Wasserstoff-Katamaran auf Besuch in Pranburi

Foto: Energy Observer
Foto: Energy Observer

HUA HIN: Am 1. und 2. Mai 2022 hatte sich ganz besonderer Besuch in Pranburi nahe Hua Hin angemeldet. Der erste wasserstoffbetriebene Katamaran der Welt legte im Rahmen seiner sechsjährigen emissionsfreien Weltumrundung in Pranburi zwei Tage lang an.

Der 30 Meter lange „Energy Observer“ hatte seine Reise vor fast zwei Jahren in Saint Malo in der nördlichen Bretagne begonnen. Ziel der Weltumrundung ist die Beweisstellung, dass die Dekarbonisierung des maritimen Sektors möglich ist und dass die Weltmeere mit Hilfe von Sonnen- und Windenergie sowie mit der Kraft der Gezeiten und Wasserstofftechnik überquert werden können.

Der Katamaran ist in der Lage, seinen eigenen Wasserstoff als Treibstoff zu erzeugen, indem das Schiff Meerwasser ansaugt, während es sich mit einer Geschwindigkeit von etwas mehr als 7 Knoten fortbewegt. Salz und Mineralien werden aus dem Wasser entfernt, bevor es durch einen Elektrolyseur gefiltert wird, der das Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufspaltet. Der Sauerstoff wird freigesetzt, während der Wasserstoff komprimiert und in Speicheranlagen auf dem Schiff gelagert wird.

Der „Energy Observer“ kann bis zu 62 kg Wasserstoff speichern, was in etwa einer Energie von 2 Megawatt entspricht. Dies entspricht in etwa dem durchschnittlichen jährlichen Energieverbrauch eines Durchschnittshaushalts, so der Bootseigner.

Neben der Nutzung von Wasserstoff, der etwa 6 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs des Schiffs ausmacht, stützt sich der Katamaran auf Sonnenenergie (52 Prozent) und Windkraft (42 Prozent) als Hauptenergiequellen.

Das Boot selbst ist 35 Jahre alt und hatte bereits mehrere Weltumsegelungen hinter sich, bevor es für rund 4,7 Millionen Dollar mit der neuen sauberen Technologie ausgestattet wurde.

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Wilfried Stevens 18.05.22 20:23
Waserstoff kommt
Jedes erfolgreiche Projekt sollte Ansporn sein, diese Technologie noch mehr zu fördern.
Thomas Sylten 14.05.22 12:40
7 Knoten sind ja auch noch nicht wirklich konkurrenzfähig - aber wie auch immer: Es geht.

Die Zukunft kommt mit etwa 24h/Tag näher, und wie wir sie gestalten hängt auch davon ab wie und was wir finanzieren:
Eie 100-Milliarden-Bazooka in Zukunftstechnologie statt Militär brächte uns da sicher ein gutes Stück voran. Auf einen Frachter würden ja auch ein paar mehr Solarpanele und Windanlagen für die Elektrolyse passen.
Bernhard Winter 14.05.22 03:30
.. kleine Korrektur
2 Megawatt sind 2000 kWh! Das passt schon für einen 1-2 Personenhaushalt ohne Klimaanlage und ohne elektrische Warmwasseraufbereitung.
Ulrich Herzog 13.05.22 22:40
2 Megawatt= 2000 Watt Jahresverbrauch
Das muß sich aber um einen Singlehaushalt handeln, und ohne Klimaanlage.