Airbus rechnet mit Aus für Iran-Deal

Auslieferung der ersten Airbus-Maschine an Iran Air im Januar 2017. Foto: epa/Abedin Taherkenareh
Auslieferung der ersten Airbus-Maschine an Iran Air im Januar 2017. Foto: epa/Abedin Taherkenareh

HAMBURG (dpa) - Der Flugzeugbauer Airbus rechnet wegen neuer US-Sanktionen gegen den Iran mit einem Aus für den bereits vereinbarten Flugzeug-Deal mit dem Land am Persischen Golf.

«Zwar warten wir noch auf die Details zu den neuen Sanktionen. Sehr wahrscheinlich werden wir aber nicht in der Lage sein, die aus dem Auftrag noch ausstehenden 97 Flugzeuge auszuliefern», sagte der Chef der Zivilflugzeugsparte von Airbus, Guillaume Faury, dem «Hamburger Abendblatt» (Samstag). Dabei brauche die staatliche Fluglinie Iran Air die Jets dringend, um ihre alte Flotte zu erneuern.

Airbus ist schon deshalb von den Sanktionen der US-Regierung betroffen, weil sich in allen Jets des europäischen Flugzeugbauers Zulieferteile von US-Firmen finden. Im Dezember 2016 hatte Airbus einen Vertrag mit Iran Air über die Lieferung von 100 Maschinen mit einem Listenpreis von umgerechnet rund 18 Milliarden Euro unterzeichnet. Bisher wurden nur drei Flugzeuge ausgeliefert.

Die Lieferschwierigkeiten der Hersteller von Triebwerken für die Mittelstreckenjets der A320neo-Reihe bezeichnete Faury als die «derzeit vielleicht größte Herausforderung» für das Unternehmen. Derzeit parkten an den Airbus-Werken rund 100 fertig gebaute Jets, denen nur noch die Triebwerke fehlen. Der Manager hofft nun, dass die Antriebsbauer die Rückstände aufholen und die Zahl der Maschinen ohne Triebwerke zum Jahresende fast bei Null liegt.

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