Weiterer Prozess gegen Malaysias Ex-Premier Najib startet im August

Foto: epa/Fazry Ismail
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KUALA LUMPUR (dpa) - Malaysias Ex-Premierminister Najib Razak steht neben einem bereits laufenden Prozess ein weiteres Verfahren wegen Veruntreuung von Staatsgeldern in großem Stil bevor. Der Prozess um Gelder des Staatsfonds 1Malaysia Development Berhad (1MDB) solle laut dem Gericht am 19. August beginnen und nicht noch einmal verschoben werden, wie örtliche Medien bestätigten.

Dem langjährigen Regierungschef des südostasiatischen Landes werden in dem neuen Prozess Geldwäsche und Machtmissbrauch in 25 Fällen vorgeworfen. Dabei geht es um 2,28 Milliarden Malaysische Ringgit - umgerechnet knapp eine halbe Milliarde Euro - die zwischen 2011 und 2014 auf Najibs persönlichem Bankkonto landeten. Den 1MDB hatte er als Premierminister selbst gegründet.

Najib muss sich bereits seit Anfang April wegen Korruptions- und Unterschlagungsvorwürfen vor demselben Gericht verantworten. Dabei geht es zunächst um umgerechnet neun Millionen Euro, die Najib aus einem 1MDB-Ableger SRC International zugeflossen sein sollen. Seine Anwälte wollten erreichen, dass das zweite Verfahren erst nach Abschluss des ersten beginnt. Der ursprünglich bis Mitte August angesetzte Prozess kommt aber langsamer voran als erwartet.

Mit Najib sitzt in Malaysia erstmals ein früherer Regierungschef auf der Anklagebank. Dem 65-Jährigen droht insgesamt lebenslange Haft. Bereits während seiner Amtszeit von 2009 bis 2018 gab es Vorwürfe gegen ihn und auch gegen seine Frau Rosmah Mansor. Im Mai 2018 verlor er die Parlamentswahl überraschend gegen seinen Vorgänger und einstigen Förderer Mahathir Mohamad. Wegen der Affäre wird inzwischen in mehreren Ländern ermittelt, darunter der Schweiz und den USA.

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David Hermann 09.07.19 10:08
Sehr positive Nachricht: Der wohlhabendste ASEAN-Staat macht offensichtlich Fortschritte bei der Korruptionsbekaempfung. Rechtssicherheit ist die Basis fuer Prosperitaet, kein Zufall dass gerade viel fluechtendes Kapital aus China eben nun nach Malaysia fliesst. KL ist (zusammen mit Singapur) auf dem Weg das neue Hong Kong zu werden. Gut so. Wie schade dass in anderen asiatischen Staaten die Machthaber immer noch ueber dem Gesetz stehen und sich mit geradezu laecherlichen Behauptungen zur Herkunft ihres wundersamen Wohlstandes der Justiz entziehen. Doch auch ihre Uhr wird ablaufen.