Zeitungen kommentieren das Weltgeschehen am Samstag

Foto: Adobe Stock/©elis Lasop
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«Magyar Nemzet»: Deutschlands Regierung dient den globalen Eliten

BUDAPEST: Die regierungsnahe Budapester Tageszeitung «Magyar Nemzet» kommentiert am Samstag die angebliche Abhängigkeit der deutschen Bundesregierung vom «globalen Finanzkapital»:

«(Bundeskanzler) Olaf Scholz nahm ebenso wie (EU-Kommissionspräsidentin) Ursula von der Leyen, (Ex-Gesundheitsminister) Jens Spahn aus der CDU oder der legendäre Wolfgang Schäuble an einem Treffen der Bilderberg-Gruppe teil. (...) Wir wissen sehr wohl, dass eine Einladung zur Bilderberg-Konferenz (einflussreicher Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Militär, Wissenschaft und Medien) im allgemeinen in der Mehrheit der Fälle den Beginn einer wunderbaren Freundschaft mit der globalen Elite bedeutet. (...) Zugleich ist auch gut ersichtlich, dass der Grünen-Kovorsitzende und (...) Wirtschaftsminister Robert Habeck mit der deutschen Identität ein schweres Problem hat. Er ist also nicht nur finanziell, sondern auch emotional an die globalen Kreise angebunden. (...) In Deutschland regieren derzeit Politiker, die nicht die Interessen der Nation, sondern die des globalen Finanzkapitals vor Augen haben. (...) In Zeiten des russisch-ukrainischen Krieges und der Energiekrise ist das für die Zukunft Europas wirklich tragisch.»


«De Standaard»: Zukunft des Commonwealth ist ungewiss

BRÜSSEL: Die belgische Zeitung «De Standaard» geht am Samstag der Frage nach, welche Zukunft der Staatenbund Commonwealth unter Charles III. haben wird:

«Das Commonwealth spielt auf der geopolitischen Weltbühne keine bedeutende Rolle mehr. Die seltene Gelegenheiten, bei denen das Commonwealth es in die Weltnachrichten schafft, sind seine Spiele. Vor allem die ärmeren Länder fragen sich laut, welchen konkreten Nutzen der Staatenbund für sie hat. (...)

Meist handelt es sich um kleine Inselgruppen, aber auch in Kanada, Australien und Neuseeland wird König Charles III. das neue Staatsoberhaupt sein. Es ist nicht verwunderlich, dass in diesen konstitutionellen Monarchien nun wieder republikanische Gedanken hochkommen. Der Premierminister von Antigua und Barbuda kündigte umgehend ein Referendum an, in dem die Einwohner der Karibikinsel über den Fortbestand der Monarchie entscheiden können. (...)

Für die Regierung in London dürfte das ein unangenehmer Gedanke sein. Großbritannien wird von Brexiteers regiert, die seit dem Austritt des Landes aus der EU laut von einem neuen «Global Britain» träumen. Sie hoffen dabei besonders auf mehr Zusammenarbeit im Commonwealth. Doch das scheint ein Wunschtraum zu bleiben.»


«The Telegraph»: Ehrung der Königin durch das Volk ist ermutigend

LONDON: Zum Abschied der Briten von der verstorbenen Königin Elizabeth II. meint der Londoner «Telegraph» am Samstag:

«In unserem digitalen Zeitalter kann man sich leicht Sorgen machen, dass die Tugenden, die die Briten einst schätzten - Stoizismus, Mut, Hingabe und Geduld - über Bord geworfen und durch andere, weniger wertvolle Eigenschaften ersetzt wurden. Dass Oberflächlichkeit und Narzissmus heute den Platz in der Gesellschaft einnehmen, an dem einst Substanz und Selbstlosigkeit standen. Dass der Nationalstolz und die stetige Zufriedenheit, die sich aus gemeinsamen Anstrengungen und einem Gefühl der Zusammengehörigkeit ergeben, vollständig durch Selbstbezogenheit und die triviale Bestätigung durch «Likes» in den sozialen Medien verdrängt worden sind.

Aber für diejenigen, die heute über den Zustand der Nation besorgt sind, sollte die erstaunliche Zahl der Trauernden, die in langen Schlangen darauf warteten, an die Reihe zu kommen, um ihre verstorbene Monarchin zu ehren, ein gewisses Maß von Bestätigung bieten, dass die wesentlichen Qualitäten, die durch Königin Elizabeth verkörpert wurden, auch in ihrem Volk fortbestehen werden.»


«NZZ»: Charles III. will Zusammenhalt des Königreichs stärken

ZÜRICH: König Charles III. werde britische Traditionen in Ehren halten, heißt es am Samstag im Leitartikel der «Neuen Zürcher Zeitung»:

«Charles hat den Schock des Todes seiner Mutter und seiner eigenen Ernennung zum König mit bewundernswerter Würde und Fassung ertragen. In seinen ersten Auftritten und Reden als König hat er erklärt, dass er die Lebensleistung der Mutter zu ehren und zu lieben wisse. Und er hat klargemacht, dass seine in der Öffentlichkeit gut bekannte und viel kommentierte Lebensphase als Prince of Wales beendet ist und eine neue Aufgabe als König begonnen hat, deren Erwartungen er kennt und respektiert. (.)

Wie einst Elizabeth II. hat er in Edinburg und Belfast erklärt, dass er sein Leben und seine Regentschaft dem Zusammenhalt des Königreichs widmen werde. Jedes Wort, jede Regung, jede Falte seines Anzugs steht für den Anspruch, dieselben britischen Traditionen und Tugenden hochzuhalten wie seine Mutter. König Charles III. weiß genau, welche Schranken die Verfassung ihm auferlegt. Und er wird sich ebenso minuziös an diese halten wie seine Mutter.»

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