Xi Jinpingwill China «unbesiegbar» machen

​Welt im «Aufruhr»

Die Abschlusssitzung des Nationalen Volkskongresses (NPC) in Peking. Foto: epa/Roman Pilipey / Pool
Die Abschlusssitzung des Nationalen Volkskongresses (NPC) in Peking. Foto: epa/Roman Pilipey / Pool

PEKING: Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping sieht die Welt in «Aufruhr» und will China mit mehr Eigenständigkeit «unbesiegbar» machen. In einer Grundsatzrede, die am Freitag im Parteimagazin «Qiushi» (Wahrheit) veröffentlicht wurde, lobt sich Xi Jinping für den Umgang mit der Pandemie und ruft China zu mehr Selbstständigkeit auf. «Danach zu urteilen, wie unterschiedliche Führungen und politische Systeme in der Welt mit der Pandemie umgegangen sind, können wir deutlich sehen, wer es besser gemacht hat.»

Der Präsident hielt die Rede bereits am 11. Januar während einer Studiensitzung an der Parteischule - fünf Tage nach der Erstürmung des US-Kongresses in Washington durch Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump. Es ist in China üblich, dass solche Grundsatzreden erst mit großer Verspätung veröffentlicht und damit den Parteimitgliedern auch zum Studium vorgelegt werden.

Die Welt mache «grundlegende und beispiellose Veränderungen durch», sagte Xi Jinping. Das auffallendste Merkmal der heutigen Welt könne mit einem Wort zusammengefasst werden: «Aufruhr.» «Und es sieht so aus, als wenn diese Situation noch einige Zeit andauern wird», sagte der chinesische Präsident. Die Herausforderungen und Möglichkeiten seien enorm und beispiellos - «aber allgemein sind unsere Möglichkeiten größer als die Herausforderungen».

Da die Globalisierung gerade Gegenströmungen erlebe, müsse China verstehen, wie es das Verhältnis zwischen Eigenständigkeit und Öffnung zur Welt handhaben sollte. Er rief das Land dazu auf, mit der internationalen Arbeitsteilung angemessen umzugehen und die nationale Sicherheit zu schützen. Ausländisches Kapital solle gut genutzt, während die Sicherheit regelmäßig überprüft werden sollte.

«Solange wir auf eigenen Füßen stehen und selbstständig sind, daheim einen lebendigen Strom von Waren und Dienstleistungen aufrechterhalten, werden wir unbesiegbar sein - egal wie die Stürme international wechseln», sagte Xi Jinping. «Niemand kann uns schlagen oder die Luft abdrehen.» Er warb für einen neuen Rahmen für die Entwicklung, der die Überlebensfähigkeit, Wettbewerbsfähigkeit, Stärke und Nachhaltigkeit Chinas «in allen vorhersehbaren und unvorhersehbaren Stürmen» verbessere.

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Joachim Graul 08.05.21 23:00
China unbesiegbar ?
das hatten damals schon die alten Kaiser gedacht - und was wurde daraus ?
Klaus Olbrich 08.05.21 23:00
Die Chinesen haben mal wieder grosse Pläne. Sie sollten nicht vergessen, das es noch Menschen dort gibt, die sich wie die Neandertaler ernähren.!
Warum wohl haben wir diese Probleme in der Welt ,
Jörg Schurig 07.05.21 23:50
Unvorhersehbarer Sturm
Soso, Vater Xi hat es wieder mal besser gemacht ! Und wir sind auch noch immer ganz dankbar, dass das Virus aus dem Lande entweichen konnte und uns eine Lektion erteilt. In Hongkong macht er es natürlich auch besser. Ein kleines, vorhersehbares Stürmchen kann man sagen und gerade gerade heute schrieb mir ein taiwanischer Freund "wir haben keine Angst vor der chinesischen Regierung". Jaja, Aufruhr wird eines Tages kommen. Es dachten schon einige Regierungen, sie säßen sicher im Sattel. Reicht schon ein nächstes Virus im Land.