Zeitungen kommentieren das Weltgeschehen am Sonntag

Foto: Adobe Stock/©elis Lasop
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«Handelsblatt» zur Haushaltspolitik der Großen Koalition

Mit solider Haushaltsführung hat diese Koalition nur noch wenig am Hut.

Stattdessen betreibt sie rücksichtslos Politik auf Kosten der künftigen Generation, und das gleich doppelt. Sie plündert einerseits Reserven, die für demografisch schlechte Zeiten gedacht waren, und schafft es andererseits in ihrer selbstgerechten Trägheit nicht, den ewigen Investitionsstau im Land aufzulösen. Wenn die nächste Regierung nicht den Schalter umlegt, steht die kommende Generation in einem Gewand da, das an allen Enden zu kurz ist: Weder verfügt sie über Reserven für Investitionen, noch findet sie einen funktionierenden Staat vor.


«Corriere della Sera»: Kanada rechnet mit beschämendem Kapitel ab

ROM: Zum Fund von Überresten Dutzender Kinder in Kanada schreibt die italienische Zeitung «Corriere della Sera» aus Mailand am Sonntag:

«Kanada rechnet erneut mit dem ab, was sein Premierminister Justin Trudeau als «das beschämendste Kapitel unserer Geschichte» bezeichnet. Eine Zeit der allgemeinen Pflicht, zu schweigen. Jeder wusste davon, denn in jeder Provinz des nordamerikanischen Staates wurden im vergangenen Jahrhundert von den christlichen Kirchen Internate betrieben. Die Regierung von Ottawa befürwortete, dies sei der beste Weg, um die Indigenen zu integrieren. Kinder wurden von klein auf aus ihren Familien gerissen, um die «weiße Erziehung» zu erhalten. Im Garten einer dieser Schulen, der Kamloops Indian Residential School, in British Columbia, wurde ein Massengrab mit den Überresten von 215 Kindern entdeckt.»


«The Sunday Times»: China muss große und wichtige Fragen beantworten

LONDON: Die Londoner «Sunday Times» kommentiert die Ermittlungen zum Ursprung des Coronavirus in Wuhan:

«Niemand glaubt ernsthaft, dass China in diesem Fall biologische Kriegsführung betrieben hat und das Risiko eingehen wollte, Tausende seiner eigenen Bürger zu töten. Doch man nimmt an, dass die Forschung im Labor - die sogenannte Gain-of-function-Forschung - die Manipulation von Tierviren beinhaltete, um die Reaktion auf zukünftige Ausbrüche verbessern zu können. (...)

Aber Pekings Kultur der Geheimhaltung hatte am Anfang der Pandemie dazu geführt, dass die Welt erst nach einer fatalen Verzögerung von Covid-19 erfuhr. Und jetzt verhindert Pekings Besessenheit von der Geheimhaltung eine gründliche Untersuchung der Herkunft des Virus, was das tiefe Misstrauen nur noch verstärkt.

Solange wir nicht ausschließen können, dass es chinesische Inkompetenz war, die die Welt in die Knie gezwungen hat, werden viele Menschen glauben, dass dies tatsächlich der Fall war. China hat große und wichtige Fragen zu beantworten. Wenn es sich weigert, dies zu tun, wird es viel mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen.»

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