Vor Songkran: Noch dies und das beenden

Fliegende Samen, kriechender Kaktus, glückliche Herzen und gelegte Röhren

Die Impfung gegen die Newcastle-Krankheit erfolgt mittels zweier Tropfen direkt ins Auge der Vögel. Fotos: hf
Die Impfung gegen die Newcastle-Krankheit erfolgt mittels zweier Tropfen direkt ins Auge der Vögel. Fotos: hf

„Home alone“ über Songkran, das heißt für mich täglich mindestens fünf Stunden wässern in dieser Hitze. Zum Glück hilft einer der Gärtner am Morgen und am Abend mit den Viechern.

Der kriechende Kaktus: Ein eigenwilliges Gewächs.
Der kriechende Kaktus: Ein eigenwilliges Gewächs.

Alle Jahre wieder spinnen meine Thais, über Songkran läuft im ganzen Land und auch im Garten garantiert gar nichts, außer Wasserschlachten. Also will ich vorher noch so einiges erledigen, was wir schon so lange vor uns herschieben. Das „Jahresende“ als Beschleuniger. Am allerletzten Arbeitstag impfen wir zum Beispiel noch das gesamte Federvieh gegen die Newcastle-Krankheit. Alle drei Monate ist die Impfung fällig.

Keine Verletzungen zu beklagen

Um der erwachsenen Gans zwei Tropfen Impfstoff in die Augen geben zu können, muss man sie zuerst einmal fangen. Zum Glück haben meine Leute und ich bereits eine gewisse Routine. Innert vierzig Minuten gelingt es uns, alle 60 Gänse und etwa 20 Hühner (bei den Wyandotte-Hühnern stellt sich erfreulicherweise massiv Nachwuchs ein) zu fangen und zu impfen. In der Vergangenheit gab es dabei auch schon Verletzte, wenn zu viele in Panik geraten und sich gegenseitig zertrampeln oder mindestens verletzen. Aber diesmal geht alles gut.

Auch die zweite Lieferung mit Plastikschildern ist rechtzeitig vor „Jahresende“ eingetroffen, und ich kann somit die meisten oder interessantesten Pflanzen im Garten anschreiben. Zum Beispiel den Kriechkaktus (Euphorbia guentheri), den wir auf einem alten Baumstamm ausstellen. Er sieht mehr als ulkig aus.

Der nächste Starkregen kann nun jederzeit kommen.
Der nächste Starkregen kann nun jederzeit kommen.

Noch kein Schild habe ich für meine „Glücksherzen“ alias Hoya kerrii, von denen ich neun (eine Glückszahl in Thailand) in eine Betonröhre pflanze. Auch diese Neuerung werde ich nun bald anschreiben können, genügend Plastikschilder mit Eisenfuß haben wir und einen neuen Aufkleber zu drucken ist billig und rasch getan, Problem erledigt. 

Der Sturm: Eine klare Warnung

Wir hatten unlängst einen heftigen Sturm mit Starkregen. Innert einer Stunde war ein beträchtlicher Teil des neu gestalteten Teichsystems im hinteren Teil des Gartens massiv überschwemmt. Auch dieses Problem haben wir nun noch rasch erledigt. Wir haben zwei große Überflussrohre in den Hauptdamm versenkt. Die Rohre hatten wir schon länger besorgt, aber sie lagen einfach nur herum. Der Sturm mit dieser enormen Überschwemmung war nun eine Art Weckruf und mit dem „Jahresende“ als Deadline vor Augen, haben wir gehandelt und nicht auf morgen verschoben: Was du heute kannst besorgen, das…

Die Samen sind angekommen, sie haben gewurzelt.
Die Samen sind angekommen, sie haben gewurzelt.

Der „Helikopter-Samen-Baum“ (Dipterocarpus alatus), ich habe dafür nicht einmal einen englischen Namen gefunden, geschweige denn einen deutschen, ist eine eindrückliche Erscheinung. Zwar steht er auf dem Grundstück des Nachbarn, aber der Riesenbaum wirkt vor allem aus der Ferne, da sieht man seine Mächtigkeit so richtig. Vor etwa zwei Monaten hat er massenweise Samen produziert, die dann – dank ihrer zwei Flügel oder Rotoren – das Fliegen lernen. Obwohl wir sicher 100 Meter vom Stamm des Riesen entfernt sind, landen ständig und in großer Zahl Samen in unserem Garten. Offenbar plant der mächtige Baum die Eroberung der Welt, seine Samenstrategie weist jedenfalls in diese Richtung.

Und er scheint sehr erfolgreich zu sein: Diverse eingeflogene Samen haben in unserem Garten bereits gekeimt und wollen im so neuen Jahr mächtig in die Höhe wachsen.

Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an hansfritschi1957@gmail.com oder besuchen Sie seine Webseite www.discovery-garden.net oder Facebookseite.

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