Zwei ukrainische Überläufer an einem Tag getötet

Foto: Freepik
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LUHANSK/MOSKAU/KIEW: Zwei moskautreue Politiker aus der Ukraine sind am Mittwoch russischen Berichten zufolge durch Anschläge getötet worden. In Kiew berichteten Medien, dass die ukrainischen Geheimdienste für die Attentate verantwortlich seien.

In einem Hotel bei Moskau wurde der ehemalige ukrainische Abgeordnete Illja Kywa (46) tot aufgefunden, ein prominenter Vertreter des früheren prorussischen Lagers. Das staatliche Ermittlungskomitee im Gebiet Moskau teilte der Staatsagentur Ria Nowosti zufolge mit, Kywa sei von einem Unbekannten mit einer Schusswaffe getötet worden.

In der von Russland besetzten ukrainischen Stadt Luhansk wurde Oleg Popow, ehemaliger Abgeordneter im Parlament der sogenannten Volksrepublik Luhansk, durch eine Bombe in seinem Auto getötet. Das bestätigte ein Sprecher der Besatzungsmacht. Popow (51) soll früher als Vorsitzender im Ausschuss für Staatssicherheit und Verteidigung eine bedeutende Figur des russischen Machtapparats in den besetzten Teilen der Ukraine gewesen sein.

Der 46-jährige Kywa war vor der russischen Invasion in die Ukraine vor mehr als 21 Monaten für seine prorussische Position bekannt. Nach dem Einmarsch floh er nach Russland, wo er zum regelmäßigen Gast kremltreuer politischer Propaganda-Talkshows wurde. Im November 2023 verurteilte ihn ein Kiewer Gericht wegen Hochverrats in Abwesenheit zu 14 Jahren Haft.

«Ja, wir können bestätigen, dass Kywa erledigt ist», sagte der Sprecher des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR, Andrij Jussow, in der Dauernachrichtensendung des Fernsehens. Das gleiche Schicksal werde «andere Verräter an der Ukraine sowie die Handlanger des Putin-Regimes» ereilen, sagte er. Unabhängig überprüfen ließ sich die Verantwortung ukrainischer Sicherheitsdienste indes nicht.

Seit dem Kriegsbeginn sind mehrere hochrangige Funktionäre und Kollaborateure der russischen Besatzungskräfte in der Ukraine getötet worden. Im Oktober überlebte der ukrainische Überläufer und Ex-Präsidentschaftskandidat Oleg Zarjow nur knapp einen Anschlag auf der Krim.

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Andy Kanne 07.12.23 13:20
Ukraine
Überläufer oder Verräter, wohl eher letzteres.
Schlimm ist es jedoch, dass es immer noch genügend blinde Menschen gibt, die dem dem Kommunisten Putin, diesem Kriegsverbrecher, die Stange halten.
Hätte die freie westliche Welt Russland bereits bei der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim die Stirn geboten, hätte es den Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht gegeben.
Die Ukraine hatte auf die vertraglichen Abmachungen mit der damaligen Sowjetunion vertraut und die Atomwaffen auf der Krim zurückgegeben. Dies war ein riesen Fehler, wie sich jetzt heraussgestellt hat.
Traue niemals einem Kommunisten.
Ingo Kerp 07.12.23 12:50
Jetzt gehen dem Narzissen Selenskyj schon die ehem. Politiker laufen, in Richtung des Gegners. Millionen andere Ukrainer wäre so gnädig ihm gegenüber und sind wenigstens nur in den Westen geflohen. Eine Schande für seine Reputation ist es dennoch.