Weinendes Kind: Familie aus Bus geschmissen

Archivbild: Transport Co.
Archivbild: Transport Co.

BANGKOK: Fahrer und Begleiter eines Linienbusses der staatlichen Transport Company müssen mit rechtlichen Schritten rechnen, nachdem sie eine Familie mit zwei Kindern zu nächtlicher Stunde des Busses verwiesen hatten, mit der Begründung, dass der zweijährige Sohn zu laut geweint hätte.

Sanit Promwong, Generaldirektor des zuständigen Landtransportamtes informierte zwischenzeitlich in der „Bangkok Post“, dass die beiden Fahrer sowie das Begleitpersonal mit einer Geldstrafe von je 5.000 Baht belangt werden. Ihnen wird vorgeworfen, die Passagiere gekränkt und gegen das Personenbeförderungsgesetz verstoßen zu haben.

Die Familie aus Prachinburi bestieg den Bus auf der der Route Bangkok-Koh Samui, um in der Provinz Suratthani einen Job aufzunehmen. Da eines der Kleinkinder für längere Zeit weinte, wurde die Familie bei einem Raststopp in Cha-am kurzerhand des Busses verwiesen. Der Busbegleiter begründete die Entscheidung damit, dass weder der Ersatzfahrer noch die Fahrgäste auf der Nachtfahrt schlafen konnten. Das Kind habe von Samut Sakhon bis Cha-am ununterbrochen geweint, erklärte er.

Da die Familie aus armen Verhältnissen, lediglich 500 Baht mit sich führte und notgedrungen eine Unterkunft buchen musste, sah sich der Vater gezwungen, Verwandte zu bitten, ihm Geld zu überweisen, um die Reise anderweitig fortsetzen zu können. Er sagte, dass sein Sohn lediglich 30 Minuten geweint hätte und ausländische Passagiere Verständnis zeigten, da das Kind zum ersten Mal auf langer Reise und verängstigt war. Hätte der Fahrer beim Stopp fünf bis 10 Minuten gewartet, wäre sein Sohn ruhiger geworden, erklärte er.

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Leserkommentare

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Norbert Kurt Leupi 12.01.18 23:49
"Die 3-seitige Münze " /Herr Hansruedi Bütler
Geehrter Hansruedi . So viele Köpfe - so viele Meinungen ! Trotzdem treffen wir uns an einem Ort , jenseits von " Richtig oder Falsch " ! MfG
Hansruedi Bütler 12.01.18 20:24
Diese Müntze hat anscheinend 3 Seiten!?
Warum wird dem Fahrer so viel Rechtschaffenheit zugemutet?! Sagt er doch aus, dass das Kind längere Zeit geweint hätte, der Vater hingegen verneint dies. War der Fahrer eventuell nur erbost und gereizt weil er mal ohne Drogen fahren musste, wegen der stilisierten Sicherheit? Bekanntlich ermüden Kleinkinder nach ausdauerndem Weinen und schlafen nach kurzer Zeit ein. Ich stimme mit den Vater überein, 10 Min. bei der Haltepause hätten gengtügt um das Kind zu beruhigen. Ich betone nochmals: Nicht nur das Kind war überfordert, weitaus mehr waren es die Eltern, auch wegen dem neuen Job. So einfache Menschen wie diese Eltern haben keine Pädagogik studiert, dafür aber hatte der Vater das intuitiv richtige Gefühl! Schander für die, die sich alle jovial herausreden.
Mike Dong 12.01.18 20:22
@Hr.Leupi
Ich bin den den 80gern, bevor es USM gab, die Strecke einige Duzend Mal mit Bus gefahren. Dauert ca. 10 Stunden. 2 Fahrer, der eine soll "immer" schlafen, wenn er nicht fährt ? Oder nur ruhen ? Nach 4 Stunden Wechsel ? Passagiere rausschmeissen weil zu laut ? Ist das hier noch T, oder was ? Etwas überzogen. Das sieht die Betreibergesellschaft ja wohl auch so. Sonst gäbe es ja wohl keinen Ärger für die Rausschmeisser.
Norbert Kurt Leupi 12.01.18 13:12
"Schande über ihr Haupt " / Herr Mike Dong
Wenn Sie schon mit "schwerem Geschütz" auffahren, Herr Dong , hätte ich von Ihnen mindestens erwartet , abzuwägen , ob man die "Narrenfreiheit der Jungmannschaft " oder die " Sicherheit der Passagiere " im vollen Bus als Priorität setzt ! Ich bin auch "mehrköpfiger" Vater und Grossvater ,aber bei diesem Vorfall sind mir das Ueberleben der Insassen wichtiger als das Kindergeschrei im " Mini-Dezibel-Bereich " ! Die bessere Lösung wäre gewesen , wenn man Mutter und Kind in die "Kajüte" des schlafberaubten Fahrers verfrachtet hätte und er ,der Fahrer ,auf dem Sitzplatz der Mutter geschlafen hätte ?Aber wir haben ja die Meinungsfreiheit ! Noch !
Mike Dong 12.01.18 12:00
Ich finde, daß alle Kommentatoren, die für den NÄCHTLICHEN Rausschmiss der Familie mit 2 kleinen Kindern stimmten, zutiefst unmenschlich reagiert haben. Es wundert mich allerdings nicht. Bei älteren DACH Männern ist so eine Verbiesterung ja weit verbreitet. Schande über ihr Haupt. Was mich allerdings total wundert ist, daß der Thai Bus-Begleiter so hart durchgegriffen hat. Normalerweise haben hier kleine Kinder "Narrenfreiheit". Und was ist schon Lärm is T ? Da ist doch Kindergeschrei ein kleines Übel. Hier sind die Leute doch ganz an andere Dezibel gewöhnt.