Zeitungen zum Geschehen am Samstag

Foto: Pixabay/Gerd Altmann
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«La Vanguardia»: Hilfe für Israel könnte Biden die Wiederwahl kosten

BARCELONA: Die spanische Zeitung «La Vanguardia» kommentiert am Samstag die negativen Folgen von Joe Bidens Unterstützung für Israel im Gaza-Krieg für dessen Chancen, wiedergewählt zu werden:

«(...) Die Unterstützung des Weißen Hauses für die israelische Regierung schafft nicht nur außenpolitische Probleme für Präsident Joe Biden, sondern könnte auch seine Chancen auf eine Wiederwahl bei den Wahlen im November ernsthaft schmälern. Das Unbehagen vieler Demokraten könnte sich in Wahlenthaltung niederschlagen, wie einige Umfragen bereits erkennen lassen. Die außenpolitischen Versuche der USA, Netanjahu in die Schranken zu weisen, reichen nicht aus.

Der Favorit bleibt trotz all seiner anhängigen Gerichtsverfahren Donald Trump. Gerade diese Woche wurde die Welt von den Vorwürfen der Pornodarstellerin Stormy Daniels verblüfft und von 34 Delikten, die dem Ex-Präsidenten wegen Fälschung von Dokumenten vorgeworfen werden. Hätte jemand vor einigen Jahren ein Drehbuch (...) dieser Art abgeliefert, wäre er der Phantasterei (...) bezichtigt worden. Heute scheint es jedoch so, dass Trump egal, was er anstellt in den Umfragen führt. Der frühere OECD-Generalsekretär Ángel Gurría sagte kürzlich, dass «das größte Risiko, dem die Menschheit heute ausgesetzt ist, möglicherweise darin besteht, dass Donald Trump der nächste US-Präsident sein wird». Die Wahlen rücken näher, und Bidens Schwäche wird immer deutlicher.»


«The Times»: Demonstranten beim ESC sollten sich schämen

LONDON: Die Londoner «Times» kommentiert am Samstag die Proteste in Malmö gegen die Teilnahme der israelischen Sängerin Eden Golan am Eurovision Song Contest (ESC):

«Welchen Nutzen könnten die Menschen im Gazastreifen wohl davon haben, dass ein Mob eine junge Frau in ihrem Hotelzimmer belagert und sie von der Straße aus bedroht und rassistisch beschimpft? Ihr Verbrechen? Sie singt ein Lied im Namen der Rundfunkanstalt ihres Landes. (...)

Eden Golan ist kein Werkzeug des israelischen Staates. Sie ist eine Künstlerin, die versucht, ihren Job zu machen. Das bedeutet, dass sie ein Lied vorträgt, das - wie die meisten Beiträge zum Eurovision Song Contest - nach ein oder zwei Tagen der Pop-Vergessenheit anheimfallen wird. Das ist, kurz gesagt, kein offensichtliches Ziel für gedankenlose Hysterie. (...)

Es ist sehr traurig, dass der Eurovisionskarneval so überschattet wird. Eden Golan ist 20 und trägt die Last eines schrecklichen Konflikts auf ihren Schultern, ohne dass sie etwas dafür kann. Diejenigen in der versammelten Menge, die einem lange geschürten Hass Luft machten, die sich an der Angst erfreuten, die sie in ihr auslösten, während sie sich in die Fahne der Selbstgerechtigkeit hüllten, sollten sich einfach nur schämen.»


«NZZ»: ESC ist zur antiisraelischen Kundgebung geworden

ZÜRICH: Zu den Protesten in Malmö gegen die Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest (ESC) meint die «Neue Zürcher Zeitung» am Samstag:

«Was sich zurzeit in Malmö abspielt, ist traurig. Und in dieser Form beispiellos. Nur, politische Nebentöne gehören zum ESC, seit es ihn gibt. (?) Seit den 1970er-Jahren ist der Wettbewerb begleitet von Boykotten, Boykottdrohungen und einem elenden Geschacher darum, wer teilnehmen darf und wer ausgeschlossen werden soll. Ganz zu schweigen davon, dass die Vergabe der Punkte durch die Jury offensichtlich immer wieder politischen Kriterien folgte. Etwa als die Jury Russlands 2014 der Dragqueen Conchita Wurst null Punkte gab. Oder als Großbritannien 2021 weder von den Fachjurys noch von den Zuschauern einen Punkt erhielt ? als «Quittung» für den Brexit. Unpolitisch war der Eurovision Song Contest nie. Aber jetzt ist er zur antiisraelischen Kundgebung geworden.»

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