Frode Berg: «Ich bin kein Spion»

Foto: epa/Stian Lysberg Solum
Foto: epa/Stian Lysberg Solum

OSLO (dpa) - Der in Russland wegen Spionage verurteilte und bei einem Agentenaustausch freigekommene Norweger Frode Berg hat dementiert, wissentlich als Agent gearbeitet zu haben.

«Ich wurde wegen Spionage verurteilt, aber ich bin kein Spion», sagte der pensionierte Grenzbeamte am Dienstagabend auf einer Pressekonferenz in einem Hotel am Flughafen von Oslo. Er sei kein Agent und habe sich deshalb bei seinem Prozess in Moskau auch nicht schuldig bekannt. Es fühle sich nun fantastisch an, nach zwei Jahren wieder daheim in Norwegen zu sein. Er danke allen Menschen, die ihn während der russischen Haft unterstützt hätten, sagte Berg. «Das ist lebenswichtig gewesen.»

Zum Hintergrund seiner Festnahme sagte Berg, ihn habe 2014 eine ihm bekannte Person aufgesucht, der er vertraut habe. Diese Person habe ihn gefragt, ob er einen Dienst für sie übernehmen könne. Ohne groß zu überlegen, habe er zugesagt. Als er den Wunsch geäußert habe, mit den «Lieferungen» aufhören zu wollen, habe die Kontaktperson Druck ausgeübt. Es sei leicht, ihn im Nachhinein naiv zu nennen. «Aber ich habe das Gefühl, hinters Licht geführt worden zu sein», sagte er.

Berg war im Dezember 2017 von einem russischen Sicherheitsdienst in Moskau festgenommen worden. Im April 2019 wurde er wegen Spionage zu 14 Jahren Haft verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, Material über russische Atom-U-Boote gesammelt zu haben. Bei einem großangelegten Agentenaustausch hatten Russland und Litauen am Freitag insgesamt fünf verurteilte Spione freigelassen. Litauen setzte zwei russische Spione auf freien Fuß. Im Gegenzug übergab Russland zwei Litauer und den Norweger Berg.

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