Israels Ex-Generalstabschef Eisenkot steigt in Politik ein

Der ehemalige Generalstabschef der israelischen Armee Gadi Eisenkot (L). Foto: epa/Abir Sultan
Der ehemalige Generalstabschef der israelischen Armee Gadi Eisenkot (L). Foto: epa/Abir Sultan

TEL AVIV: Zweieinhalb Monate vor der Parlamentswahl ist Israels ehemaliger Generalstabschef Gadi Eisenkot in die Politik eingestiegen. Der 62-Jährige schließt sich dem Bündnis der Politiker Benny Gantz - ebenfalls Ex-Generalstabschef - und Gideon Saar an, wie eine Sprecherin von Gantz am Sonntag bestätigte. Gantz und Saar hatten sich im vergangenen Monat angesichts der bevorstehenden Wahl zusammengeschlossen. Das neue Mitte-Rechts-Bündnis heißt auf Hebräisch Hamachane Hamamlachti (etwa: Das staatliche Lager).

Gantz ist gegenwärtig Verteidigungsminister und Vorsitzender des Mitte-Bündnisses Blau-Weiß. Justizminister Saar gehörte früher zur rechtskonservativen Likud-Partei von Benjamin Netanjahu. Beide sind Teil der Koalition aus acht Parteien, die im vergangenen Jahr die Macht übernommen und damit Langzeit-Regierungschef Netanjahu abgelöst hatten. Die Koalition unter der Führung von Regierungschef Naftali Bennett war im Juni zerbrochen - Jair Lapid von der Zukunftspartei ist nun als Übergangsministerpräsident im Amt.

Ziel des neuen Bündnisses ist es, bei der Wahl am 1. November eine Rückkehr Netanjahus in das Amt des Ministerpräsidenten zu verhindern. Es ist die fünfte Wahl innerhalb von dreieinhalb Jahren. Nach Meinungsumfragen könnte es Lapids Zukunftspartei als zweitstärkste Fraktion im Parlament ablösen. Gantz sagte nach Medienberichten am Sonntag, der neue Dreierbund solle «die Basis für eine breite und stabile Regierung bilden, die der fortwährenden politischen Krise ein Ende bereitet». Saar beschrieb Eisenkot als «Mann mit Werten, ernsthaft, aufrichtig, staatsmännisch und zionistisch».

Eisenkot war von 2015 bis 2019 Generalstabschef. Er hat in Haifa Politikwissenschaften studiert und gilt als Kenner der libanesischen Hisbollah-Miliz. Der Vater von fünf Kindern wurde in Tiberias im Norden Israels geboren und wuchs in der Küstenstadt Eilat am Roten Meer auf. Seine Eltern stammen aus Marokko.

Auch die früheren israelischen Ministerpräsidenten Izchak Rabin und Ehud Barak waren Generalstabschefs, bevor sie sich der Politik widmeten.

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