In der Lombardei startet nächtliches Ausgangsverbot - Hohe Strafen

Im Zentrum von Mailand, Norditalien, werden Passanten mit schützenden Gesichtsmasken gesehen. Foto: epa/Matteo-ecke
Im Zentrum von Mailand, Norditalien, werden Passanten mit schützenden Gesichtsmasken gesehen. Foto: epa/Matteo-ecke

MAILAND: Die italienische Region Lombardei hat wegen der stark steigenden Corona-Zahlen nächtliche Ausgangsverbote für die rund zehn Millionen Bürger erlassen. Die verschärften Regeln in der norditalienischen Region, zu der auch Mailand und Bergamo gehören, gelten nach dem Erlass ab Donnerstagabend. Die Menschen dürfen dann zwischen 23 Uhr und 5 Uhr ihr Haus nur noch aus wichtigem Grund wie Arbeit oder Krankheit verlassen. Nach Angaben der Zeitung «Corriere della Sera» können die Behörden bei Verstößen Strafen zwischen 400 und 3000 Euro verhängen.

Die Lombardei, die auch bei der ersten Corona-Welle im Frühjahr stark betroffen war, zählte am Dienstag mehr als 2000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Am Mittwoch verdoppelte sich diese Zahl auf über 4000. Nach dem neuen Erlass müssen die Bürger nachts beim Verlassen des Hauses eine schriftliche Selbstauskunft über dringende Gründe bei sich haben. So ähnlich war das Vorgehen im Frühjahr, als ganz Italien im Lockdown war.

Die Region kündigte zudem am Mittwoch an, die Corona-Notkrankenhäuser auf den Messen in Mailand und Bergamo in Kürze wieder in Betrieb zu nehmen. Sie stammen aus der ersten Covid-19-Welle.

Andere Regionen, Städte und Provinzen planen ebenfalls Verschärfungen, die über die nationalen Regeln hinausgehen. Das süditalienische Kampanien will der Lombardei mit einer ähnlichen Verordnung folgen. Ligurien und das Piemont planen nach Berichten Ladenschließungen an Wochenenden.

Rom hatte erst kürzlich einige Anti-Corona-Maßnahmen verschärft. Regierungschef Giuseppe Conte betonte jedoch, sein Kabinett wolle einen nationalen Lockdown vermeiden. Insgesamt registrierte das 60-Millionen-Einwohner-Land am Mittwoch fast 15.200 Neuansteckungen. Es gab 127 Covid-19-Tote. Vielerorts nimmt die Sorge vor ernsten Engpässen in den Krankenhäusern zu.

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