Zeitungen kommentieren das Weltgeschehen am Dienstag

Zeitungen kommentieren das Weltgeschehen am Dienstag

«Die Welt» zu Endmontage des Kernfusion-Reaktors ITER in Südfrankreich

Das größte energietechnische Projekt der Geschichte ist auf der Zielgeraden. Die Fusion von Wasserstoff-Isotopen verheißt der Menschheit unbegrenzte Energie ohne Rohstoffkriege, ohne Klimaschäden, ohne strahlenden Müll, ohne Explosionsgefahr. Der ITER ist noch kein Kraftwerk, er ist ein Experiment. Und das kann scheitern. Falls er sich jedoch Ende 2025 als Erfolg erweist - und die besten Physiker der 35 beteiligten Staaten glauben daran - dann rückt die Erfüllung eines Menschheitstraums mit immenser transformativer Kraft näher. Dann war jeder Cent des 20-Milliarden-Euro-Projekts gut investiertes Geld. Dann hätte sich der 20 Jahre dauernde Kampf gegen technische Probleme und politische Widerstände gelohnt - vor allem bei den Grünen, die einen Austritt Deutschland aus dem Projekt verlangten.

Den vollständigen Kommentar von Daniel Wetzel lesen Sie unter: welt.de/meinung


«Frankfurter Rundschau» zu Einsatz/Fregatte Hamburg/Mittelmeer

Es ist gut, wenn die EU mit der Mission Irini den langjährigen Bürgerkrieg in Libyen befrieden will.

Doch dafür reicht es nicht, nur die Bundeswehrfregatte Hamburg vor die Küsten des afrikanischen Staates zu beordern, damit weder Waffen noch Öl geschmuggelt werden können. Frankreich, Italien, Deutschland und die EU-Staaten werden auch dafür sorgen müssen, dass die Türkei nicht auf dem Landweg die international anerkannte Regierung in Tripolis, Russland, Ägypten sowie die Vereinigten Arabischen Emiraten die Einheiten des abtrünnigen Milizenführers Haftar weiter unterstützen. Damit das gelingt, müssen die EU-Staaten also weiter eine politische Lösung des Konflikts vorantreiben. Das ist der schwierigere, aber der erfolgversprechendere Weg. Dabei dürfen mögliche politische oder ökonomische Sanktionen kein Tabu sein. Nur wenn die EU-Staaten auch konsequent ihr Ziel verfolgen, werden sie dabei helfen können, erfolgreich einen komplexen Konflikt schrittweise zu befrieden.


«El País»: Spanien konnte kein Gefühl der Sicherheit vermitteln

MADRID: Die Zeitung «El País» aus Madrid kommentiert am Dienstag die britische Quarantänepflicht für Reisende aus Spanien und Maßnahmen anderer europäischer Länder angesichts wieder steigender Corona-Zahlen in dem Urlaubsland:

«Die britische Regierung hat Reisenden, die aus Spanien zurückkehren, eine 14-tägige Quarantäne auferlegt. (...) Sieben weitere europäische Länder wie Frankreich, Norwegen, die Niederlande, Belgien, Deutschland, Irland und Polen haben einschränkende Maßnahmen ergriffen, um sich vor den in Spanien registrierten lokalen Corona-Ausbrüchen zu schützen. Für die Tourismusbranche ist das schrecklich. Die Regierung verhandelt verzweifelt mit London über die Aufrechterhaltung von Sicherheitskorridoren mit den Balearen und den Kanaren, um die Reste des im Juli erlittenen touristischen Schiffbruchs zu retten, während im August der totale Zusammenbruch droht. (...)

Es ist Zeitverschwendung, die Probleme des Tourismus der abrupten Entscheidung der Regierung von Boris Johnson zuzuschreiben, obwohl es offensichtlich ist, dass die Maßnahme als Nebelwand die Unfähigkeit der britischen Regierung bei der Bekämpfung der Pandemie verhüllen soll. Auch ist es egal, ob die Quarantäne übertrieben ist. Tatsache ist, dass ein großer Teil der Hoffnungen auf eine Erholung des Tourismus mit der Reaktion Londons und den Empfehlungen Frankreichs oder Deutschlands zusammengebrochen ist.

