Zehntausende feiern kurdisches Neujahrsfest 

Kurdisches Neujahrsfest Nowruz (Newroz) in Diyarbakir. Foto: epa/Sedat Suna
Kurdisches Neujahrsfest Nowruz (Newroz) in Diyarbakir. Foto: epa/Sedat Suna

ISTANBUL: In der südosttürkischen Metropole Diyarbakir haben Zehntausende Menschen das kurdische Neujahrsfest Newroz gefeiert. Die Menschen versammelten sich am Montag im Newroz-Park der Stadt, tanzten und schwenkten Fahnen der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP, die die Feier mitorganisierte. Nach Angaben der Partei nahmen sogar Hunderttausende Menschen an der Veranstaltung in Diyarbakir (kurdisch: Amed) teil, Medien sprachen von Zehntausenden Teilnehmern. Auch in anderen Städten vor allem in der kurdisch geprägten Südosttürkei fanden am Sonntag und Montag Newroz-Feiern statt.

Newroz wird unter anderem im Iran, Afghanistan und den kurdisch geprägten Gebieten in der Türkei gefeiert. Das Fest markiert den Frühlingsbeginn, hat in der Türkei aber auch eine politische Komponente. Die Ko-Chefin der HDP, Pervin Buldan, kritisierte auch am Montag die islamisch-konservative Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Man werde weiter gegen «Despotie, Unrecht und Rechtswidrigkeit» der türkischen Führung eintreten und deren Regierungszeit beenden, sagte Buldan. Im kommenden Jahr stehen in der Türkei Präsidentschafts- und Parlamentswahlen an.

Die HDP, die sich unter anderem für die Rechte der kurdischen Minderheit einsetzt, ist in vielen Gemeinden des Südostens stärkste Partei. Allerdings wurden nach dem Putschversuch vom Juli 2016 zahlreiche Bürgermeister der HDP wegen angeblicher Terrorverbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK abgesetzt. Der HDP droht zudem ein Verbot. Verbindungen zur PKK weist die Partei zurück.

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