«Der Bulle und das Biest»

Der Hund ist klasse

Schauspieler Jens Atzorn und sein Filmhund Rocky bei Dreharbeiten für die Sat.1-Serie
Schauspieler Jens Atzorn und sein Filmhund Rocky bei Dreharbeiten für die Sat.1-Serie "Der Bulle und das Biest". Foto: Jens Kalaene/Dpa-zentralbild/dpa

BERLIN (dpa) - Herr und Hund sind sich nicht immer grün, auch im Fernsehen nicht. Eine neue TV-Serie zeigt nun, wie sich das auswirkt, vor allem im Krimi-Alltag.

Tiere gehen im Fernsehen immer, vor allem Hunde. Das war seit «Lassie» schon des öfteren zu sehen, etwa in der Sat.1-Serie «Kommissar Rex». Jetzt steht wieder ein Rüde im Mittelpunkt einer Krimi-Serie mit dem Titel «Der Bulle und das Biest». Sie läuft mit insgesamt zehn Folgen ab Montag (7. Januar, 20.15 Uhr) ebenfalls bei Sat.1. Im Anschluss (21.15 Uhr) startet die dritte Staffel der Serie «Einstein».

Warum der Sender die eigenproduzierten Serien vom Dienstag auf Montag verschoben hat, erklärt Sat.1-Geschäftsführer Kaspar Pflüger so: «Mit unseren deutschen Serien zum Wochenauftakt haben wir bereits über Jahre hinweg sehr gute Erfahrungen gemacht. Programmstrategisch liegt es nahe, unser neues Crime-Doppelpack am Montag zu zeigen. Beide sind mit ihrer richtigen Prise Humor der perfekte Start in die Woche».

Humor hat der neue «Bulle allemal. Er heißt Elias Decker (Jens Atzorn) und ist Kommissar in Berlin - einer von der lässigen Sorte, der gerne im T-Shirt herumläuft und einen dicken Ami-Schlitten («Dodge Polara») fährt. Er lebt in einem großen Loft, zusammen mit seinem Hund Rocky, und gleich gegenüber wohnt Nachbarin Sarah (Nora Huetz), die beide ganz gerne mögen.

Wenn Elias nicht gerade mit seinem Mitbewohner beschäftigt ist, der gerne alles um ihn herum in völlige Verwüstung bringt, dann ermittelt er mit seiner Kollegin Caro (Franziska Wulf) in Mordfällen, die teilweise skurril sind. Da wird ein Fahrradkurier von der Radkette erdrosselt oder eine junge Braut von einer Baggerschaufel zermalmt, und als Täter kommt gleich die ganze Familie des Bräutigams in Frage.

Bester Schauspieler und Held der Serie ist selbstverständlich der Hund. Was «Rocky» hier alles mit großer Nonchalance anstellt, ist schon erstaunlich: Er lehnt artgerechtes Futter ab, pinkelt schon mal in Herrchens Schuhe, pennt auf dem Bett, fährt gerne im Cabrio und macht auch sonst sein Ding. Das ist der Rasse eines Bullmastiff wohl ebenso angeboren wie knuffiges Gucken und heftiges Sabbern.

So sehr das sein Herrchen regelmäßig auf die Palme bringt, so lässig geht Frau Nachbarin damit um, weshalb Rocky gerne mal bei ihr klingelt, mit einem Schlafkissen in der Schnauze. Auf ihre Frage, warum der Hund sich bei ihr so wohl fühle, antwortet Elias: «Na, weil er halt ein Rüde ist».

Bullmastiffs seien liebenswert, aber auch stur und eigensinnig und nicht als Modehund geeignet, sagt Rockys Tiertrainerin, Renate Hiltl, im Sat.1-Interview. «Mir wäre sehr wichtig, dass bei den Zuschauern nicht so ein Hunderassen-Hype wie bei "Rex" entsteht und jeder meint, er kann sich jetzt einen Bullmastiff wie "Rocky" zulegen.»

Elias hat aber nicht nur mit dem Hund viel um die Ohren, sondern auch mit seiner Mutter (Sabine Vitua), die trinkt und sich gehen lässt, auch weil sie noch immer um ihre tote Tochter Miriam trauert. Und dann ist da noch deren Freund Nassim (Serkan Kaya), der im Krankenhaus im Koma liegt. An der Darbietung der Schauspieler und der Erzählform der Kriminalfälle könnte noch gearbeitet werden. Locker-flockig ist das Ganze aber schon, vor allem dann, wenn «Rocky» zum Einsatz kommt. Und sogar ironisch, etwa wenn eine Passantin fragt: «Drehen Sie hier einen "Tatort"?».

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