Am wenigsten klimaschädlichen Airlines

Zwei deutsche Fluglinien unter den besten

Foto: epa/Patrick Pleul
Foto: epa/Patrick Pleul

BERLIN (dpa) - Der Verkehr am Himmel produziert riesige Mengen des Treibhausgases CO2. Neue Flugzeugmodelle mit deutlich weniger Kerosinverbrauch machen Hoffnung. Doch reicht das, um bis 2050 die Kurve zu kriegen und tatsächlich CO2-frei zu werden?

Gleich zwei deutsche Fluglinien gehören laut einer Studie zu den Top Ten der am wenigstenklimaschädlichen Airlines der Welt. Wie die Umweltorganisation Atmosfair am Samstag mitteilte, landeten TUIfly auf Platz vier und Condor auf Platz neun. Die höchste Klimaeffizienz erreichte wie im Vorjahr die britische Airline TUI Airways vor der brasilianischen LATAM. Atmosfair bewertet rund 200 große Gesellschaften weltweit nach ihrer Umweltbelastung.

Der Index basiert auf dem CO2-Ausstoß einer Fluggesellschaft pro Kilometer und Passagier auf allen geflogenen Strecken. Von den 50 klimafreundlichsten Airlines kommen 14 aus Europa und 10 aus China.

«Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Effizienzsteigerungen der
Airlines weltweit derzeit allein noch nicht zum 1,5-Grad- oder 2-Grad-Ziel führen», sagte Atmosfair-Chef Dietrich Brockhagen über die Auswirkungen der Emissionen auf die globale Erwärmung. «Wir brauchen neue, synthetisch und CO2-neutral hergestellte Treibstoffe und weitere Maßnahmen für die Klimawende im Flugverkehr.»

Global wuchsen 2018 die CO2-Emissionen der Airlines um 5 Prozent, die geflogenen Kilometer legten indes um gut 6 Prozent zu. «Die notwendige Entkopplung von Verkehrswachstum und CO2-Emissionen ist damit weiter nicht in Sicht.» Es sei noch offen, wie die Branche ihre Emissionen so stark senken wolle, dass sie im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen nach 2050 CO2-frei werde, monierten die Aktivisten.

Neue Flugzeugmodelle - zum Beispiel die Boeing 787-9, der Airbus A350-900 oder der Airbus A320neo - legen laut atmosfair die Messlatte für erreichbare CO2-Effizienz deutlich höher und sparen riesige Mengen Kerosin. Immerhin jede zehnte untersuchte Linie schaffte es, trotz mehr geflogener Kilometer ihre CO2-Emissionen konstant zu halten - dank Effizienz-Steigerung.

«Dies ist ein erster Schritt auf dem Weg zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens, das weltweit schnelle und weitreichende CO2-Reduktionen verlangt», betonte die Organisation. Allerdings liegen diese Airlines bei der absoluten Klimaeffizienz auch nur im oberen Mittelfeld. «Das zeigt die Herausforderung, die CO2-Effizienz fortlaufend zu steigern.»

Die Aktivisten gaben auch Hinweise, wie jeder Flugreisende einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Wenn möglich, sollte man Flüge mit Umsteigen vermeiden. Zudem könne jeder vor einer Buchung in dem Klima-Index nachschlagen, welche Airline am umweltfreundlichsten unterwegs sei. Denn der Treibstoffverbrauch pro Passagier und Kilometer könne auf derselben Strecke bei einer Fluggesellschaft mehr als doppelt so hoch liegen wie derjenige einer anderen. Darüber hinaus habe jeder Fluggast die Möglichkeit, zum Ausgleich seines Flugs Geld für den Klimaschutz in Entwicklungsländern zu spenden. Oder man entscheidet sich bei kürzeren Distanzen für das Bahnfahren.

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