titel «Borchert und die tödliche Falle» - und in diesem sehenswerten, spannenden Krimi tappt nicht nur eine Figur in eine solche. Eine Geiselnahme im Gerichtssaal wird zum tödlichen Nervenkrieg, den Regisseur Roland Suso Richter temporeich in Szene gesetzt hat. Zu sehen ist der Film am Donnerstag um 20.15 Uhr.

Anwalt Borchert hat nach wie vor keine Lizenz und arbeitet als Ermittler in der Kanzlei von Dominique Kuster (Ina Paule Klink). Und weil Borchert ein rebellisches Herz hat, hat er auch keine Wohnung, sondern lebt in einem Campingwagen. Dorthin hat er Dominique und deren Vater Reto zum Essen eingeladen. Reto (Robert Hunger-Bühler) ist ein Züricher Staranwalt und ein langjähriger Freund Borcherts. Diese Freundschaft gerät jedoch ins Wanken, und auch die Beziehung zwischen Reto und seiner Tochter wird auf die Probe gestellt.

Nach einem Anruf lässt Reto das Abendessen bei Borchert stehen, bittet seine Tochter darum, am nächsten Tag eine Verhandlung für ihn zu übernehmen und verschwindet. Dominique springt für ihren Vater ein und gerät dadurch in Lebensgefahr. Der Mandant Alexander Böni (Golo Euler) zieht während der Verhandlung unter dem Tisch plötzlich eine Waffe hervor und nimmt Dominique sowie die Richterin und anderen Anwesenden als Geisel.

Das Motiv gibt Borchert und der Polizei Rätsel auf. Zwar war Böni wegen eines Überfalls zu zehn Jahren Haft verurteilt worden, hatte nun aber gute Chancen, wegen guter Führung vorzeitig entlassen zu werden. Zudem: Irgendjemand musste für ihn im Gerichtssaal die Waffe versteckt haben. Böni fordert einen Haufen Geld und einen Helikopter. Polizeihauptmann Furrer - in dieser Folge erstmals von Pierre Kiwitt gespielt - führt die Verhandlung mit dem Geiselnehmer. Eine heikle Angelegenheit, schließlich ist er privat mit Dominique verbandelt.

Weil zunächst keiner so recht weiß, worum es bei der Geiselnahme geht, passieren Fehler, die Lage spitzt sich immer weiter zu. Böni schießt nicht nur einmal. Der junge Mann ist von der Situation ebenso überfordert wie Geiseln und Ermittler. Als Borchert mit Reto spricht, reagiert dieser seltsam ungerührt - schließlich ist seine Tochter in Gefahr. «Mit wem hast Du Dich da eingelassen», fragt Borchert seinen Freund. Er ahnt, dass Reto irgendwie in die Sache verstrickt ist.

Wer steckt hinter dem Geschehen? Wer ist hier Täter und wer Opfer? Der Geiselnehmer werde selbst missbraucht, sagt Kohlund über den Fall. Das führe mitten hinein in die Tragödie, zumal Böni dann auch von der Polizei unter Druck gesetzt werde. «Hier haben sich viele mitschuldig gemacht.» Genau das mache die Geschichte so spannend. Auch Borcherts Freund Reto lade große Schuld auf sich.

Und so hinterlässt «Borchert und die tödliche Falle» Spuren, die sich auch auf die weitergehende Handlung auswirken, wie Kohlund sagt. Die drei nächsten Folgen der Reihe sind bereits im Kasten. Im März beginnen die Dreharbeiten für die Teile 11 und 12. Borchert ermittelt also weiter - gewohnt unkonventionell und mit viel Idealismus.

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