Wall Street: Schwacher Ausklang einer trüben Börsenwoche

Foto: Pixabay/Сериал Бригада
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NEW YORK: Zum Ende einer trüben Börsenwoche haben die US-Indizes am Freitag im späten Handel ihre Verluste ausgeweitet. Nach den Kurssteigerungen der vergangenen Monate waren die Marktteilnehmer eher auf die Gefahren durch steigende Inflation, eine mögliche geldpolitische Straffung, steigende Delta-Infektionen und hohe Bewertungen fokussiert. Zudem belasteten kräftige Kursverluste der Apple-Aktien.

Der Leitindex Dow Jones Industrial fiel zurück auf den tiefsten Stand seit Ende Juli. Er schloss nur wenige Zähler über seinem kurz vor Börsenschluss erreichten Tagestief mit minus 0,78 Prozent auf 34.607,72 Punkten. Die Bilanz der feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche fällt mit einem Minus von rund 2,2 Prozent sehr schwach aus.

Der breiter gefasste und mit mehr Technologiewerten gespickte S&P 500 verlor am Freitag 0,77 Prozent auf 4458,58 Punkte. Auch für den technologielastigen Nasdaq 100, der noch vor drei Tagen ein Rekordhoch erreicht hatte, ging es um 0,77 Prozent auf 15.440,75 Punkte abwärts.

Positiv werteten die Anleger vor dem Wochenende, dass US-Präsident Joe Biden und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping erstmals seit sieben Monaten wieder miteinander telefoniert haben. Kreisen zufolge prüft die Biden-Regierung aber offenbar auch, wie der Druck auf Peking in den Verhandlungen über die Entwicklung des Handelskriegs erhöht werden könnte. Ein Mittel dabei könnte eine erneute Untersuchung der Auswirkungen chinesischer Subventionen auf die US-Wirtschaft sein.

Die Preise auf Herstellerebene zogen unterdessen in den USA weiter an und mit 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auch etwas mehr als von Analysten erwartet. Die Entwicklung könnte die Inflationserwartungen weiter anheizen. Die Erzeugerpreise beeinflussen die Verbraucherpreise, an denen die US-Notenbank Fed ihre Geldpolitik ausrichtet. Allerdings betrachtet die Notenbank den jüngsten Inflationsanstieg als zeitweilig und durch Sonderfaktoren getrieben. Sie will daher geldpolitisch nicht reagieren.

Am Aktienmarkt sorgte bei den Apple-Aktien ein negatives Gerichtsurteil im Streit um die geschäftlichen Spielregeln im Apple App Store für einen Dämpfer. Mit 148,70 Dollar rutschten die Anteile des iPhone-Herstellers zeitweise auf ein Tief seit Ende August und damit auch unter die 21-Tage-Linie für den kurzfristigen Trend. Mit minus 3,3 Prozent auf 148,97 Dollar beendeten sie den Handel als schwächster Wert im Dow. Auch an der Nasdaq waren sie mit diesem Abschlag unter den größten Verlierern.

Die Papiere des Chipherstellers Intel kletterten auf ein Hoch seit Ende Juli und verbuchten am Ende des Tages noch ein Plus von 0,8 Prozent. Dies reichte im Dow für den ersten Platz.

Kroger fielen um 7,5 Prozent und waren damit Schlusslicht im S&P 500. Der Einzelhändler hatte mit seinem zweiten Quartal die Erwartungen von Analysten institutioneller Investoren verfehlt.

Der Euro bewegte sich nur wenig. Nach dem US-Börsenschluss kostete die Gemeinschaftswährung 1,1812 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1841 (Donnerstag: 1,1838) Dollar festgesetzt, der Dollar damit 0,8445 (0,8447) Euro gekostet. Am Rentenmarkt sank der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) um 0,25 Prozent auf 133,17 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe betrug 1,341 Prozent.

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