42 getötete Ausländer in Sri Lanka

Schleier verboten

Foto: epa/Str
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COLOMBO (dpa) - Die Zahl der ausländischen Todesopfer bei den verheerenden Anschlägen vom Ostersonntag in Sri Lanka ist auf 42 gestiegen. Weitere zwölf Ausländer gelten noch als vermisst, wie das Außenministerium des südasiatischen Inselstaates am Montag mitteilte. Unter den Toten ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes auch ein Deutsch-Amerikaner.

Neun Selbstmordattentäter, unter ihnen eine Frau, hatten am Ostersonntag Anschläge unter anderem auf drei christliche Kirchen und drei Luxushotels verübt. Dabei kamen mehr als 250 Menschen ums Leben. Unter den Todesopfern waren laut Unicef auch 45 Kinder. Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) reklamierte die Anschläge für sich. Sri Lankas Regierung macht zwei einheimische Islamistengruppen verantwortlich, die ihr zufolge aber Hilfe eines internationalen Netzwerks gehabt haben müssen.

Am Montag trat ein Vermummungsverbot in Sri Lanka in Kraft. Dies geschehe unter den Bestimmungen eines Notstands, den Staatspräsident Maithripala Sirisena am Ostermontag ausgerufen hatte, teilte dessen Büro mit. Gesichtsbedeckungen erschwerten die Identifizierung einer Person und gefährdeten so die nationale Sicherheit, hieß es. Kleidungsstücke muslimischer Frauen wie Gesichtsschleier, Burka und Niqab wurden nicht ausdrücklich genannt. Gegen sie richtet sich das Verbot aber vermutlich in erster Linie. Rund zehn Prozent der knapp 21 Millionen Sri Lanker sind Muslime. Die Tropeninsel ist mehrheitlich buddhistisch.

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