Erinnerung an die Judenverfolgung

Foto: epa/Martin Schutt
Foto: epa/Martin Schutt

WIEN (dpa) - In Wien wird mit zwei neuen Projekten an die Opfer der Judenverfolgung erinnert.

So plant das Jüdische Museum gemeinsam mit der Universität für Angewandte Kunst dauerhafte Licht-Zeichen, die an die Novemberpogrome von 1938 erinnern sollen. Ab November würden 25 fünf Meter hohe Lichtinstallationen in der Form eines verbogenen Davidsterns an den einstigen Standorten der damals zerstörten Synagogen aufgestellt, teilte das Museum am Donnerstag mit.

«Damit wird ein einzigartiges Projekt umgesetzt, das bewusst machen soll, was neben der Vertreibung und Ermordung der Wiener Jüdinnen und Juden an Kulturgut für immer verloren gegangen ist», sagte Museumsdirektorin Danielle Spera. Nach dem «Anschluss» Österreichs an Nazi-Deutschland waren 1938 wurden fast alle Synagogen und Bethäuser in Wien zerstört worden.

Zugleich startete am Donnerstag das Kunstprojekt «Schreiben gegen das Vergessen». Die aus Hessen stammende Künstlerin Margarete Rabow schreibt - unterstützt von Hunderten Freiwilligen - die Namen der 66 000 ermordeten österreichischen Juden mit Kreide auf die Hauptallee im Wiener Prater. Bis zum 28. Juni sollen alle Namen auf einer Strecke von zwei Kilometern Länge geschrieben werden. «Geht man zwei Kilometer an dicht geschriebenen Namen entlang, wird plötzlich das Ausmaß der Vernichtung sichtbar», so Rabow.

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