Abschied nach 48 Folgen

Aus und vorbei für «Die Spezialisten»

Foto: Hardy Spitz/Zdf/dpa
Foto: Hardy Spitz/Zdf/dpa

BERLIN (dpa) - «Die Spezialisten» ermitteln seit gut drei Jahren in Berlin. Sie haben schon manchem Schädelknochen, Hautfetzen oder Skelett-Teilchen Geheimnisse entlockt. Aber jetzt ist Schluss damit.

«Die Spezialisten» müssen immer ran, wenn es um Verbrechen mit langer Geschichte geht. In der aktuellen vierten Staffel der ZDF-Krimiserie hatten sie es schon mit dem Skelett eines ehemals in Berlin stationierten US-Soldaten zu tun, mit den sterblichen Überresten eines früheren Schwimmtrainers aus der DDR, dem Tod eines ehemaligen SS-Mannes und dem Mord an dem afghanischen Dolmetscher von Hauptkommissar Henrik Mertens (Matthias Weidenhöfer), der mal Polizeiausbilder in Kundus war. Am Mittwoch (3. April, 19.25 Uhr) ermitteln die Mitglieder der Interdisziplinären Ermittlungskommission (IEK) am Berliner Landeskriminalamt zum letzten Mal. Nach der 48. Folge der von der UFA Fiction produzierten Serie ist Schluss.

Der Grund sind dem ZDF zufolge die Einschaltquoten: «"Die Spezialisten – Im Namen der Opfer" ist trotz kontinuierlicher Weiterentwicklung nicht auf eine dem Sendeplatz entsprechende Resonanz gestoßen», teilte der Sender mit. Deswegen werde das Format nicht weitergeführt. Die bisherigen Folgen in diesem Jahr hatten im Schnitt 3,32 Millionen Zuschauer und 11,8 Prozent Marktanteil. Gestartet ist die Krimiserie im Februar 2016. Zunächst spielte Valerie Niehaus an der Seite von Hauptkommissar Mertens die Rechtsmedizinerin Dr. Katrin Stoll. Erst seit Anfang des Jahres gehört Alina Levshin («Die Kriegerin») in der Rolle der Pathologin Dr. Julia Löwe zum Team.

In der letzten Folge mit dem treffenden Titel «Am Ende» geben «Die Spezialisten» noch einmal alles - und auch Valerie Niehaus bekommt einen letzten großen Auftritt. Drehbuchautor Kai Gero Lenke nutzt wie gewohnt die Freiheiten, die das Format bietet, bei dem nicht alles unbedingt wahrscheinlich sein muss, aber ruhig ziemlich dramatisch sein darf.

Es beginnt mit einer scheinbar mumifizierten Leiche, die auf ungeklärte Weise in der Pathologie des IEK gelandet ist und sofort das Interesse von Dr. Löwe weckt. Für die sozial gestörte, aber fachlich versierte Rechtsmedizinerin ist es ein Klacks, anhand des Gebisses herauszufinden, dass es die Überreste eines Mannes sind, der vor schon zwei Jahrzehnten gestorben ist. Leider stellt sich heraus, dass im Bauch der Leiche ein Zeitzünder steckt - und ein Behälter mit Nervengas.

Dafür verantwortlich ist Jürgen Zoch (Thure Riefenstein), der aus der Haft geflohene, durch und durch böse Gewaltverbrecher, der Katrin Stoll entführt hat. Während Dr. Löwe mit ihrem Partner Rufus (Tobias Licht) in der Pathologie den Zeitzünder zu entschärfen versucht, macht sich Hauptkommissar Mertens auf den Weg zur Geldübergabe. Dann eskaliert die Situation - Stoll schießt den Verbrecher nieder. Fast hätte sie ihm noch eine weitere Kugel verpasst. «Katrin, es ist vorbei», beruhigt Mertens sie zum Glück.

Ein ganz anderes Drama hat sich parallel im LKA abgespielt. Da drohte der neue, komplett unsympathische Stabsleiter Ferdinand Wagner (Götz Otto), damit, die «Spezialisten»-Abteilung zu schließen. Aber als der Fall Zoch geklärt ist, muss er die Glückwünsche der Polizeipräsidentin überbringen. Dicht gemacht wird die Interdisziplinären Ermittlungskommission also nicht - als Krimiserie aber ist sie am Ende. «Ich denke, meine Zeit ist vorbei», sagt Katrin Stoll am Schluss der Folge, als ihr angeboten wird, doch ins «Spezialisten»-Team zurückzukehren. Und das gilt das für das gesamte Format nun auch.

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