Zverev, Kerber, Petkovic zum Wimbledon-Start siegreich

Struff raus

Blumenteppich des Logos der Wimbledon-Tennismeisterschaften in Wimbledon, Großbritannien. Foto: epa/Olivier Hoslet
Blumenteppich des Logos der Wimbledon-Tennismeisterschaften in Wimbledon, Großbritannien. Foto: epa/Olivier Hoslet

LONDON: Alexander Zverev ist drin im Turnier von Wimbledon. Gegen einen Qualifikanten kommt die deutsche Nummer eins nicht in Gefahr und hat danach Zeit zum Fußball gucken. Auch Angelique Kerber und Andrea Petkovic sind weiter. Serena Williams gibt weinend auf.

Angelique Kerber und Alexander Zverev sahen das deutsche EM-Aus ein paar Meilen entfernt zumindest mit einem guten Wimbledon-Gefühl. Beide erledigten am Dienstag ihre ersten Tennis-Pflichtaufgaben letztlich souverän, blieben auch vom nächsten Regen-Chaos verschont und konnten dann Fußball im Fernsehen schauen.

Jan-Lennard Struff dagegen verpasste das 0:2 von Wembley und dürfte sich zudem vor allem über sein eigenes Aus gegen den russischen Mitfavoriten Daniil Medwedew geärgert haben. Auch Philipp Kohlschreiber, Daniel Masur und Mona Barthel verloren, Andrea Petkovic kam dagegen ebenso weiter wie Oscar Otte. Lohn für Ottes hauchdünnen Erfolg mit 13:12 im Tiebreak des fünften Satzes gegen den Franzosen Arthur Rinderknech ist nun ein Duell mit dem britischen Liebling und zweimaligen Wimbledonsieger Andy Murray.

Beendet ist das Turnier dagegen nach einer Verletzungsaufgabe für Altstar Serena Williams, der ebenfalls 39-jährige Roger Federer profitierte indes von einer Aufgabe.

Weil ihre Matches auf dem mit einem Dach ausgestatteten Platz eins angesetzt waren, konnten Zverev und Kerber beim Grand-Slam-Klassiker relativ problemlos in die zweite Runde einziehen. Beide hatten es nach ihrem jeweiligen Einzug in die zweite Runde des Rasenklassikers wegen des Fußball-Krachers zwischen England und Deutschland eilig.

«Ihr habt noch zehn Minuten, dann muss ich los», witzelte Zverev auf die Fragen zum EM-Achtelfinale, das er in größerer Runde schauen wollte. Mit dem 6:3, 6:4, 6:1 gegen den niederländischen Qualifikanten Tallon Griekspoor hatte der Hamburger seine erste Partie so schnell wie möglich erledigt. Kerber hatte ihren 6:4, 6:3 gegen die Serbin Nina Stojanovic erst kurz vor dem Anpfiff sicher.

«Alle deutschen Jungs kommen zu mir - außer Struffi, der muss ja spielen», verriet Zverev und erklärte launisch, dass er aufs Elfmeterschießen hoffe. Struff war gegen Medwedew später an der Reihe und konnte beim 4:6, 1:6, 6:4, 6:7 (3:7) gegen den an Nummer zwei gesetzten Russen nicht seinen jüngsten Erfolg von Halle wiederholen.

Zverev glänzte vor allem mit seinem Aufschlag und geriet nie in Gefahr. Eine kurze Regenunterbrechung brachte ihn ebenfalls nicht aus dem Tritt. Kerber hatte direkt nach ihm Platz 1 betreten, aber anders als der Weltranglisten-Sechste einen schwachen Start erwischt. 0:3 lag die ehemalige Nummer eins der Welt gegen Stojanovic zurück. Erinnerungen an ihre Erstrunden-Pleiten bei den vergangenen drei Grand-Slam-Turnieren kamen aber nur kurz auf. Nachdem sie sich mit einem Netzroller den ersten Spielgewinn gesichert hatte, kam die Kielerin besser in ihre Erstrundenpartie. «Am Anfang war es ein bisschen eine Zitterpartie», meinte Kerber.

Drei Matchbälle nacheinander ließ sie bei 5:3 im zweiten Satz zunächst noch aus. Den vierten nutzte sie. «In den letzten Punkten war ich ein bisschen nervös. Ich denke, es war eine solide erste Runde», bilanzierte die 33-Jährige. Am Samstag hatte die Weltranglisten-28. in Bad Homburg den ersten Titel seit ihrem Wimbledon-Triumph vor drei Jahren gefeiert und damit reichlich Selbstvertrauen gesammelt.

Bei den Damen kam Andrea Petkovic mit 6:4, 6:3 gegen die Italienerin Jasmine Paolini weiter und trifft nun auf French-Open-Siegerin Barbora Krejcikova aus Tschechien. «Wie mit 17 so auch immer noch mit 33: Ich gehe in jedes Match und will gewinnen. Natürlich ist sie die Favoritin, ich bin gespannt, wie sie auf einem schnellerem Belag spielt», sagte Petkovic. Altmeister Kohlschreiber ärgerte sich indes über sein Aus in fünf Sätzen gegen den Weltranglisten-Zwölften Denis Shapovalov aus Kanada. «Ich bin natürlich schon enttäuscht und angefressen, weil ich einfach glaube, dass heute auch ein Sieg für mich drin gewesen ist», sagte der 37-Jährige.

Auch am zweiten Turniertag sorgte der Regen wieder für Pausen und Absagen, für doch die größte Aufregung gab es um Serena Williams. Nachdem Federers französischer Kontrahent Adrian Mannarino vor dem fünften Satz passen musste, sank die ebenfalls 39-jährige Amerikanerin im ersten Satz gegen Alexandra Sasnowitsch aus Belarus im ersten Satz unter Schmerzen auf den Rasen.

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