Abgesehen von den Ausreden konnten die spanischen Maßnahmen gegen die Pandemie nicht das notwendige Gefühl der Sicherheit für die Gesundheit vermitteln, um die europäischen Regierungen und Reisenden aus diesen Ländern zu beruhigen. Die Schwere und Intensität der Ausbrüche ist offensichtlich und wirft die Frage auf, ob die autonomen Regionen, die heute für die Bekämpfung der Pandemie verantwortlich sind, genug in Nachverfolgung, Material und Kontrollen investiert haben. Zu hinterfragen ist auch, ob die Aufhebung der Beschränkungen beim Tourismus angesichts der Mängel im Gesundheitssystem und der Schwierigkeiten bei der Kontrolle über die Pandemie nicht etwas voreilig war.»


«La Repubblica»: Covid-19 verschärft Migrationsproblem

ROM: Zur steigenden Zahl von Bootsmigranten in Zeiten der Corona-Krise und dem Malta-Abkommen zur Seenotrettung, das mit anderen EU-Partnern eine Verteilung auf weitere Staaten vorsah, schreibt die italienische Zeitung «La Repubblica» am Dienstag:

«Das im vergangenen September in Malta mit vier anderen europäischen Partnern unterzeichnete Abkommen existiert nur auf dem Papier. In den letzten Wochen wurden, unter stillschweigender Zustimmung aus Valletta, Rettungsaktionen auf See vermieden, es sei denn, ein Ignorieren der SOS-Rufe ist unmöglich. Das Verhandeln mit Brüssel ist in die zweite, besser dritte Reihe zurückgedrängt. Nun besteht ein noch größeres Risiko: Die EU verschanzt sich jetzt hinter den 209 Milliarden Euro des Wiederaufbaufonds, um einfach antworten zu können, dass wir alleine zurechtkommen müssen. Und wäscht sich wie seit Jahren die Hände in Unschuld. (...)

Nun hat die Covid-19-Krankheit, die anfangs die Ankünfte gestoppt hatte, das Problem um eine neue Dimension erweitert. Es wird von den Menschen nicht mehr nur als störend, als Bedrohung für die öffentliche Ordnung oder als Konkurrenz bei der Arbeitssuche angesehen. Es wird nun als Frage von Leben und Tod wahrgenommen.»


«Kommersant»: USA und Russland werden sich in Wien nur schwer einigen

MOSKAU: Zu den Gesprächen über Rüstungskontrolle zwischen den USA und Russland in Wien schreibt die Moskauer Tageszeitung «Kommersant» am Dienstag:

«Russland und die USA testen ein neues Verhandlungsformat: In drei Arbeitsgruppen aus unterschiedlichen Ministerien sollen an mehreren Tagen die strategischen Stabilitätsprobleme besprochen werden. Es geht um Sicherheit im Weltraum, militärische Planungen sowie Maßnahmen zur Transparenz. In den vergangenen Jahren gab es keine ernsthaften Versuche, die bestehenden Differenzen beizulegen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Moskau und Washington sich jetzt auf irgendwas einigen wollen oder können.

Der russisch-amerikanische Dialog über die strategische Stabilität war bislang wenig produktiv. Das hatte auch viele Gründe: der beklagenswerte Zustand der bilateralen Beziehungen, die «Giftwirkung» Moskaus auf das Washingtoner Establishment, die Einstellung von US-Präsident Donald Trump zu allen rechtlich bindenden Vereinbarungen, das ständige Personalkarussell im Weißen Haus und im Außenministerium. Die Ansprechpartner für die Russen änderten sich fast bei jedem Treffen.»


