Zwei Tote nach israelischem Angriff auf Ziele im Nordosten

Israels Militäroperation im nördlichen Gaza-Streifen. Foto: epa/Mohammed Saber
Israels Militäroperation im nördlichen Gaza-Streifen. Foto: epa/Mohammed Saber

BEIRUT/TEL AVIV: Bei einem israelischen Angriff im Nordosten des Libanons sind am Montag nach libanesischen Angaben zwei Menschen getötet worden. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, dass es sich dabei vermutlich um Kämpfer der proiranischen Hisbollah handelt. Ziel des Angriffs soll demnach ein Waffenlager der Schiitenmiliz nahe der Stadt Baalbek gewesen sein. Aus Kreisen der Hisbollah hieß es jedoch, dass die israelischen Angriffe auf ein leer stehendes, dreistöckiges Gebäude abgezielt hätten. Israels Militär teilte mit, «Terrorziele der Hisbollah» tief im Landesinneren des Libanons angegriffen zu haben.

Laut des Fernsehkanals der Hisbollah, Al-Manar, hatte die Miliz zuvor eine israelische Drohne im Süden des Libanons abgeschossen. Die israelische Armee bestätigte den Abschuss des unbemannten Fluggeräts vom Typ Hermes-450 UAV und bezeichnete den Angriff bei Baalbek als Antwort darauf. Anschließend habe die israelische Luftwaffe die Absturzstelle bombardiert, um zu verhindern, dass der Hisbollah Trümmer mit sensiblen elektronischen Teilen und Datenträgern in die Hand fallen, berichtete die «Times of Israel» unter Berufung auf Militärkreise. Die Hisbollah erklärte, weiterhin feindliche Flugzeuge abzuschießen, um sie daran zu hindern, ihre Ziele zu erreichen. Die Miliz reklamierte bis Montagmittag außerdem drei Angriffe auf Israel für sich.

Es ist das erste Mal seit Ausbruch des Gaza-Krieges, dass die israelische Armee Ziele im Nordosten des Libanons angegriffen hat. Baalbek liegt etwa 100 Kilometer von der israelischen Grenze entfernt. Die israelischen Angriffe hatten sich zuletzt weiter auf das Landesinnere ausgebreitet. Zuletzt griff das Militär auch Ziele nahe dem Küstenort Sidon an, der etwa 60 Kilometer von der Grenze entfernt liegt.

Der israelische Verteidigungsminister Joav Galant hatte am Vortag angekündigt, den militärischen Druck auf die Miliz «bis zum vollständigen Rückzug der Hisbollah» von der Grenze zu Israel verstärken. Davon werde man sich auch dann nicht abbringen lassen, wenn es im Krieg im südlich gelegenen Gaza zu einer Feuerpause kommen sollte. Israel warnte bereits mehrmals, dass es auch zu einem größeren Militäreinsatz bereit sei, falls diplomatische Bemühungen ins Leere laufen sollten.

Seit dem Ausbruch des Gaza-Krieges am 7. Oktober vergangenen Jahres hat sich der Konflikt Israels mit der Hisbollah entlang der israelisch-libanesischen Grenze verschärft. Die Schiitenmiliz feuert aus dem Grenzgebiet auf den Norden Israels. Israel greift wiederum mit seiner Artillerie und Luftwaffe Hisbollah-Stellungen an. Israel will mit militärischem und diplomatischem Druck erreichen, dass sich die Hisbollah-Miliz im Süden des Libanons wieder hinter den 30 Kilometer von der Grenze entfernten Litani-Fluss zurückzieht - so wie es die UN-Resolution 1701 zum Ende des Krieges 2006 vorsieht.

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