«Lidove noviny»: Russland und Türkei sichern Einfluss in Libyen

PRAG: Zur Entwicklung im Bürgerkriegsland Libyen schreibt die konservative Zeitung «Lidove noviny» aus Tschechien am Dienstag:

«Innerhalb eines Jahrzehnts ist Libyen zu einem Symbol des Chaos, einem Ausgangspunkt für die Migrationsrouten über das Mittelmeer, einem Brennpunkt im Streit zwischen dem Westen und Russland und zu einem Zeichen politischer Blindheit geworden. Ergebnis des Ganzen ist, dass Moskau und Ankara sich Libyen nun untereinander aufteilen und ihre jeweiligen Einflusssphären absichern. Es ist eine Sache zu sagen, dass das falsch ist. Es ist eine andere Sache zu sagen, wer es besser machen könnte - und wie.»


«Le Monde»: Kostenlose Masken als Investition in Sicherheit

PARIS: Die Debatte um einen Zugang zu kostenlosen Schutzmasken im Kampf gegen das Coronavirus in Frankreich kommentiert die linksliberale Tageszeitung «Le Monde» am Dienstag:

«Vier Monate, nachdem (Frankreichs Staatschef) Emmanuel Macron den Franzosen versprochen hatte, sie «um jeden Preis» zu schützen, steht er vor einem heiklen Fall, in dem finanzielle Fragen, die öffentliche Gesundheit und das Prinzip der Verantwortung miteinander verbunden sind. (...) Seit dem 11. Mai hat die Regierung Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet wurden, und ihren «Kontaktpersonen» die kostenlose Verschreibung von vierzehn chirurgischen Masken pro Woche vorbehalten. Personen mit einem «sehr hohen medizinischen Risiko» haben Anspruch auf zehn Masken pro Woche. (...) Es wäre nützlich - sowohl aus moralischen Gründen als auch aus Gründen der Gesundheitseffizienz -, den freien Zugang zu Masken auf die wirtschaftlich am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen auszudehnen. Gemeinden, der Staat, die Sozialversicherung sowie Unternehmen könnten in dieser Form der Investition zu der kollektiven gesundheitlichen Sicherheit beitragen.»


«Washington Post»: Methoden zur Corona-Eindämmung keine Hexerei

WASHINGTON: Zum Umgang der USA mit der Corona-Pandemie schreibt die «Washington Post»:

«In den nächsten Tagen werden die Vereinigten Staaten eine weitere düstere Coronavirus-Schwelle überschreiten: 150.000 Tote. Im Gegensatz dazu hat Südkorea 299 Menschen verloren, Deutschland 9125. Pro eine Million Einwohner haben die Vereinigten Staaten 423,6 Menschen verloren, Deutschland 110 und Südkorea 5,8 Menschen. Hinter diesen Zahlen verbirgt sich das monumentale Versagen von Präsident Trump und seiner Regierung, eine nationale Antwort auf die Katastrophe in die Wege zu leiten. (...)

Die Erfahrung anderer Nationen bei der Bekämpfung von Ausbrüchen - selbst von starken Ausbrüchen - sollte den Amerikanern klarmachen: Das muss nicht so sein. Die Vereinigten Staaten könnten die Brandherde des Virus in zwei Monaten eindämmen. Die Methoden sind kein Geheimnis, und sie sind keine Hexerei. (...)

Es wäre ein schwieriger Sommer. Aber der Lohn könnte Normalität im Herbst sein. Sicher, es würde Widerstand geben. Um ein solches Bestreben zustande zu bringen, wäre eine überzeugende Führung erforderlich - die Art von Führung, die seit so vielen Monaten fehlt.»


«De Tijd»: Belgien droht ein neuer Corona-Lockdown

BRÜSSEL: In Belgien sind wegen steigender Corona-Fallzahlen wieder strengere Kontaktbeschränkungen angeordnet worden. Dazu meint die Zeitung «De Tijd» am Dienstag:

«Belgien steht kurz vor einem neuen Lockdown. Denn der ist unvermeidlich, wenn selbst eine drastische Verringerung der Zahl der gleichzeitig erlaubten Personenkontakte die Rückkehr der Corona-Epidemie nicht aufhält. Die Regierung hat nach der Beratung des Nationalen Sicherheitsrates am vorigen Donnerstag, die ein Schlag ins Wasser war, schließlich doch noch ihre Lektion gelernt. Um zu vermeiden, dass sie den Fakten weiter hinterherhinkt, hat sie nun weitgehende Maßnahmen angeordnet, um den Ausbruch einer zweiten Corona-Welle zu verhindern. (...)

Was die Regierung Montag beschlossen hat, entspricht der letzten Stufe vor einem neuen Lockdown, bei dem die Menschen aufgefordert werden, zu Hause zu bleiben, Geschäfte und Restaurants geschlossen werden und nur essenziell wichtige Unternehmen weiterarbeiten dürfen. Die dramatischen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen eines allgemeinen Lockdowns haben wir im Frühjahr kennengelernt. Wir müssen uns also darauf verlassen, dass die strengeren Maßnahmen einen neuen Corona-Ausbruch eindämmen können. Die Regierung ist zwar optimistisch. Aber sicher ist das nicht, wie Premierministerin Sophie Wilmès warnte.»


«Guardian»: Verärgerung über Londons Quarantäne-Regeln ist berechtigt

LONDON: Der Londoner «Guardian» kritisiert am Dienstag die jüngsten Quarantäne-Vorschriften der britischen Regierung:

«In Großbritannien gibt es weiterhin mehr Coronavirus-Fälle und -Tote als in Spanien, das eine der strengsten Ausgangssperren in ganz Europa verhängt hatte. Die Regierung in Madrid ist zu Recht frustriert. Es ist unverständlich, wieso Passagiere von den relativ wenig betroffenen Kanarischen Inseln und den Balearen genauso behandelt werden wie jene, die aus Covid-19-Hotspots in Katalonien heimkehren.

Das weckt ernste Zweifel hinsichtlich der Ratschläge und Informationen, die den Menschen gegeben werden sollten, damit sie fundierte Entscheidungen über Auslandsreisen treffen können. Spanien war am Freitag noch auf der Liste der sicheren Reiseländer, nur um am Samstag davon gestrichen zu werden. Änderungen der Quarantäne-Vorschriften erfordern klare Ansagen mit so viel Vorlauf wie irgend möglich. Passagiere, die aus dem Urlaub zurückkehren und dann in Quarantäne gehen müssen, sind zu Recht verärgert, denn sie wurden nicht vorgewarnt. (...) Premierminister Boris Johnson sollte das Ausmaß der Verunsicherung der Öffentlichkeit verringern und nicht erhöhen. Statt mit Kehrtwendungen zu regieren, sollte das Kabinett bessere Vorbereitungen für mögliche Entwicklungen treffen.»


«De Telegraaf»: Strengere Maßnahmen sind erforderlich

AMSTERDAM: Die niederländische Zeitung «De Telegraaf» kommentiert am Dienstag den Umgang mit steigenden Infektionszahlen:

«Die Zunahme des Flugverkehrs war in der vergangenen Woche einer der Gründe für eine Reihe renommierter niederländischer Experten, einen Brandbrief an die Regierung zu schicken. Darin wurden umgehend zusätzliche Maßnahmen wegen der «dringenden Bedrohung der öffentlichen Gesundheit» gefordert. Die Experten sehen, wie auch in den Ländern um uns herum, die Schutzwirkung von Masken als ausreichend erwiesen an. Und doch wartet die Regierung indessen auf Gutachten darüber und weist die Bürger auf ihre Eigenverantwortung hin.

Dieser Ansatz nimmt allmählich Formen von Selbstgefälligkeit an, und kann dramatisch enden, sollte sich das Virus weiter ausbreiten. Ein wichtiges Argument für unsere Nachbarländer, strengere Maßnahmen zu ergreifen, ist es, einen Höhepunkt an Infektionen im Herbst zu verhindern. Wer dabei die Nase vorn haben will, muss gerade jetzt besonders wachsam sein.»


«Tages-Anzeiger»: Veränderte Spielregeln bei Autoherstellern

ZÜRICH: An der Börse ist Tesla jetzt mehr wert als BMW, Daimler und VW zusammen. Dazu meint der Zürcher «Tages-Anzeiger» am Dienstag:

«Das alles bedeutet nicht, dass die alten Autohersteller abgemeldet sind - aber sehr wohl, dass sich die Spielregeln geändert haben. Vor nicht allzu langer Zeit haben sie über Tesla und den exzentrisch-flamboyanten Chef Elon Musk gelacht. Kalifornien? Na ja. Jetzt treibt Musk die Veteranen vor sich her.

Natürlich hat der 49-Jährige einen Vorteil. Er musste sich gar nicht erst mit Altlasten wie Diesel- und Benzinmotoren herumschlagen. Umbauen muss er Tesla auch nicht, er ist ja schon da, wo die anderen erst noch hinwollen. Dass sie viel grösser sind als Tesla, hilft den deutschen Konzernen kaum in diesem Wettbewerb, im Gegenteil. Sie haben gute Chancen, wenn sie konsequenter als bisher auf die Autos der Zukunft setzen - und keine wertvolle Zeit mit Führungskämpfen verlieren wie zuletzt VW.»


«New York Times»: USA müssen gegen China mehr Führung zeigen

NEW YORK: Zum Konflikt zwischen den USA und China und der Lage im Südchinesischen Meer schreibt die «New York Times»:

«Die strategische Bedeutung des Südchinesischen Meers kann gar nicht überbetont werden. (...) Chinas exorbitante Ansprüche und sein Benehmen nach dem Recht des Stärkeren destabilisieren ganz offensichtlich die internationale Rechtsstaatlichkeit. Das Problem ist nur, dass die jüngste Erklärung von (US-Außenminister Mike) Pompeo nur etwas taugt, wenn sie von einer ernsthaften Verpflichtung der Trump-Regierung auf eine robuste und koordinierte Politik begleitet wird. So empört Chinas Nachbarländer über dessen rabaukenhaftes Verhalten sein mögen, sie haben keine Chance, sich zu wehren, solange sie sich nicht der amerikanischen Unterstützung und Führung sicher sein können.

Abgesehen von der Möglichkeit, dass sich die Regierung Trump schon in ihren letzten Monaten befindet, haben sich der Präsident und seine schnell wechselnden Helfer einer multilateralen Führungsrolle im Pazifik und anderswo auf der Welt im Namen eines «America first» entzogen. Mr. Trump hat geschwankt zwischen einem Handelskrieg gegen Chinas «räuberisches Verhalten» und Lobliedern auf Präsident Xi Jinping und - dem Bericht seines ehemaligen Sicherheitsberaters John Bolton zufolge - der Suche nach Hilfe Mr. Xis für seine Wiederwahl.»

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Thomas Sylten 29.07.20 13:37
ITER Fusioskraftwerk
Leider, leider - stimmt es nicht, dass ein Fusionskraftwerk Energie ohne Probleme bereitstellt: Ein solches Kraftwerk spaltet zwar kein Uran, sondern fusioniert Wasserstoff zu Helium -
aber leider nicht den "normalen" Wasserstoff, sondern das radioaktive Tritium, welches seinerseits auf der Erde nicht vorkommt und erst in Atomkraftwerken erbrütet werden muss.

Zudem entsteht die zur Stromerzeugung erforderliche Hitze aus dem Beschuss der aus dem Tritium freigesetzten Neutronen - die ihrerseits die Kraftwerkshülle zunehmend radioaktiv verseuchen, was spätestens beim Rückbau (evtl. schon bei einem Unfall während des Betriebs) hochproblematisch wird.

Die Zukunft liegt einfach nicht in zentralen Riesenkraftwerken, sondern in dezentralen Solar-, Wind- und sonstigen wie Blockheizkraftwerken in jedermanns Keller/Dach -
was halt den großen Energiekonzernen das Geschäftsmodell verhagelt, weshalb sie sich mit aller Macht dagegen stellen. Aber es wird kein Weg daran vorbei führen - am wenigsten ITER..